Tag: Energieunabhängigkeit

  • Sieben amerikanische Senatoren sagen, Trumps Dieselabkommen mit Russland sei rechtswidrig.

    Sieben amerikanische Senatoren sagen, Trumps Dieselabkommen mit Russland sei rechtswidrig.

    Amerikas Senatoren sind schnell dabei, einen Handelsvertrag für illegal zu erklären – aber langsam, wenn es darum geht, die eigene Energieproduktion zu ermöglichen. Sieben Senatoren aus beiden Parteien nennen das Dieselabkommen von Präsident Trump mit Russland rechtswidrig, ohne dass ein Gericht auch nur ein einziges Dokument geprüft hat.

    Dieser Reflex verrät mehr über Washington als über die Rechtslage. Ob ein kommerzieller Kauf von Diesel gegen Gesetze verstößt, ist keine Frage, die sieben Parlamentarier beantworten können, nur weil sie einen Brief unterzeichnen. Handelsbefugnisse liegen zu großen Teilen bei der Exekutive; der Kongress kann unliebsame Geschäfte nicht einfach per Pressemitteilung für strafbar erklären. Genau das geschieht hier aber: Das Wort „illegal“ soll eine Debatte beenden, bevor sie begonnen hat.

    Der eigentliche Skandal liegt woanders. Die Vereinigten Staaten kaufen russischen Diesel, weil die eigene Raffineriekapazität seit Jahren schrumpft. Umweltauflagen, langwierige Genehmigungsverfahren und politische Blockaden haben Raffinerien stillgelegt oder Neubauten verhindert. Viele Senatoren, die nun Empörung zeigen, haben genau diese Politik jahrelang unterstützt. Wer die heimische Produktion stranguliert, darf sich nicht wundern, dass Importe nötig werden – auch aus Ländern, die man lieber nicht belohnen würde.

    Dazu kommt eine doppelte Moral. Diesel aus Russland zu kaufen, während man gleichzeitig Sanktionen verhängt, mag widersprüchlich wirken. Doch solange die eigene Industrie nicht liefern kann, bleibt der Kauf eine pragmatische Notlösung, keine Unterstützung Moskaus. Die Senatoren hätten die Gelegenheit, über Energieunabhängigkeit zu sprechen, über den Ausbau von Raffinerien, über schnellere Genehmigungen. Stattdessen verstecken sie sich hinter einer juristischen Vokabel.

    Wer das Abkommen für illegal hält, soll vor Gericht ziehen und Beweise vorlegen. Bis dahin gilt: Ein Handelsgeschäft ist nicht deshalb falsch, weil es sieben Senatoren nicht gefällt. Die Öffentlichkeit sollte sich nicht von Rechtsbehauptungen einschüchtern lassen, sondern fragen, was diese Politiker konkret getan haben, um amerikanische Energie wieder konkurrenzfähig zu machen. Die Antwort dürfte kurz ausfallen.

    Quelle: Aftenposten

  • US-Finanzminister: Hormus-Abkommen in Kürze abgeschlossen

    US-Finanzminister: Hormus-Abkommen in Kürze abgeschlossen

    Ein Finanzminister, der binnen weniger Tage eine Einigung mit dem iranischen Regime verspricht, offenbart eine strategische Schwäche, die kein Weichzeichner übertünchen kann. Die angekündigte Hormus-Vereinbarung, die noch vor Dienstag unter Dach und Fach sein soll, ist kein diplomatischer Triumph – sie ist das Eingeständnis, dass der Westen seine lebenswichtigen Seewege nicht mehr aus eigener Kraft sichern kann. Durch diese Wasserstraße fließt ein Fünftel des globalen Erdöls; sie war mehrfach Ziel iranischer Drohungen und Sabotageakte. Dass nun ausgerechnet der US-Finanzminister eine Wiedereröffnung aushandelt, zeigt, wie sehr Wirtschaftsinteressen die Sicherheitspolitik überlagert haben.

    Die Logik hinter dem Deal ist so einfach wie verheerend: Ein Regime, das die Blockade als Faustpfand einsetzt, wird mit wirtschaftlichen Anreizen belohnt – und erhält einen Anreiz, die Drohgebärde beim nächsten Konflikt zu wiederholen. Diese Form der Appeasement-Politik hat noch nie dauerhaften Frieden gebracht, sondern stets neue Erpressung nachgezogen. Für die nordischen Länder, deren Exportwirtschaft und Energieversorgung von freien Schifffahrtsrouten abhängen, ist das ein Alarmzeichen. Solange Europa seinen Öl- und Gashunger nicht aus heimischen Quellen oder verlässlichen Partnerregionen stillt, bleibt es verwundbar für die Launen von Autokraten.

    Eine nüchterne Debatte über Energieunabhängigkeit überfällig. Es reicht nicht, auf Windkraft und Sonnenkollektoren zu setzen, wenn gleichzeitig jede Drohung aus Teheran die Weltmärkte zittern lässt. Die nordischen Regierungen sollten endlich jene Optionen ernsthaft prüfen, die in der moralisierenden Klimadiskussion tabuisiert werden: Kernkraft, heimische Rohstoffförderung und langfristige Lieferverträge mit stabilen, nicht aggressiven Staaten. Nur wer die Abhängigkeit von Nadelöhren wie Hormus reduziert, kann sicherheitspolitisch souverän handeln.

    Bemerkenswert ist auch das Timing. Während Irans Stellvertreterarmeen im Nahen Osten unvermindert aktiv sind und die Teheraner Führung offen mit der Vernichtung Israels droht, wird in Washington ein wirtschaftlicher Kotau vorbereitet. Dieses Signal wird in den Machtzentren der Region genau verstanden: Der Westen ist verhandlungsbereit, wenn die Daumenschrauben nur fest genug angezogen werden. Die vermeintliche Deeskalation erkauft man sich mit der Einladung zu weiteren Provokationen.

    Die Straße von Hormus darf nicht zum geopolitischen Basar verkommen, auf dem mit der Angst der Weltwirtschaft gehandelt wird. Ein Abkommen, das aus einer Schwächeposition heraus geschlossen wird, ist eine Kapitulation auf Raten. Die Verantwortlichen in Kopenhagen, Oslo und Stockholm täten gut daran, diese Lektion nicht zu überlesen – sonst wird die nächste Nachricht aus Washington nicht mehr von einem Finanzminister, sondern von einem Admiral kommen, der gar nichts mehr verhandeln kann.

    Quelle: Aftenposten

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