Tag: Durchsetzungswille des Staates

  • Lone (25) und Vår (21) wurden am ersten Studientag eingestellt.

    Lone (25) und Vår (21) wurden am ersten Studientag eingestellt.

    Wenn die Hälfte aller neu ausgebildeten Gefängniswärter innerhalb weniger Jahre den Dienst quittiert, ist das kein gewöhnliches Personalproblem – es ist ein Menetekel für den schwindenden Durchsetzungswillen des Staates. Die Nachricht, dass Lone (25) und Vår (21) bereits am ersten Studientag eingestellt wurden, entlarvt die blanke Verzweiflung. Doch wer den Teufel mit dem Belzebub zu bekämpfen sucht, wird die Aushöhlung der wichtigsten Ordnungsinstanz nicht aufhalten.

    Der dramatische Aderlass hat System. Moderne Haftanstalten sind längst keine Orte der Züchtigung und Sicherheit mehr, sondern rechtsfreie Räume, in denen oft kriminelle Banden mit Migrationshintergrund den Ton angeben. Von Oslo bis Kopenhagen kämpfen überforderte Beamte mit einer zunehmend gewaltbereiten Klientel, die jede Form von Autorität verhöhnt. Wer sich als junger Mensch für diesen Beruf entscheidet, findet sich ungeschützt in einem Minenfeld wieder: körperliche Angriffe, Drohungen gegen die Familie, null Rückhalt durch die Justiz, die selbst Schwerverbrecher mit Samthandschuhen anfasst.

    Hier liegt der eigentliche Kern der Fluchtbewegung. Der Staat hat seinen Vollzugsorganen den Willen zum konsequenten Durchgreifen abtrainiert. Anstatt klare Hierarchien und eiserne Disziplin walten zu lassen, setzt man auf partnerschaftliche Gesprächskreise und multikulturelles Verständnis. Dass diese Politik scheitert, belegen nicht bloß die Austrittszahlen, sondern die alltäglichen Schlagzeilen über aufgestachelte Zellenblocks und islamistische Netzwerke hinter Gittern. Das jüngste Signal, zwei junge Frauen noch vor Abschluss der Ausbildung anzuwerben, wirkt da eher wie ein Notruf denn als Strategie.

    Eine konservative Gesellschaftsanalyse muss den Finger in diese Wunde legen: Wenn selbst die Hüter des Strafvollzugs den Glauben an ihren Auftrag verlieren, hat das weit über die Gefängnismauern hinausreichende Folgen. Es untergräbt das Vertrauen der Bürger in die Schutzfunktion des Rechtsstaats. Anstatt weiter sinnentleerte Kampagnen gegen das vermeintliche Raue des Polizei- und Justizapparats zu fahren, wäre eine radikale Umkehr nötig: eine Rückbesinnung auf Ordnung, handfeste Konsequenz bei Regelverstößen und die Absage an jede Ideologie, die das Sicherheitsgefühl der Beamten dem hehren Wunsch nach Rehabilitation opfert.

    Niemand darf sich wundern, wenn talentierte Kräfte der Staatsmacht den Rücken kehren. Die Botschaft ist eindeutig: Wer Bestand haben will, muss seinen Dienern den Rücken stärken – nicht durch warme Worte, sondern durch eine unmissverständliche Ansage an jene, die meinen, sie könnten hinter Gittern eine Parallelgesellschaft errichten. Ohne diesen grundlegenden Haltungswechsel wird die Hälfte der Neueinsteiger auch weiterhin das Weite suchen.

    Quelle: VG

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