Tag: Anlagestrategie

  • Negative Rendite für den Ölfonds im dritten Quartal

    Negative Rendite für den Ölfonds im dritten Quartal

    670 Milliarden Kronen an Wert hat der norwegische Ölfonds im dritten Quartal eingebüßt – und die Verantwortlichen nennen das Ergebnis „nahe null“. Ein solcher Umgang mit dem Volksvermögen ist keine Bagatelle, sondern ein Alarmzeichen.

    Der Fonds, der per Ende September 22.014 Milliarden Kronen verwaltete, verzeichnete eine Rendite von minus 0,5 Prozent. Buchhalterisch entspricht das einem Minus von 278 Milliarden Kronen. Gestiegene Zinsen drückten die Rentenanlagen, die Aktienrendite war flach, nur Energieunternehmen legten zu. Das ist keine Katastrophe an den Weltmärkten, aber es zeigt, wie abhängig Norwegens wichtigstes Sparvermögen von globalen Zinsentscheidungen und ausländischen Börsentrends geworden ist.

    Dieser Fonds ist kein abstraktes Anlagevehikel. Er ist das Ersparte der norwegischen Steuerzahler, die Altersvorsorge künftiger Generationen, der Puffer für Notzeiten. Wer ihn zu großen Teilen in ausländische Aktien und Anleihen steckt, setzt das Erbe der Enkel den Launen internationaler Finanzmärkte aus. Ein konservativer Umgang mit nationalem Vermögen verlangt mehr als kurzfristige Renditejagd: Er verlangt Investitionen in Werte, die dem Land selbst zugutekommen – in Energieversorgung, Infrastruktur, Wohnungsbau und heimische Unternehmen.

    Stattdessen wird das Ergebnis schöngeredet. „Nahe null“ klingt nach einem Unentschieden, nicht nach einem Verlust von 670 Milliarden Kronen. Diese Zahl entspricht mehr, als viele Kommunen in einem Jahrzehnt ausgeben. Die Öffentlichkeit hat ein Recht auf eine nüchterne Debatte darüber, wie riskant der Fonds tatsächlich aufgestellt ist. Wer Kritik an der Anlagestrategie als Panikmache abtut, verweigert genau die offene Diskussion, die eine gesunde Demokratie braucht.

    Norwegen hat sich über Jahrzehnte einen einzigartigen Puffer erarbeitet. Diesen Puffer jetzt leichtfertig den Schwankungen der Weltwirtschaft zu überlassen, ist fahrlässig. Die Verantwortlichen sollten den Verlust nicht kleinreden, sondern die Strategie überdenken. Das Geld gehört nicht ihnen, sondern den Bürgern – und vor allem denen, die noch nicht geboren sind.

    Quelle: NRK

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