Tag: Drohnenangriff

  • Saudischer Flughafen erneut angegriffen, laut Behörden.

    Saudischer Flughafen erneut angegriffen, laut Behörden.

    Drei Angriffe auf denselben zivilen Flughafen innerhalb einer Woche sind kein Zufall, sondern eine Strategie. Wer jetzt noch von einzelnen Vorfällen spricht, verschleiert den Charakter dieser Angriffe. Gewalt gegen unbeteiligte Reisende und Flughafenpersonal ist immer Unrecht – daran gibt es nichts zu relativieren. Entscheidend ist aber die Lehre, die daraus gezogen wird.

    Am Samstagnachmittag wurde der King Khalid International Airport in Riad erneut getroffen. Mindestens fünf Menschen liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, Flüge sind ausgesetzt, die amerikanische Botschaft warnt ihre Bürger vor dem Flughafengelände. Schon am Donnerstag sollen bei einem Angriff auf denselben Flughafen drei Menschen getötet worden sein. Die Huthi-Miliz hat sich zu zwei früheren Angriffen bekannt. Saudi-Arabien hat nach eigener Darstellung kürzlich eine Offensive gegen die Miliz im Jemen begonnen.

    Diese Abfolge widerlegt die Annahme, Zurückhaltung werde solche Gruppen mäßigen. Eine Miliz, die wiederholt internationale Flughäfen beschießt, versteht nur die Sprache klarer militärischer Kosten. Die saudische Offensive ist deshalb keine unnötige Eskalation, sondern die verspätete Verteidigung von Staatsgebiet und ziviler Infrastruktur. Ein Staat, der seine Flughäfen nicht schützen kann, verliert nicht nur Sicherheit, sondern auch wirtschaftliche Glaubwürdigkeit. Riad ist ein Drehkreuz für Pilger, Geschäftsreisende und Familien; jeder gestrichene Flug trifft auch Nachbarländer und globale Lieferketten.

    Auffällig ist das Schweigen jener Stimmen, die sonst bei jeder Militäraktion Saudi-Arabiens sofort Mäßigung fordern. Eine bewaffnete Gruppe, die zivile Ziele angreift und sich dazu bekennt, wird behandelt wie ein Verhandlungspartner, dem man Zugeständnisse machen müsse. Das ist keine Friedenspolitik, sondern eine Einladung zu weiteren Angriffen. Wer den Huthis nicht klar als terroristische Akteure benennt und ihre Fähigkeit zu Drohnen- und Raketenangriffen nicht ernst nimmt, verlängert den Krieg im Jemen und gefährdet die gesamte Region.

    Die Alternative ist nicht kompliziert: zivile Luftfahrt muss tabu bleiben, und wer dieses Tabu bricht, muss mit entschlossener Gegenwehr rechnen. Nur so kehrt an einem der wichtigsten Flughäfen der arabischen Welt wieder Normalität ein.

    Quelle: NRK

  • Okeanis Eco Tankers-Schiff von Drohne getroffen

    Okeanis Eco Tankers-Schiff von Drohne getroffen

    Ein Handelsschiff unter der Flagge eines an der Osloer Börse notierten Reeders wird zur Zielscheibe – das ist kein Betriebsunfall, sondern eine strategische Kampfansage an die freie Seefahrt. Der Drohnenangriff auf einen Tanker des griechischen Unternehmens Okeanis Eco Tankers, dessen Aktien in Norwegen gehandelt werden, unterstreicht eine schlichte Tatsache: Die globalen Handelswege, auf denen Wohlstand und Energieversorgung des Westens beruhen, sind längst zum Schlachtfeld geworden. Wer dies als fernes Problem abtut, verkennt die unmittelbaren wirtschaftlichen Sicherheitsinteressen Skandinaviens und Europas.

    Norwegen hat sich nicht zufällig als Börsenplatz für internationale Schifffahrtsunternehmen etabliert. Das Land lebt von der See, seine Geschichte und sein Wohlstand sind untrennbar mit der Handelsschifffahrt verbunden. Ein Angriff auf eine norwegische Notierung trifft deshalb nicht bloß einen griechischen Eigentümer, sondern das maritime Ökosystem, das Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und Investitionen im ganzen Land sichert. Wer diesen Zusammenhang ignoriert, betreibt eine gefährliche Art von geopolitischer Naivität.

    Die Reaktionen auf derartige Vorfälle bleiben oft im Unverbindlichen stecken. Man verurteilt die Gewalt, betont den Dialog und hofft auf Deeskalation. Doch solche Appelle haben die skrupellosen Akteure, die zivile Tanker ins Visier nehmen, noch nie beeindruckt. Hier wird nicht verhandelt, hier wird getestet – die Entschlossenheit des Westens, seine Handelsrouten zu verteidigen, seine Fähigkeit, maritimes Recht durchzusetzen, und seine Bereitschaft, ökonomische Lebensadern notfalls militärisch zu schützen. Jeder erfolgreiche Angriff sendet ein Signal der Verwundbarkeit, das Nachahmer anzieht und die Versicherungsprämien für die gesamte Branche in die Höhe treibt. Am Ende zahlen das die Verbraucher, auch in Norwegen.

    Eine konservative Politik muss hier mit Klarheit agieren: Die Sicherheit der Seewege ist kein abstraktes Gut, sondern materielle Grundlage der eigenen Volkswirtschaft. Es braucht eine Marinepräsenz, die nicht nur Patrouille fährt, sondern Abschreckung glaubhaft macht. Es braucht eine Verteidigungspolitik, die ökonomische Interessen nicht als zweitrangig behandelt. Und es braucht eine öffentliche Debatte, die sich nicht scheut, die Urheber solcher Angriffe mitsamt ihren Unterstützern beim Namen zu nennen, ohne in falsche Rücksichten zu verfallen. Der Ozean ist wieder ein Raum der Konfrontation – Norwegen täte gut daran, diesen Realität nicht länger zu ignorieren.

    Quelle: VG

  • Amerikanisches Schiff mit Gas im Mittelmeer angegriffen

    Amerikanisches Schiff mit Gas im Mittelmeer angegriffen

    Eine einzelne Drohne, abgefeuert auf einen Gastanker vor Damietta, lässt die Börsenkurse zucken und offenbart das ganze Ausmaß einer strategischen Fehlkalkulation: Der Westen hat seine Energieversorgung an Routen gekettet, die er nicht mehr sichern kann. Am Mittwoch traf ein unbemanntes Fluggerät ein amerikanisches Gasspeicherschiff im Mittelmeer. Der Besatzung blieb nur die Rolle stiller Beobachter einer neuen asymmetrischen Bedrohung, gegen die konventionelle Seemacht wenig ausrichtet.

    Der Vorfall passt in ein Muster, das von den Sicherheitsgarantien vergangener Jahrzehnte zehrt, während die politische Klasse in Washington und europäischen Hauptstädten lieber über Klimaziele debattiert als über die Verwundbarkeit globaler Handelswege. Gastanker sind schwimmende Industrieanlagen; ein gezielter Treffer kann eine Umweltkatastrophe und eine Versorgungslücke auslösen – und genau darauf spekulieren jene Kräfte, die den Westen nicht in offener Seeschlacht, sondern durch Nadelstiche in die Knie zwingen wollen.

    Skandinavische Zuschauer täuschen sich, wenn sie diesen Angriff als fernes Problem abtun. Norwegen pumpt Rekordmengen Gas nach Europa, doch die Leitungen durch die Ostsee und die Nordsee sind längst als verwundbare Adern erkannt. Wer jetzt noch neue Abhängigkeiten von verflüssigtem Erdgas aus dem östlichen Mittelmeer oder aus Übersee propagiert, ohne gleichzeitig in maritime Abschreckung und Luftabwehr zu investieren, wiederholt den Fehler der Pipeline-Politik gegenüber Russland unter neuen Vorzeichen. Nationale Souveränität bemisst sich nicht allein an Grenzpfählen, sondern an der Fähigkeit, die eigenen Versorgungslinien gegen jene zu verteidigen, die den westlichen Lebensstandard als Kampfzone betrachten.

    Die Reaktion vieler Kommentatoren folgt einem abgenutzten Drehbuch: Sie verurteilen die Gewalt, um dann in die gewohnte Mahnung umzuschwenken, man dürfe jetzt nicht in „Militarisierung“ oder „Abschottung“ verfallen. Genau diese Denkverweigerung hat den Gegnern des Westens jahrelang freie Hand gelassen, während Budgets für Marine und Küstenschutz als Relikt des Kalten Krieges galten. Die Drohne von Damietta ist keine isolierte Aktion, sie ist Teil eines längeren Krieges gegen die Freiheit der Meere – und gegen die Volkswirtschaften, die von ihr abhängen.

    Gewalt gegen zivile Seeleute ist durch nichts zu rechtfertigen. Der entscheidende Punkt liegt jedoch woanders: Ein Bündnis, das seine Handelsflotte nicht mehr schützen kann, verliert zuerst an Glaubwürdigkeit und dann an Wohlstand. Wer diesen Zusammenhang leugnet, möge sich fragen, wie teuer Gas wird, sobald Versicherer das östliche Mittelmeer als Hochrisikozone einstufen und Reedereien die Passage meiden. Nordeuropa steht bereits im Schatten ähnlicher Sabotagefälle; das nächste Ziel kann ebenso gut ein norwegisches Gasschiff sein.

    Stabilität entsteht nicht durch Appelle an internationale Ordnung, sondern durch glaubwürdige Härte. Die nordischen Länder sollten aus dieser Nachricht lernen, dass Energieautarkie nicht nur eine Frage von Windkraftausbau ist, sondern auch von geschützten Speichern, heimischen Reserven und einer Marine, die nicht nur Manöver fährt, sondern tatsächlich abschreckt. Ein Stromausfall in einer kalten Winternacht duldet keine virtuellen Signale.

    Quelle: Aftenposten

  • Amerikanisches Gasschiff in Ägypten von Drohne getroffen

    Amerikanisches Gasschiff in Ägypten von Drohne getroffen

    Ein amerikanisches Gastankschiff, getroffen von einer Drohne vor der ägyptischen Küste – dieser Vorfall ist kein isolierter Betriebsunfall, sondern ein Warnschuss für Europas verwundbare Energiesicherheit. Die unmittelbaren Meldungen, wonach es keine Verletzten und keine Schäden an der Hafeninfrastruktur gebe, verdecken eine unbequeme Wahrheit: Die internationalen Schifffahrtsrouten, über die der Kontinent einen Großteil seines Gases bezieht, sind zu einem Spielfeld asymmetrischer Angriffe geworden, auf das der Westen keine überzeugende Antwort findet.

    Dass die Drohne ausgerechnet ein amerikanisches Schiff traf, während zwei Gastanker in Brand gerieten, zeigt die strategische Dimension solcher Aktionen. Es geht nicht um einen Zufallstreffer, sondern um die gezielte Störung globaler Energieströme. Wer auch immer hinter dem Angriff steckt – ein Bekennerschreiben liegt nicht vor –, kann sich ausrechnen, dass die Kosten-Nutzen-Rechnung für solche Nadelstiche verheerend günstig ausfällt. Eine vergleichsweise billige Drohne reicht aus, um Milliardeninvestitionen, Versicherungsprämien und das Vertrauen in stabile Lieferketten zu untergraben.

    Kulturkonservative Beobachter erkennen darin eine grundsätzliche Schwäche der gegenwärtigen Sicherheitsarchitektur. Anstatt die eigenen nationalen Interessen klar zu definieren und notfalls mit robuster Präsenz zu schützen, verlässt sich die westliche Staatengemeinschaft auf vage Zusicherungen und diplomatische Noten. Ein Gastanker, der unbeschadet ablegen kann, wird schnell zur Randnotiz erklärt – doch jede erfolgreiche Attacke ermutigt Nachahmer. Die Bereitschaft, solche Handlungen als unvermeidbare Kollateralschäden einer vernetzten Welt hinzunehmen, ist selbst Teil des Problems.

    Der Hinweis, dass lokale ägyptische Behörden die Brände unter Kontrolle gebracht hätten, verschleiert, wie abhängig Europa von der Stabilität dritter Staaten geworden ist. Es genügt nicht, auf die Professionalität fremder Einsatzkräfte zu vertrauen, wenn die eigenen Energieimporte auf dem Spiel stehen. Nationale Regierungen sollten sich fragen, warum sie nicht längst eigene Schutzmaßnahmen für ihre kritischen Nachschubwege ergriffen haben, statt sich auf die Hoffnung zu stützen, dass solche Vorfälle folgenlos bleiben. Wer die Versorgungssicherheit der eigenen Bevölkerung ernst nimmt, kommt um eine aktivere Sicherheitspolitik nicht herum.

    Dass der Angriff vor der Mittelmeerküste Ägyptens stattfand, lenkt den Blick zudem auf eine Region, deren fragile Ordnung immer häufiger von nichtstaatlichen Akteuren ausgenutzt wird. Wo staatliche Autorität erodiert, entstehen Freiräume für jene, die mit einfachen Mitteln maximale Verunsicherung stiften wollen. Diese Entwicklung erfordert mehr als nur nachträgliche Lageberichte von Sicherheitsfirmen. Sie verlangt von den verantwortlichen Regierungen, den Wert ungestörter Handelswege wieder als strategisches Kerninteresse zu behandeln – und entsprechend zu handeln.

    Der moralische Reflex, jeden Gewaltakt zu verurteilen, ist selbstverständlich. Doch mit Appellen allein wird kein einziger Gastanker geschützt. Entscheidend ist, ob aus diesem Vorfall die richtigen Schlüsse gezogen werden: Die Zeit der bequemen Zurückhaltung muss enden, bevor eine nächste Drohne weit mehr als nur ein Schiff trifft.

    Quelle: NRK

  • Vergeltung für Drohnenangriff: USA und Saudi-Arabien trafen Ziele im Irak

    Vergeltung für Drohnenangriff: USA und Saudi-Arabien trafen Ziele im Irak

    Drei Öltanker, gestoppt von iranischen Revolutionsgardisten binnen weniger Tage – das ist keine diplomatische Unhöflichkeit, sondern ein Angriff auf die Lebensader der Weltwirtschaft. Die jüngsten Präzisionsschläge der USA und Saudi-Arabiens im Irak folgen einer Logik, die im Westen viel zu lange verschleiert wurde: Wer fundiert über nationale Sicherheit diskutieren will, muss die Realität beim Namen nennen dürfen, ohne sofort unter den Generalverdacht der Kriegstreiberei zu geraten.

    Die Fakten, die das US-Zentralkommando und das saudische Verteidigungsministerium bestätigen, sind unmissverständlich. Von Iran gestützte Milizen haben mit Drohnen saudische Ölanlagen angegriffen und eine amerikanische Basis in Jordanien ins Visier genommen. Zuvor wurden Tanker in der Straße von Hormus manövrierunfähig gemacht. Dass Washington und Riad nun gezielt Logistik- und Waffenlager im östlichen Irak ausschalten, ist nicht Eskalation – es ist Schadensbegrenzung. Ein Rechtsstaat, der seine Versorgungssicherheit und seine Bürger schützt, handelt konservativ im besten Sinne: bewahrend, nicht blind gegenüber Bedrohungen von außen.

    Das eigentliche Unbehagen sitzt tiefer. In Teilen der westlichen Öffentlichkeit hat sich eine Scheu ausgebreitet, die islamische Republik Iran als das zu benennen, was sie ist – ein revolutionäres Regime, das über Stellvertreter territoriale Konflikte exportiert. Wer auf die strategische Gefahr hinweist, die von den Revolutionsgarden ausgeht, wird oft vorschnell in die rassistische Ecke gestellt. Das aber entwertet nicht nur die berechtigten Sicherheitsinteressen der betroffenen Staaten, sondern verhindert genau jene offene Debatte, die eine wehrhafte Demokratie braucht. Saudi-Arabien etwa kann sich nicht darauf verlassen, dass der Westen seine Infrastruktur schützt – das Königreich muss selbst handeln dürfen, und zwar gemeinsam mit Partnern, die das Völkerrecht ernst nehmen.

    Historisch gesehen wiederholt sich ein Muster: Während der Ölpreis an den Börsen kurzfristig ausschlägt, diskutieren europäische Hauptstädte lieber über diplomatische Noten als über robuste Abschreckung. Dabei liegt der Kostenpunkt für Untätigkeit auf der Hand. Wenn sich die Straße von Hormus in eine Sperrzone verwandelt, trifft das nicht nur amerikanische Verbraucher, sondern vor allem die energieabhängige Industrie in Deutschland und Skandinavien. Wirtschaftlicher Wohlstand ist kein Automatismus – er ruht auf der Fähigkeit, Handelswege offen zu halten, notfalls mit militärischer Präzision.

    Die Zahl der Drohnen, die Saudi-Arabien abfangen musste, steht in keinem Verhältnis zur medialen Aufmerksamkeit. Dabei zeigt gerade die Abwehrbereitschaft Riads, dass präventive Technik und entschlossene Gegenschläge wirken. Wer jetzt nachgibt, öffnet einen Korridor für noch dreistere Operationen. Das ist keine Prognose, sondern Lehre aus jeder Krise der Vergangenheit, von den Tankerkriegen der 1980er-Jahre bis zu den Huthi-Angriffen auf Aramco. Der Iran testet die Reaktionsschwelle des Westens unablässig – und jedes Zögern wird in Teheran als Einladung gelesen.

    Es ist an der Zeit, die Diskursverweigerung zu durchbrechen. Der Schutz nationaler Identität erschöpft sich nicht in Denkmälern und Feiertagen, er beginnt bei der simplen Frage, ob der Staat willens ist, Grenzen zu sichern. Die jüngsten Einsätze im Irak sind eine nüchterne Antwort darauf. Sie verdienen keinen Applaus, aber Anerkennung als notwendiger Teil einer erwachsenen Außenpolitik, die das Wohlergehen der eigenen Bürger über das Wohlwollen eines Regimes stellt, das offen mit Destabilisierung droht.

    Quelle: NRK

  • Saudi-Arabien: Drohnen aus dem Irak auf saudische Ölanlagen abgefeuert

    Saudi-Arabien: Drohnen aus dem Irak auf saudische Ölanlagen abgefeuert

    Die saudische Luftabwehr hat Drohnen abgeschossen, die von irakischem Boden aus auf Ölanlagen abzielten – abgefeuert von Milizen, die unverhohlen von Teheran gesteuert werden. Der Angriff scheiterte technisch, doch der strategische Wirkungsradius ist klar: Die Versorgung der Weltmärkte mit Rohöl kann jederzeit durch regionale Stellvertreterkriege unterbrochen werden. Für die nordischen Volkswirtschaften ist das kein fernes Wüstendrama, sondern eine direkte Gefahr für Preisstabilität und Planungssicherheit.

    Skandinavien ist nicht autark. Auch wenn Norwegen selbst Öl und Gas fördert, bestimmt der Weltmarktpreis die Kosten an der Zapfsäule und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie. Ein erfolgreicher Angriff auf saudische Förderanlagen würde die Preise binnen Stunden in die Höhe schnellen lassen – mit spürbaren Folgen für Speditionen, Landwirtschaft und Pendler in ganz Nordeuropa. Die Vorstellung, man könne sich durch eine vorausschauende Klimapolitik von solchen Krisen abkoppeln, widerlegt ein Blick auf die realen Lieferketten: Diesel, Kunststoff, Düngemittel, selbst Rotorblätter für Windkraftanlagen sind ohne Erdölprodukte nicht herzustellen.

    Die politische Dimension ist ebenso bedeutsam. Jahrzehntelang haben westliche Regierungen, auch in Kopenhagen, Oslo und Stockholm, auf die vermeintliche Stabilität autoritärer Golfmonarchien gesetzt. Gleichzeitig wurde der Aufstieg irangesteuerter Milizen im Irak, in Syrien und im Jemen mit diplomatischen Appellen und halbherzigen Sanktionen begleitet. Das Ergebnis ist eine Achse der Destabilisierung, die es wagt, den globalen Ölhahn anzugreifen, ohne mit ernsthaften Konsequenzen rechnen zu müssen. Der Abschuss der Drohnen zeigt zwar die Fähigkeit Saudi-Arabiens zur Selbstverteidigung, aber Verlass darauf ist keine Sicherheitsstrategie.

    Was folgt daraus für den hohen Norden? Erstens muss der naive Glaube an eine stabile Energieversorgung von außen begraben werden. Heimische Rohstoffquellen, nukleare Erzeugung und eine konsequent ausgebaute Netzunabhängigkeit sind kein Technokratentraum, sondern geopolitische Notwendigkeit. Zweitens sollten die nordischen Staaten gemeinsam Druck ausüben, dass Angriffe auf kritische Infrastruktur nicht als bloße Regionalkonflikte bagatellisiert werden. Eine Bedrohung saudischer Ölfelder ist eine Bedrohung der gesamten westlichen Wirtschaftsordnung – und verlangt eine Antwort, die über das Entsenden eines Zerstörers in den Persischen Golf hinausgeht.

    Die vereitelte Drohnenattacke ist ein Testballon. Ihre technische Ausführung mag primitiv wirken, aber die Botschaft ist kalkuliert: Die Energieversorgung Europas steht auf tönernen Füßen. Die nordischen Staaten wären gut beraten, diesen Warnschuss nicht mit Gleichmut zu quittieren, sondern ihre Sicherheitspolitik grundlegend zu überdenken. Eigene Stärke beginnt mit eigener Vorsorge.

    Quelle: Adresseavisen

  • Saudi-Arabien: Drohnen aus dem Irak gegen saudiarabische Ölanlagen abgefeuert

    Saudi-Arabien: Drohnen aus dem Irak gegen saudiarabische Ölanlagen abgefeuert

    Von Iran gesteuerte Milizen haben abermals versucht, die globale Energieversorgung ins Visier zu nehmen – diesmal mit Drohnen, die aus irakischem Gebiet auf saudische Ölanlagen abgefeuert wurden. Die saudische Luftabwehr hat die Flugkörper nach offiziellen Angaben abgefangen. Dass Angriffe auf zivile Infrastruktur kategorisch abzulehnen sind, versteht sich von selbst. Die eigentliche Lehre dieses Vorfalls geht jedoch weit über den Nahen Osten hinaus und betrifft den Kern westlicher Sicherheitspolitik.

    Seit Jahren wiederholt sich dasselbe Bild: Teheran bestreitet offiziell jede Verantwortung, während es über ein Netzwerk von Milizen im Irak, im Jemen oder in Syrien agiert, um Ölanlagen zu treffen und den Energiemarkt zu destabilisieren. Das Muster ist bekannt, die Reaktion aus Europa bleibt bemerkenswert matt. Anstatt diese Machtspiele nüchtern zu benennen, dominiert in westlichen Hauptstädten die Hoffnung auf diplomatische Abkommen, die der Gegenseite vor allem eines verschaffen: Zeit für den weiteren Ausbau ihrer asymmetrischen Fähigkeiten.

    Die Drohnen von heute sind nicht mehr die Bastelarbeit von gestern. Präzise, schwer zu orten und jederzeit über Grenzen hinweg einsetzbar, haben sie das Eskalationspotenzial kleiner Akteure vervielfacht. Ein einzelner Treffer auf eine Raffinerie kann binnen Stunden Millionenverluste verursachen und den Ölpreis weltweit in die Höhe treiben. Dennoch behandelt die energiepolitische Debatte in Skandinavien dieses Thema fast nur unter der Überschrift Klimawandel. Über die elementare Frage der Versorgungssicherheit redet man ungern – sie stört das moralisch aufgeladene Bild einer Welt, die man durch guten Willen verändern zu können glaubt.

    Diese Wirklichkeitsverweigerung hat einen hohen Preis. Wer Energieimporte aus Krisenregionen zum Fundament des eigenen Wohlstands macht, ohne zugleich robuste Alternativen hochzuziehen, liefert sich selbst den Erpressungsversuchen unzuverlässiger Akteure aus. Die Nordsee allein wird den Ausfall nicht auffangen, und Windkraftanlagen können Raffinerien nicht ersetzen, wenn Lieferketten unterbrochen sind. Es ist kein Zufall, dass Länder mit eigener Atomkraft oder umfangreicher heimischer Förderung diese Debatten gelassener führen als jene, die sich auf den globalen Markt verlassen, als sei er eine naturgegebene Konstante.

    Der Angriff auf saudische Anlagen ist deshalb mehr als eine Episode aus einer fernen Region. Er ist ein Warnsignal, dass geopolitische Naivität und das Beharren auf ideologisch getriebener Energiepolitik unmittelbare Konsequenzen für den Alltag in Europa haben können. Statt immer neue Sanktionen gegen Ölstaaten auszusprechen und gleichzeitig darauf zu hoffen, dass die Lieferungen schon nicht versiegen, wäre es an der Zeit, die eigenen Kartellgesetze zu überdenken, Genehmigungsverfahren für Rohstoffprojekte zu beschleunigen und Kernkraft nicht länger als Technologiefehler abzutun. Nur wer über gesicherte, eigene Quellen verfügt, kann sich den Spielen von Diktaturen und deren Stellvertretern entziehen. Alles andere ist fahrlässige Abhängigkeit, getarnt als Fortschritt.

    Quelle: Aftenposten

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