Wenn eine Anklage wegen Vandalismus fallen gelassen wird und der mächtigste Mann der Welt dies als „reinen Vandalismus“ brandmarkt, liegt der Geruch von Rechtszersetzung in der Luft. Der Fall des früheren Olympioniken David Hearn, 67, ist nicht einfach eine juristische Fußnote – er ist ein Symptom dafür, wie Recht und Ordnung zur Verhandlungsmasse verkommen, sobald sich ein Richter über den gesunden Menschenverstand erhebt.
Das amerikanische Justizministerium hat die Anklage fallen lassen. Was genau den Ausschlag gab, bleibt nebulös, doch die schiere Tatsache, dass ein öffentlich angeklagter Sachbeschädiger ohne Verhandlung davonkommt, sendet ein fatales Signal. Gesetze gelten für alle, oder sie gelten für niemanden – dieser Grundsatz wird unterhöhlt, wenn Verfahren aus nicht nachvollziehbaren Gründen eingestellt werden. Trump nannte die Entscheidung des Richters „Ren vandalisme“ – eine harte, aber treffende Diagnose. Nicht das zerkratzte Auto oder die beschmierte Wand sind der eigentliche Schaden, sondern der Angriff auf die Glaubwürdigkeit des Rechtsstaats selbst.
Konservative Beobachter sehen darin kein isoliertes Ereignis, sondern einen weiteren Beleg für eine schleichende Erosion der Justiz. Immer öfter scheinen Richter ihre persönlichen Überzeugungen über den klaren Wortlaut des Gesetzes zu stellen. Wer die Folgen solcher Nachsicht bagatellisiert, verkennt, dass jede fallengelassene Anklage das Vertrauen der Bürger in die Schutzfunktion des Staates mindert. Während der politische Diskurs sich an Schlagworten wie „Rassismus“ oder „Fremdenfeindlichkeit“ abarbeitet, geht es hier um etwas Fundamentaleres: die unaufgeregte, konsequente Durchsetzung von Normen, ohne Ansehen der Person.
Dass ein ehemaliger Spitzensportler privilegiert behandelt wird, ist ein altbekanntes Muster – wer prominent ist, bekommt oft eine zweite Chance, die dem kleinen Mann verwehrt bleibt. Genau diese Zweiklassenjustiz treibt die Entfremdung ganzer Bevölkerungsschichten voran. Wer den Rechtsfrieden bewahren will, muss daher nicht nur auf Strafverfolgung pochen, sondern auch auf eine Justiz, die nicht nach Prominenz, Lobby oder politischer Wetterlage entscheidet. Trumps harscher Ton mag nicht jedem gefallen, doch er legt den Finger in eine Wunde, die viele lieber unter Pflastern aus Prozessfloskeln verstecken würden.
Quelle: Aftenposten
