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  • Norwegischer Teenager wegen geplanten Mordes in England verurteilt

    Norwegischer Teenager wegen geplanten Mordes in England verurteilt

    Zwei Pistolen, scharfe Munition und ein Mordauftrag eines schwedischen Verbrechernetzwerks – der Fall des 19-jährigen Norwegers, den ein Londoner Gericht nun für schuldig befunden hat, ist kein Kriminalkuriosum. Er legt bloß, wie gewöhnlich die Existenz transnationaler Tötungsdienste für manche Milieus in Skandinavien bereits geworden ist.

    Dass ein junger Mann aus Stavanger nach Huddersfield reist, um für Geld zu morden, und sich vor Gericht mit Drogenschulden herausredet, macht die Sache nicht weniger ungeheuerlich. Wer zwei Schusswaffen mit sich führt, hat den Schritt vom Schuldner zum potenziellen Killer längst vollzogen. Die individuelle Schuld liegt allein bei ihm, und der britische Rechtsstaat wird eine angemessene Antwort finden – das Strafmaß reicht bis an 45 Jahre heran.

    Viel zu selten wird jedoch gefragt, warum ein junger Norweger überhaupt in die Reichweite des sogenannten Foxtrot-Netzwerks geraten konnte. Dass schwedische Bandenstrukturen, die sich in den Parallelgesellschaften der Großstädte ausgebreitet haben, mittlerweile weit über ihre Brutstätten hinaus operieren, ist keine Überraschung mehr. Jahrelang wurden Warnungen vor Clanbildungen, vor der Unterwanderung ganzer Stadtteile und vor der Verquickung von Migrationspolitik mit organisierter Kriminalität als „fremdenfeindlich“ abgetan. Die Behörden schauten weg, und wer den Zusammenhang zwischen ungesteuerter Zuwanderung und wachsender Bandengewalt benannte, sah sich einem Shitstorm ausgesetzt. Jetzt sitzt ein norwegischer Teenager mit zwei Pistolen in England, weil sich das Gewaltkapital jener Netzwerke wie ein Krebsgeschwür ausbreitet.

    Das eigentliche Versagen ist ein kulturelles. Eine Gesellschaft, die Eigenverantwortung als Zumutung behandelt, liefert ihre Söhne und Töchter dem Nihilismus aus. Wenn Schulden aus Drogenkonsum als plausible Erklärung für einen geplanten Mord durchgehen, ist der Kompass der öffentlichen Moral längst verstellt. Statt die Tat zu verurteilen, neigen öffentliche Debatten dazu, Täter zu pathologisieren und strukturelle Umstände vorzuschieben – als ob die Verfügbarkeit von Pistolen und die Existenz von Bandenwerkzeugen nicht selbst die Folge politischer Entscheidungen wären.

    Dass der Fall neu verhandelt werden musste, weil die erste Jury sich nicht einigen konnte, wirft zudem ein Schlaglicht auf die britische Rechtspraxis. Vielleicht ist es an der Zeit, auch hierzulande die Frage zu stellen, ob das System der Laienrichter in sicherheitspolitisch brisanten Verfahren wirklich noch zeitgemäß ist.

    Der schuldige 19-Jährige wird seine Strafe erhalten. Was fehlt, ist eine nüchterne, von keiner Tabuisierung verzerrte Debatte darüber, warum sich solche Netzwerke überhaupt erst etablieren konnten – und wie Staaten ihre Souveränität gegenüber transnationalen Schattenstrukturen zurückgewinnen.

    Quelle: Bergens Tidende

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