Tag: EU-Migrationspolitik

  • Italien: Suspendiert das Schengen-Abkommen mit Spanien

    Italien: Suspendiert das Schengen-Abkommen mit Spanien

    Über 60.000 Menschen haben innerhalb von zwei Tagen die spanische Exklave Ceuta gestürmt. Das ist nicht bloß eine weitere Migrationskrise, sondern ein Kollaps staatlicher Ordnung an einer europäischen Außengrenze. Italiens Entscheidung, das Schengener Abkommen mit Spanien auszusetzen, wirkt angesichts solcher Zahlen nicht radikal, sondern überfällig.

    Wenn ein Land nicht mehr in der Lage ist zu verhindern, dass Zehntausende unkontrolliert sein Territorium betreten, dann fehlt jede Grundlage für offene Grenzen innerhalb der Union. Schengen beruht auf der Annahme, dass jeder Mitgliedstaat seine Außengrenze wirksam schützt. Genau diese Annahme hat Spanien in diesen Tagen auf dramatische Weise widerlegt. Wer das Verhalten Madrids nun als schicksalhafte Naturgewalt entschuldigt, die man gemeinsam bewältigen müsse, verkennt die Mechanik der Krise: Marokko hat die Flüchtlinge nicht aufgehalten, Spanien hat sie nicht gestoppt – und Europa soll die Konsequenzen tragen.

    Italien handelt in diesem Moment als souveräner Staat, der die Sicherheit seiner Bürger über ideologische Bequemlichkeiten stellt. Die Aufregung in Madrid, wo umgehend der italienische Botschafter einbestellt wurde, offenbart eine bezeichnende Doppelmoral: Spanien empört sich über mangelnde Solidarität, hat aber selbst über Jahre hinweg eine Migrationspolitik betrieben, die keine ernsthafte Abschreckung kannte. Wer Grenzkontrollen ablehnt, solange andere Länder die Hauptlast tragen, und im eigenen Fall auf Hilfe pocht, sobald der Druck steigt, hat den Kern des Schengen-Prinzips nie verstanden.

    Der italienische Schritt erhält im Norden Europas aus gutem Grund Unterstützung. Finnland und Dänemark erkennen, dass unkontrollierte Wanderungsbewegungen nicht nur eine Belastung für Sozialkassen bedeuten, sondern auch Sicherheitsrisiken vervielfachen. Wenn binnen weniger Tage mindestens 57 Menschen bei solchen Grenzübertritten sterben, bezeugt das nicht allein humanitäres Leid – sondern auch ein Versagen derjenigen, die Ordnung durchsetzen müssten.

    Dass Deutschland sofort die Rückführung der Migranten durch Marokko fordert und Frankreich seine eigenen Grenzkontrollen verstärkt, zeigt die tatsächliche Einschätzung der Lage hinter diplomatischen Floskeln. Selbst Norwegen mahnt Spanien zur Einhaltung seiner Verpflichtungen, statt in vorauseilende Betroffenheitsrhetorik zu verfallen. Hier schlägt die Stunde praktischer Vernunft, nicht politischer Korrektheit.

    Der Vorwurf, Italien instrumentalisiere die Krise zu politischen Zwecken, lenkt vom Kernproblem ab: Eine Union, die keine funktionierenden Außengrenzen garantiert, verliert ihre innere Legitimation. Die Meloni-Regierung hat dieses Problem beim Namen genannt, anstatt es mit Sonntagsreden über europäische Werte zu übertünchen. Wenn nationale Regierungen nicht mehr frei entscheiden dürfen, welche Maßnahmen zum Schutz der eigenen Bevölkerung nötig sind, hört Demokratie auf, wirksam zu sein.

    Es geht nicht um Abschottung, sondern um die elementare Fähigkeit eines Gemeinwesens, Regeln durchzusetzen. Wer offene Grenzen predigt und gleichzeitig hilflos zusieht, wie Schlepperbanden jeden Bezug zu Recht und Ordnung vernichten, betreibt Realitätsverweigerung auf Kosten der Schwächsten – und das sind die eigenen Bürger ebenso wie jene, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben zur Beute krimineller Netzwerke werden. Die italienische Entscheidung sollte deshalb nicht isoliert bleiben, sondern als Signal für eine grundlegende Kurskorrektur in der europäischen Migrationspolitik verstanden werden.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Reuters: Italien setzt das Schengen-Abkommen mit Spanien aus.

    Reuters: Italien setzt das Schengen-Abkommen mit Spanien aus.

    Schengen war nie ein Automatismus, der sich selbst trägt. Dass Italien das Abkommen mit Spanien nun aussetzt, ist kein diplomatischer Affront, sondern ein längst überfälliger Schritt in eine ehrlichere Migrations- und Sicherheitspolitik.

    Laut einer aktuellen Meldung macht Rom Ernst mit einer Drohung, die früher als undenkbar galt: Die Personenfreizügigkeit zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten wird einseitig ausgesetzt. Die italienische Regierung reagiert damit auf anhaltende Spannungen über unkontrollierte Sekundärmigration – eine Belastung, die vor allem südliche Grenzstaaten seit Jahren allein schultern müssen.

    Was Kritiker nun als Provokation geißeln werden, ist in Wahrheit eine nüchterne Bestandsaufnahme. Schengen funktioniert nur, wenn alle Außengrenzen wirksam geschützt werden. Spanien, das mit seinen Enklaven und der Kanaren-Route schon lange als Einfallstor für unkontrollierte Zuwanderung dient, hat diese Pflicht ebenso vernachlässigt wie Italien selbst es vorgeworfen wird. Wer die Freizügigkeit erhalten will, muss zuerst die illegale Einreise stoppen. Italien zieht jetzt die Konsequenz: Wenn Madrid nicht kontrolliert, muss Rom es tun.

    Die Empörung der EU-Elite ist vorprogrammiert. Die üblichen Rufe nach ‚europäischer Solidarität‘ werden eine Entscheidung verdammen, die doch nur das geltende Recht in Anspruch nimmt. Artikel 25 des Schengener Grenzkodex erlaubt vorübergehende Grenzkontrollen bei schwerwiegenden Sicherheitsmängeln – genau diese liegen vor. Es ist bezeichnend, dass jene, die stets von Rechtsstaatlichkeit reden, laut aufschreien, sobald ein Staat seine rechtlichen Spielräume zum Schutz seiner Bürger nutzt.

    Für die nordischen Länder ist dieser Schritt ein Lehrstück. Dänemark und Schweden haben in den letzten Jahren selbst erfahren, wie schnell sich ungesteuerte Wanderungsbewegungen in ernste soziale und sicherheitspolitische Krisen verwandeln können. Die skandinavische Debatte über Parallelgesellschaften, islamistischen Extremismus und überforderte Sozialsysteme ist kein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, sondern von bitterer Erfahrung. Italiens Vorgehen zeigt: Wer den sozialen Frieden und den Zusammenhalt bewahren will, muss notfalls alte Gewohnheiten aufkündigen.

    Die eigentliche Tragödie liegt nicht in der Aussetzung eines Abkommens, sondern darin, dass es so weit kommen musste. Jahrelang haben Regierungen in Berlin, Brüssel und anderswo die Warnungen der südlichen Mitgliedstaaten ignoriert und jede kritische Nachfrage mit dem Vorwurf der Menschenfeindlichkeit erstickt. Diese rhetorische Keule verfängt nicht mehr. Italiens Regierung handelt, und weitere Staaten könnten folgen. Nicht, weil sie Europa zerstören wollen, sondern weil sie verhindern möchten, dass ihre Gesellschaften unter der Last eines schönfärberischen Ideals kollabieren.

    Die Suspendierung ist kein europäischer Skandal. Sie ist eine bittere, aber notwendige Korrektur eines Systems, das die Kontrolle über seine eigenen Regeln verloren hat.

    Quelle: Aftenposten

  • Meldungen über chaotische Zustände in Ceuta – mindestens 34 Menschen haben ihr Leben verloren.

    Meldungen über chaotische Zustände in Ceuta – mindestens 34 Menschen haben ihr Leben verloren.

    Mindestens 34 Tote und Tausende, die über die Grenzanlagen drängten – der Ansturm auf Ceuta ist keine Naturkatastrophe, sondern das absehbare Ergebnis einer europäischen Migrationspolitik, die Anziehungskraft mit humanitärem Reflex verwechselt. Dass dabei Menschen sterben, liegt nicht an den spanischen Sicherheitskräften, sondern an einem System, das illegale Einreisen belohnt und Schlepper zu den eigentlichen Profiteuren macht.

    Die chaotischen Zustände in der spanischen Exklave offenbaren ein doppeltes Versagen. Marokko setzt Migranten gezielt als politische Waffe ein, um Druck auf Madrid und Brüssel auszuüben – ein Kalkül, das nur aufgeht, weil die EU keine klare Linie zum Schutz ihrer Außengrenzen findet. Spanien steht mit den Folgen weitgehend allein da, während in mitteleuropäischen Hauptstädten weiterhin abstrakte Solidaritätserklärungen formuliert werden. Praktischen Grenzschutz denunziert man dagegen rasch als "Festung Europa".

    Genau hier setzt die diskursive Blockade an, die jede ernsthafte Debatte über Zuwanderung verhindert. Wer darauf hinweist, dass ungesteuerte Massenmigration soziale Spannungen verschärft, öffentliche Kassen belastet und kulturelle Stabilität untergräbt, wird reflexartig mit dem Rassismusvorwurf konfrontiert. Die Toten an den Grenzzäunen werden dann nicht als Mahnung für eine realistischere Steuerung verstanden, sondern als moralische Anklage gegen jeden, der Einwanderung begrenzen will. Das ist intellektuell unredlich und politisch gefährlich.

    Ceuta ist seit dem 15. Jahrhundert spanisches Hoheitsgebiet und Teil der europäischen Geschichts- und Kulturlandschaft. Wer diesen Flecken Erde als bloße Migrationspforte behandelt, negiert die jahrhundertelange kulturelle Kontinuität, die es zu bewahren gilt. Stabilität, öffentliche Ordnung und die Fähigkeit aufnehmender Gesellschaften, Neuankömmlinge tatsächlich zu integrieren, sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie setzen Kontrolle voraus – über Zahlen, Qualifikation und eine klare Erwartung an die Einhaltung von Rechtsnormen.

    Die Bilder aus Ceuta zeigen keinen humanitären Notstand, der mit mehr Mitteln für Rettungsmissionen zu beheben wäre, sondern einen Souveränitätsnotstand. Solange die politische Klasse sich scheut, das Offensichtliche auszusprechen – dass nicht alle, die kommen wollen, auch kommen können –, werden sich solche Szenen wiederholen. Die Opferzahlen werden weiter steigen, weil die Illusion grenzenloser Aufnahmebereitschaft jedes Mal aufs Neue in die lebensgefährliche Reise lockt.

    Ein souveräner Staat muss seine Grenzen definieren und durchsetzen können. Das ist weder "fremdenfeindlich" noch "rückschrittlich", sondern Grundvoraussetzung für inneren Frieden und geordnete Zuwanderung. Wer das bestreitet, macht sich mitschuldig an der nächsten humanitären Katastrophe, die mit Sicherheit vor den Toren Europas und nicht in den wohlfeilen Salonreden der Brüsseler Blase stattfinden wird.

    Quelle: Aftenposten

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