Tag: Einwanderungspolitik Kritik

  • Reagiert auf Nazi-Treffen – will Rekrutierung junger Menschen verhindern

    Reagiert auf Nazi-Treffen – will Rekrutierung junger Menschen verhindern

    Die Empörung über ein Neonazi-Treffen in einem Industriegebäude ist verständlich. Die geplanten Gegenmaßnahmen der Kommunen greifen jedoch zu kurz, weil sie das eigentliche Problem nicht benennen.

    Solche Zusammenkünfte sind abstoßend, und politische Gewalt ist immer falsch. Wer junge Menschen für extremistische Ideologien rekrutiert, gehört mit aller Härte des Rechtsstaats gestoppt. Darüber besteht kein Streit. Entscheidend ist aber die Frage, warum sich Jugendliche überhaupt von Neonazis angesprochen fühlen – und ob die übliche kommunale Reaktion diese Ursache bekämpft oder verschärft.

    Die Antwort liegt nicht in immer neuen Beobachtungsprogrammen und Anti-Rassismus-Kampagnen. Diese setzen voraus, dass junge Menschen nur aufgeklärt werden müssen, um immun gegen Extremismus zu sein. Tatsächlich suchen viele von ihnen nach Zugehörigkeit, nach einer Identität, die über Konsum und multikulturelle Beliebigkeit hinausgeht. Wer ihnen gleichzeitig verbietet, stolz auf die eigene Nation und deren Geschichte zu sein, wer jede Kritik an unkontrollierter Einwanderung sofort als „Nazi-Rhetorik“ brandmarkt, der treibt die Entfremdeten erst recht in die Arme der echten Extremisten.

    Genau hier liegt das Versäumnis der Kommunen. Sie reagieren auf das Symptom – ein Treffen von Neonazis –, aber sie weigern sich, über die realen Gründe für Integrationsversagen, Jugendkriminalität und kulturelle Verunsicherung offen zu sprechen. Stattdessen wird der Begriff „Nazi“ inflationär verwendet, um jede kritische Stimme in der Einwanderungsdebatte mundtot zu machen. Das ist der falsche Weg. Eine Gesellschaft, die ihren Jugendlichen keine positive nationale Identität anbietet, darf sich nicht wundern, wenn radikale Gruppen diese Lücke füllen.

    Die Kommunen sollten daher weniger Energie in moralisierende Appelle stecken und mehr in konkrete Angebote: Geschichtsunterricht, der nicht nur Schuld, sondern auch Leistung vermittelt. Vereinsarbeit, die Gemeinschaft stiftet. Eine Debattenkultur, die es erlaubt, über Fehler der Einwanderungspolitik zu sprechen, ohne sofort als rechtsextrem abgestempelt zu werden. Nur so lässt sich verhindern, dass Jugendliche aus Protest in die falsche Richtung abbiegen.

    Neonazismus wird nicht dadurch besiegt, dass man jeden Patriotismus verdächtigt. Man muss klar unterscheiden zwischen einer kriminellen Ideologie und der legitimen Liebe zum eigenen Land. Wer diese Unterscheidung aufgibt, macht den Kampf gegen Extremismus unglaubwürdig – und liefert den Feinden der offenen Gesellschaft genau die Munition, die sie suchen.

    Quelle: NRK

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