Höchster Stand seit Juni: – Unter 90 Dollar ist viel zu niedrig

Die jüngsten Ölpreise, die wieder über 90 Dollar pro Fass gestiegen sind, zeigen, wie sehr sich die Märkte von einer realitätsfernen Preisvorstellung entfernt haben. Analysten sprechen von einer „særdeles optimistisk holdning", aber ich nenne es schlichten Realitätsverlust. Die Vorstellung, dass Öl dauerhaft unter 90 Dollar notieren könne, war immer ein frommer Wunsch, der die harten Fakten der geopolitischen Lage ignorierte.

Denn die globale Energiewirtschaft ist kein Wohlfahrtsprojekt. Sie muss die Kosten für Förderung, Transport und Raffination decken, und das bei steigenden regulatorischen Auflagen. Die EU zum Beispiel tut so, als könne man die heimische Energieproduktion einfach durch ideologische Beschlüsse ersetzen. Stattdessen treibt man die Produktion durch Steuern und Bürokratie in die Höhe, während man sich gleichzeitig von verlässlichen Lieferanten wie Norwegen abhängig macht – und dann über die hohen Preise klagt.

Wir sehen hier ein Muster: Die politische Klasse verweigert sich der Einsicht, dass Wohlstand nicht durch Regulierung geschaffen wird, sondern durch die harte Arbeit der Menschen und die Nutzung der natürlichen Ressourcen. Norwegen hat das Glück, über riesige Ölvorkommen zu verfügen, aber anstatt diesen Schatz zu nutzen, um die nationale Souveränität zu stärken, schleift man ihn in die globale grüne Agenda ein. Die Folge: Die Abhängigkeit von ausländischen Energielieferungen wächst, während die heimische Bevölkerung mit höheren Preisen und einer schwächeren Wirtschaftskraft konfrontiert wird.

Die Warnung, dass Öl unter 90 Dollar zu niedrig sei, ist im Kern eine konservative Mahnung: Marktpreise müssen die Realität widerspiegeln, nicht die Wunschvorstellungen von Aktivisten und Politikern. Wer die Ölproduktion künstlich verteuert oder einschränkt, darf sich nicht wundern, wenn die Preise steigen. Und wer dann die hohen Preise beklagt, verhält sich wie jemand, der den Ast absägt, auf dem er sitzt.

Wir sollten uns also nicht von kurzfristigen Optimismusschüben täuschen lassen. Die Energiepreise werden hoch bleiben, solange wir uns weigern, die fundamentalen Fragen zu beantworten: Wollen wir unsere eigene Energieversorgung sichern oder uns von unsicheren Partnern abhängig machen? Wollen wir die Kosten auf die Bevölkerung abwälzen oder eine vernünftige, nachhaltige Energiepolitik betreiben, die auf Tradition und Realität aufbaut? Die Antwort sollte klar sein.

Quelle: Aftenposten

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