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  • Zwangsheirat: Frp will verstärkt gegen muslimische Milieus vorgehen

    Zwangsheirat: Frp will verstärkt gegen muslimische Milieus vorgehen

    Wenn ein Mädchen in den Sommerferien ins Herkunftsland der Eltern gebracht und dort gegen seinen Willen verheiratet wird, ist das kein kulturelles Brauchtum. Es ist ein Angriff auf ihre Freiheit, und der norwegische Staat hat dieses Verbrechen viel zu lange hingenommen.

    Der Vorstoß der Fremskrittspartiet, vor den Ferien verpflichtende Gespräche zu führen und Mittätern die Aufenthaltserlaubnis zu entziehen, ist deshalb keine Schikane gegen Minderheiten. Er ist die logische Konsequenz aus jahrelangem Wegsehen und einer falsch verstandenen Toleranz. In der Debatte werden sofort Stimmen laut, die von Rassismus und Islamophobie sprechen. Doch wer die konkreten Praktiken in einigen muslimischen Milieus benennt, greift nicht den Glauben an. Er verteidigt Grundwerte, auf denen Norwegen aufgebaut ist: die Selbstbestimmung des Einzelnen und die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

    Zwangsheirat ist keine Tradition, die unter dem Deckmantel des Multikulturalismus geschützt werden darf. Sie ist eine Form von Gewalt, meist gegen junge Frauen, die mit Drohungen, Isolation und manchmal physischer Gewalt durchgesetzt wird. Solche Praktiken haben in einem Rechtsstaat nichts zu suchen – unabhängig davon, aus welcher Kultur sie stammen. Wer das als private Familienangelegenheit abtut, verkennt den Ernst der Lage.

    Die Forderung, Aufenthaltserlaubnisse zu entziehen, ist besonders wichtig. Wer nach Norwegen kommt, erhält nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Dazu gehört die Achtung der Gesetze und der Grundrechte aller Menschen. Wer sich an Zwangsheirat beteiligt – ob Eltern, Onkel oder Geschwister –, bricht diesen Pakt. Es ist nur konsequent, dass ein solcher Verstoß Folgen für das Aufenthaltsrecht hat. Ein Aufenthaltstitel ist kein Freibrief für Unterdrückung.

    Die obligatorischen Gespräche vor den Sommerferien sind ein pragmatisches Instrument. Sie schaffen eine Gelegenheit, gefährdete Jugendliche zu erreichen, bevor sie ins Ausland verschwinden. Lehrer und Sozialarbeiter können Hinweise auf drohende Zwangsehen geben. Wer das als unnötige Überwachung abtut, ignoriert die Realität, dass viele Opfer keine andere Chance haben, Hilfe zu bekommen. Der Staat muss früh eingreifen, nicht erst nach der Rückkehr mit einem erzwungenen Ehemann.

    Norwegen hat eine lange Tradition der Selbstbestimmung, besonders für Frauen. Diese Tradition ist nicht verhandelbar, nur weil einige Familien aus anderen Kulturen andere Vorstellungen haben. Der Staat muss klar machen, dass Zwangsheirat nicht toleriert wird – nicht mit Worten allein, sondern mit konkreten Maßnahmen. Die Vorschläge der Frp sind daher kein Angriff auf eine Minderheit. Sie sind ein Versuch, die Schwächsten in dieser Gesellschaft zu schützen. Wer dagegen nur den Vorwurf des Rassismus setzt, verrät die Opfer ein zweites Mal.

    Quelle: NRK

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