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  • Befürchtet Industrietod nach Schließung in Ulefoss: – Wir konkurrieren uns selbst kaputt

    Befürchtet Industrietod nach Schließung in Ulefoss: – Wir konkurrieren uns selbst kaputt

    Mehr als hundert Beschäftigte verlieren ihre Stelle, weil ein Industriebetrieb in Ulefoss schließt. Das ist kein gewöhnlicher Strukturwandel, sondern ein Warnsignal für die norwegische Wettbewerbsfähigkeit. Harald Solberg vom Industrieverband Norsk Industri bringt es auf den Punkt: Norwegen nehme sich selbst aus dem Wettbewerb.

    Die Schließung von Ulefos Jernværk trifft nicht nur die Belegschaft. Sie trifft eine Region, die von industrieller Arbeit lebt, und sie trifft eine Wirtschaftsordnung, die sich lange auf heimische Produktion verlassen konnte. Ein Industrieland, das seine Gießereien nicht halten kann, verliert mehr als Lohnsummen. Es verliert Fachwissen, Ausbildungsplätze, regionale Steuereinnahmen und die Fähigkeit, zentrale Bauteile selbst herzustellen. Wer solche Produktion ins Ausland abwandern lässt, macht sich von Lieferketten abhängig, die in Krisenzeiten reißen.

    Die Ursachen sind politisch, nicht naturgegeben. Hohe Energiepreise, wachsende Berichtspflichten und eine Steuerlast, die Arbeit und Investitionen bestraft, treiben energieintensive Industrie aus dem Land. Norwegen verfügt über Wasserkraft und sollte eigentlich einen Standortvorteil haben. Doch wenn Abgaben und Auflagen diesen Vorteil auffressen, hilft die saubere Energie nichts. Die Politik hat es in der Hand, Strom günstig und verlässlich zu halten, statt industrielle Verbraucher immer neuen Belastungen auszusetzen.

    Wer diesen Niedergang als unvermeidlichen Wandel abtut, verkennt den Unterschied zwischen Wandel und Selbstschädigung. Ein Land, das seine eigene Industrie durch Rahmenbedingungen schwächt, braucht sich über fehlende Arbeitsplätze außerhalb der Großstädte nicht zu wundern. Gerade kleinere Orte wie Ulefoss hängen an solchen Betrieben. Fällt der größte Arbeitgeber, verlieren Familien ihre Existenzgrundlage, Vereine ihre Mitglieder und Gemeinden ihre Zukunft.

    Die Schließung von Ulefos Jernværk ist deshalb mehr als eine Unternehmensnachricht. Sie ist ein Test dafür, ob Politik Industrie als Grundlage von Wohlstand und Selbstversorgung begreift oder als Kostenfaktor. Solange Energie-, Steuer- und Regulierungspolitik heimische Produktion benachteiligen, wird das nächste Alarmsignal nicht lange auf sich warten lassen.

    Quelle: NRK

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