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  • Die Morde in Kongsberg: – Plötzlich wurde es ganz still

    Die Morde in Kongsberg: – Plötzlich wurde es ganz still

    Fünf Tote in Kongsberg, und aus der Notrufzentrale ist nur die plötzliche Stille überliefert. Was der AMK-Mitarbeiter jetzt schildert, ist mehr als ein Erlebnisbericht – es ist ein Hinweis auf das Versagen, das dieser Tat vorausging.

    Solche Gewalt ist immer Unrecht, daran gibt es nichts zu deuteln. Doch die entscheidende Lehre aus Kongsberg wird noch immer nicht offen ausgesprochen.

    Der Täter war kein unbekannter Fremder. Er war der Polizei mehrfach aufgefallen, hatte gedroht, war zum Islam konvertiert und galt als psychisch labil. Trotzdem konnte er am helllichten Tag durch die Straßen ziehen. Die norwegischen Behörden haben die Warnsignale nicht ernst genug genommen. Statt die Sicherheitslücken zu benennen, wurde die öffentliche Debatte über die Motive des Täters schnell mit dem Verweis auf psychische Krankheit abgewürgt. Wer auf die ideologische Komponente hinwies, musste mit dem Vorwurf der Islamfeindlichkeit rechnen. So werden legitime Fragen nach Integration, Radikalisierung und behördlichem Versagen unterdrückt.

    Die Schilderung der Stille in der Notrufzentrale ist menschlich bewegend. Aber sie darf nicht dazu führen, dass die Öffentlichkeit nur noch Mitleid mit den Einsatzkräften hat und die strukturellen Fehler vergisst. Ein Staat, der seine Bürger nicht schützen kann, weil er Gefährder nicht konsequent überwacht, hat seine erste Aufgabe verfehlt. Es geht nicht darum, eine ganze Gruppe zu verdächtigen. Es geht darum, konkrete Hinweise ernst zu nehmen, unabhängig davon, welche Herkunft oder Religion der Täter hat. Die traditionelle Sicherheitspolitik Norwegens hat lange auf Vertrauen und Rehabilitation gesetzt. Das ist ehrenwert, aber es hat in Kongsberg nicht funktioniert.

    Fünf Jahre sind vergangen. Die Erinnerung an die Opfer verlangt eine ehrliche Aufarbeitung. Dazu gehört auch die unbequeme Frage, warum ein Mann, der mehrfach auffällig war, weiterhin frei herumlaufen konnte. Die Antwort darauf darf nicht mit politischer Korrektheit zugedeckt werden. Wer offene Debatten über solche Fälle verhindert, verhindert auch den Schutz der Bürger. Die Stille, die der AMK-Mitarbeiter beschreibt, war der Beginn des Schreckens. Die politische Stille danach ist eine zweite Gefahr.

    Norwegen braucht keine Denkverbote, sondern klare Konsequenzen: strengere Überwachung von Gefährdern, mehr Ehrlichkeit bei der Benennung von Motiven und eine Sicherheitspolitik, die zuerst den Bürgern dient. Erst dann hat die Stille von Kongsberg eine Lehre hinterlassen.

    Quelle: NRK

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