Tag: Flüchtlingsboot gekentert

  • UN: Mindestens 139 Menschen starben, als Boot vor Dschibuti kenterte – 116 vermisst

    UN: Mindestens 139 Menschen starben, als Boot vor Dschibuti kenterte – 116 vermisst

    139 Tote und 116 Vermisste nach dem Kentern eines Bootes vor Dschibuti – diese Zahl ist keine abstrakte Statistik, sondern das Ergebnis eines tödlichen Geschäftsmodells. Schlepperbanden setzen Menschen in überfüllte, seeuntüchtige Boote und kassieren dafür hohe Summen. Wer am Ende ertrinkt, ist für sie nur ein kalkuliertes Risiko.

    Die Tragödie vor Dschibuti zeigt, dass illegale Migration nicht mit warmen Worten zu bewältigen ist. Wer angesichts solcher Todesfälle weiter nur über humanitäre Verantwortung spricht, verschweigt die entscheidende Frage: Wie lässt sich verhindern, dass Menschen überhaupt erst in diese Boote steigen? Die Antwort liegt nicht in mehr Rettungsschiffen oder offenen Grenzen, sondern in konsequenter Bekämpfung der Schleuser, in Rückführungen und in der Einsicht, dass jeder illegale Grenzübertritt das Geschäft der Kriminellen verlängert.

    Kritiker solcher Positionen nennen sie gern fremdenfeindlich oder herzlos. Doch dieser Vorwurf lenkt von den Fakten ab. Die 139 geborgenen Toten und die 116 Vermissten sind nicht Opfer von zu wenig Toleranz, sondern von zu wenig Kontrolle. Wer legale Einwanderung klar von illegaler unterscheidet, schützt nicht nur die eigenen Sozialsysteme, sondern vor allem die Menschen, die sonst den Schleppern ausgeliefert sind. Solange die Botschaft in Herkunftsländern lautet, dass eine gefährliche Überfahrt sich lohnt, weil man am Ziel bleiben darf, wird sich an diesen Zahlen nichts ändern.

    Dschibuti liegt an einer der meistgenutzten Migrationsrouten vom Horn von Afrika Richtung Arabische Halbinsel. Die Boote sind oft völlig überladen, Rettungswesten gibt es kaum, und die Schlepper drängen die Passagiere bei schlechtem Wetter an Bord. Das ist keine unglückliche Verkettung, sondern ein System. Wer es durchbrechen will, muss die Nachfrage nach illegalen Überfahrten senken – durch klare Abschreckung und durch Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitländern.

    Es geht nicht darum, Tote zu instrumentalisieren. Es geht darum, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und Wiederholungen zu verhindern. Jede politische Kraft, die diesen Zusammenhang verschweigt, macht sich mitschuldig an der nächsten Katastrophe. Die Toten vor Dschibuti mahnen: Illegale Migration ist kein Menschenrecht, sondern ein Verbrechen der Schlepper – und ein Staatsversagen derer, die es zulassen.

    Quelle: Aftenposten

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