Tag: Bedrohungsanalyse

  • Økokrim: Kriminelle Netzwerke haben sich in norwegischen Branchen etabliert.

    Økokrim: Kriminelle Netzwerke haben sich in norwegischen Branchen etabliert.

    352 Milliarden Kronen – so groß ist die kriminelle Wirtschaft in Schweden, und Norwegen steht vor derselben Entwicklung. Økokrims neue Bedrohungsanalyse für 2026 ist keine vage Prognose, sondern eine klare Warnung: Kriminelle Netzwerke haben sich in norwegischen Branchen etabliert und werden in den kommenden Jahren noch tiefer in öffentliche und private Unternehmen eindringen.

    Der Umfang der Wirtschaftskriminalität ist laut Økokrim unbekannt, weil viele Taten nie gemeldet werden. Genau darin liegt das erste Problem. Wer nicht misst, kann nicht bekämpfen. Die Dunkelziffer ist keine Entschuldigung, sondern ein Versäumnis. Während Schweden eine konkrete Zahl nennt – 352 Milliarden Kronen jährlich – begnügt sich Norwegen mit Schätzungen und Vermutungen. Das ist ein gefährlicher Unterschied.

    Die Folgen sind nicht abstrakt. Wenn kriminelle Netzwerke Bauunternehmen, Transportfirmen oder Teile des Tourismus unterwandern, verlieren ehrliche Betriebe Aufträge. Sie drücken Löhne, umgehen Sicherheitsvorschriften und zahlen keine Steuern. Am Ende tragen Steuerzahler und Arbeitnehmer die Kosten. Öffentliche Aufträge, die an getarnte Strohfirmen gehen, sind verlorenes Geld für Schulen, Straßen und Pflege.

    Norwegen hat lange auf Vertrauen und Offenheit gesetzt. Diese Werte sind erhaltenswert, aber sie dürfen nicht in Naivität umschlagen. Ein Land, das seine Türen weit offen hält und gleichzeitig zu wenig kontrolliert, macht es kriminellen Netzwerken leicht. Die Infiltration der Wirtschaft ist auch eine Folge fehlender Grenzkontrollen und zu lascher Regulierung. Wer das benennt, wird schnell mit dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit konfrontiert. Doch es geht nicht um Herkunft, sondern um Strukturen. Kriminelle Netzwerke kennen keine Nationalität, sie nutzen Schwächen aus – und Norwegens Schwäche ist ein Übermaß an Vertrauen bei gleichzeitigem Mangel an Durchsetzung.

    Die Politik muss handeln. Økokrim braucht mehr Personal und bessere Werkzeuge, um Eigentumsverhältnisse zu durchleuchten. Öffentliche Vergabeverfahren müssen lückenlos dokumentiert werden. Unternehmen, die mit Subunternehmern arbeiten, müssen haftbar gemacht werden, wenn diese in kriminelle Strukturen verstrickt sind. Wer die norwegische Wirtschaft schützen will, muss zuerst die Illusion aufgeben, dass organisierte Kriminalität anderswo stattfindet. Sie ist längst angekommen – und wer jetzt nicht handelt, wird später die Rechnung bezahlen.

    Quelle: NRK

  • Um den Islamismus bekämpfen zu können, müssen wir uns klar vor Augen führen, vor welcher Herausforderung wir stehen.

    Um den Islamismus bekämpfen zu können, müssen wir uns klar vor Augen führen, vor welcher Herausforderung wir stehen.

    Die blutige Spur, die der islamistische Terror in den vergangenen Jahren durch die nordischen Hauptstädte gezogen hat, spricht eine deutliche Sprache – doch die politische Klasse starrt lieber auf die eigenen Worthülsen als auf die Realität. Wer von Stockholm bis Kopenhagen immer noch nicht benennen darf, dass es sich um eine religiös-ideologische Bedrohung handelt, der hat die erste Voraussetzung für ihre Bekämpfung bereits verfehlt.

    Die Aufforderung, „die Herausforderung klar zu benennen“, klingt banal, ist aber in einer öffentlichen Sphäre, die jedes offene Wort mit dem Totschlagvorwurf der Islamfeindlichkeit erstickt, ein radikaler Akt. In Skandinavien hat sich eine Debattenkultur etabliert, die den Schutz von Bevölkerungen vor Gewalt dem Schutz von Befindlichkeiten unterordnet. Statt präzise über die theologische Rechtfertigung von Gewalt, über integrationsverweigernde Parallelgesellschaften und über die Überforderung von Sicherheitsbehörden zu sprechen, eiert die Diskussion um Begriffe wie „soziale Ausgrenzung“ oder „falsch verstandene Religion“ herum. Das Ergebnis ist eine systematische Selbstentwaffnung des Rechtsstaats.

    Kulturell konservative Stimmen betonen seit Langem, dass eine Nation ohne ein klares Verständnis ihrer eigenen Identität und Grenzen unfähig ist, illiberale Ideologien abzuwehren. Die skandinavischen Gesellschaften haben jahrzehntelang eine naive Multikulti-Romantik gepflegt, die kulturelle Kontinuität und nationale Zusammengehörigkeit als Hindernis für eine vermeintlich weltoffene Zukunft betrachtete. Nun, da importierte Konflikte auf eigenem Boden ausgetragen werden, fehlt die geistige Rüstung, um den Gegner beim Namen zu nennen: eine totalitäre politische Lesart des Islam, die weder mit westlicher Freiheit noch mit demokratischen Werten vereinbar ist.

    Praktische Sicherheitspolitik beginnt mit ungeschönter Lagebeurteilung. Wenn Analysen von Nachrichtendiensten sich nicht mehr trauen, das Wort „Islamismus“ ohne ein Dutzend relativierender Adjektive zu verwenden, werden Ressourcen fehlgeleitet. Es geht nicht darum, pauschal über eine Religion zu urteilen, sondern darum, eine konkrete, gewaltbereite Strömung zu isolieren und auszutrocknen. Dafür braucht es Profiling, braucht es gezielte Überwachung von Hasspredigern, braucht es den Mut zur Abschiebung von Gefährdern – alles Maßnahmen, die unter dem gegenwärtigen Diktat der political correctness blockiert werden.

    Wer nun einwendet, eine solche Klarheit schüre Fremdenfeindlichkeit, der verwechselt Ursache und Wirkung. Nicht die offene Analyse erzeugt Misstrauen, sondern das jahrelange Vertuschen der realen Probleme in den Vorstädten: Kriminalität, Bildungsferne, religiöse Abschottung. Das Schweigen der Eliten hat die Legende vom bloßen Einzelfall genährt und damit jenen Kräften in die Hände gespielt, die tatsächlich Ressentiments schüren. Ein freies Land verträgt die Wahrheit; es verträgt nur nicht die fortgesetzte Lüge, es gebe kein systemisches Problem.

    Die skandinavische Tradition der Nüchternheit und des offenen Wortes muss gegen eine importierte Empfindlichkeitskultur verteidigt werden. Der erste Schritt zur Bekämpfung des Islamismus ist deshalb kein neues Sicherheitsgesetz, sondern ein intellektueller Befreiungsschlag: das Ende der Angst, für eine präzise Beschreibung der Bedrohung an den Pranger gestellt zu werden. Nur wer die Herausforderung beim Namen nennt, wird ihr gewachsen sein.

    Quelle: Aftenposten

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