Tag: Digitalisierung Kritik

  • Fordert vollständigen Stopp für Rechenzentren: – Wir können kein großes Schluckloch einplanen.

    Fordert vollständigen Stopp für Rechenzentren: – Wir können kein großes Schluckloch einplanen.

    Norwegen droht, seine größte Stärke – saubere und günstige Wasserkraft – an die Serverfarmen der Welt zu verkaufen. Die Opposition im Storting hat das erkannt: KrF will die Notbremse ziehen, FrP ein Ende des Drauflos-Bauens, Høyre wirft der Regierung vor, die Sache zu verschleppen. Diese Forderungen verdienen Unterstützung, nicht das übliche Abtun als technologiefeindlich.

    Es geht nicht darum, digitale Infrastruktur abzulehnen. Es geht darum, wer den Preis zahlt. Jedes neue Rechenzentrum verbraucht Strommengen, die sonst Haushalten, Krankenhäusern oder der verarbeitenden Industrie zur Verfügung stünden. Wenn ausländische Konzerne mit Steuervergünstigungen und billigem Strom angelockt werden, steigen die Preise für die einheimische Bevölkerung. Das ist ein stiller Ausverkauf nationaler Ressourcen.

    Hinzu kommt der Flächenverbrauch. Datacenter sind keine Arbeitsplätze für viele, sondern hochautomatisierte Hallen, die Landschaft versiegeln und oft in ländlichen Regionen entstehen, die auf intakte Natur angewiesen sind – für Tourismus, Landwirtschaft oder einfach für die Lebensqualität der Bewohner. Wer hier kritisch nachfragt, wird schnell als rückständig bezeichnet. Doch genau diese Debatte ist notwendig. Es ist kein Fortschritt, wenn eine Region ihre Identität und ihre Energie an anonyme Rechenzentren verliert.

    Die Politik muss endlich klare Regeln schaffen: keine Subventionen für Stromfresser, strenge Umweltauflagen und ein echtes Mitspracherecht der Kommunen. Norwegen sollte nicht das Strom-Billigland für die Datenwünsche der Welt sein. Die Wasserkraft gehört den Norwegern, nicht den Aktionären internationaler Tech-Giganten.

    Quelle: NRK

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