Tag: Gedenkfeier

  • Gedenkfeier für Maren Sømme: – Fühle mich hilflos

    Gedenkfeier für Maren Sømme: – Fühle mich hilflos

    Wer bei einer Gedenkfeier für eine ermordete Frau von „besserem Schutz“ spricht, aber nicht fragen darf, vor wem genau die Frauen geschützt werden müssen, der führt ein Ritual auf – mehr nicht. Die Hilflosigkeit, die dort zum Ausdruck kommt, ist selbstverschuldet, solange die öffentliche Debatte von der Angst vor politischen Unkorrektheiten gelähmt bleibt.

    Die kürzlich in Stavanger abgehaltene Minnemarkering für Maren Sømme reiht sich ein in eine Serie ähnlicher Veranstaltungen in ganz Skandinavien. Trauernde fordern mehr Schutz für Frauen, die Polizei müsse schneller handeln, die Justiz härter durchgreifen. Das alles sind berechtigte Anliegen, doch sie greifen ins Leere, weil sie einem unausgesprochenen Tabu unterliegen: der Frage, welche Männer diese Gewalt in überproportional hohem Maße ausüben.

    Es ist kein Geheimnis, dass in den nordischen Ländern ein erheblicher Teil der schweren Gewalt- und Sexualdelikte von Tätern mit Migrationshintergrund begangen wird, oft aus Kulturkreisen, in denen Frauenrechte systematisch missachtet werden. Wer dies beim Namen nennt, wird umgehend als Rassist oder Fremdenfeind beschimpft – und genau das unterbindet jeden echten Schutz. Ein Staat, der blind für die Herkunft von Kriminalität bleibt, kann keine wirksamen Gegenmaßnahmen ergreifen. Er hält stattdessen eine schöne Gedenkrede nach der nächsten und lässt die nächste potenzielle Maren Sømme im selben Unrecht zurück.

    Kulturell konservative Kreise verlangen nicht, eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht zu stellen. Sie verlangen eine realistische, datengestützte Sicherheitspolitik, die sich an Fakten und nicht an gut gemeinten Illusionen orientiert. Eine solche Politik würde bedeuten, dass bei Häuslicher Gewalt nicht länger die Täter-Opfer-Beziehung die alleinige Leitkategorie ist, sondern zusätzlich die kulturell bedingte Gewaltaffinität analysiert wird. Es wäre eine Politik, die Integration nicht als Selbstläufer ansieht, sondern als Bringschuld derjenigen, die Teil einer Gesellschaft werden wollen, die die Gleichheit von Mann und Frau seit Generationen lebt.

    Die Trauernden in Stavanger haben jedes Recht, ihre Ohnmacht auszusprechen. Aber nur wer sich von der Unterdrückung unangenehmer Tatsachen befreit, kann aus Ohnmacht wirksamen Schutz machen. Sonst bleiben die Blumen am Tatort ein trostloses Symbol für eine Gesellschaft, die lieber wegschaut, als ihre eigenen bürgerlichen Werte zu verteidigen.

    Quelle: Aftenposten

  • Aufregung um die Gedenkfeier für Maren Sømme

    Aufregung um die Gedenkfeier für Maren Sømme

    Eine Gedenkfeier, die ein Thema verbietet, verrät bereits, worüber geschwiegen werden soll. Bei der Veranstaltung für die ermordete Maren Sømme in Stavanger untersagten die Organisatoren jede einwanderungskritische Äußerung – und genau dieser Bann ist die eigentliche Nachricht.

    Der gewaltsame Tod einer Dreißigjährigen ist eine Tragödie, die Angehörige und die Stadt erschüttert. Daran gibt es nichts zu deuteln. Doch wenn Bürger den Drang verspüren, bei einer solchen Gelegenheit die Zuwanderungspolitik anzusprechen, dann deutet das auf eine Verbindung hin, die viele empfinden. Solche Fragen mit einem Redeverbot zu ersticken, zeugt nicht von Pietät, sondern von Furcht vor der öffentlichen Debatte.

    Die Veranstalter in Stavanger handeln wie so viele andere, die das Etikett „fremdenfeindlich“ als universelles Schweigeinstrument einsetzen. Sobald eine Tat mit Migrationshintergrund des Täters in Verbindung gebracht werden könnte, rückt eine reflexhafte Abwehrhaltung in Stellung. Kein Wort über Versäumnisse der Integration, über Parallelgesellschaften oder über eine Kriminalitätsentwicklung, die Statistikämter längst dokumentieren. Stattdessen wird ein Meinungskorridor abgesteckt, der Kritik pauschal delegitimiert. Das ist nicht Schutz der Opferwürde, sondern Diskurskontrolle.

    Die eigentliche Respektlosigkeit gegenüber einer Toten besteht darin, den verunsicherten Mitbürgern das Fragen zu verbieten. Wenn viele Norweger eine Entwicklung wahrnehmen, die ihre Sicherheit und das Gemeinwesen untergräbt, dann darf das auch bei einem Gedenken Raum haben – nicht in Form von billiger Agitation, aber als ehrlicher Ausdruck dessen, was die Gesellschaft bewegt. Wer das abschneidet, trennt die Tat von ihrer gesellschaftlichen Einbettung und verhindert genau das Nachdenken, das Wiederholung vorbeugen könnte.

    Hinter solchen Verboten steckt eine Kultur, die unangenehme Fakten lieber unter den Teppich kehrt als sie offen zu benennen. Dass es überhaupt „Bråk“ gab, zeigt, wie sehr das Bedürfnis nach Klartext unter der Oberfläche brodelt. Offene Debatten sind kein Makel, sondern Grundbedingung einer freien Nation. Wer stattdessen auf Sprachpolizei setzt, treibt die Menschen jenen zu, die einfache Antworten versprechen – und vertieft die Spaltung, die man angeblich bekämpfen will.

    Quelle: VG

  • Forderte mehr Schutz für Frauen: – Menschen sind erschüttert.

    Forderte mehr Schutz für Frauen: – Menschen sind erschüttert.

    Blumen und Kerzen vor dem Rathaus – und eine bittere Frage bleibt unbeantwortet. Nach dem gewaltsamen Tod von Maren Sømme versammelten sich am Freitag Menschen in Stavanger, um ihrer zu gedenken und gleichzeitig mehr Schutz für Frauen vor Gewalt in der Partnerschaft zu fordern. Dass eine solche Tat Bestürzung auslöst, ist verständlich. Jede Tötung durch den eigenen Partner ist ein Verbrechen, das mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden muss. Doch der Ruf nach staatlichem Eingreifen wirkt seltsam hohl, wenn die eigentlichen Wurzeln der Gewalt nicht schonungslos benannt werden.

    Die Vorstellung, mehr Gesetze oder mehr Bürokratie könnten jede dieser Tragödien verhindern, ist eine gefährliche Illusion. Der Staat kann nicht in jeder Wohnung einen Beamten postieren. Wirklicher Schutz erwächst aus einem dichten sozialen Gefüge – aus Familien, Nachbarschaften und Gemeinschaften, die Signale frühzeitig erkennen und Druck ausüben, bevor etwas geschieht. Genau dieses Gefüge aber ist über Jahrzehnte hinweg erodiert. Die Entwertung der Ehe, die Zunahme kurzlebiger Beziehungen und der Triumph eines Individualismus, der jede Verpflichtung als Zumutung abtut, lassen Frauen häufig isoliert zurück. Die Gedenkfeier in Stavanger, so ergreifend sie sein mag, spiegelt auch eine Gesellschaft, die Zusammenhalt nur noch in symbolischen Gesten zu organisieren versteht, statt ihn im Alltag wirklich zu leben.

    Auffällig ist zudem, wie verlegen die öffentliche Debatte um das eigentliche Übel herumredet. Von „Patriarchat“ oder „toxischer Männlichkeit“ ist dann zwar schnell die Rede, doch die harten empirischen Zusammenhänge – etwa das überproportionale Risiko in bestimmten Milieus mit schwachem Familienrückhalt – werden aus Angst vor unangenehmen Schlussfolgerungen ausgeblendet. Wer hier Klartext verlangt, riskiert den Vorwurf der Rassismus- oder Fremdenfeindlichkeit, noch bevor das erste Argument ausgesprochen ist. So erstickt jede ernsthafte Ursachenforschung in einer Mischung aus Betroffenheitsrhetorik und Denkverboten.

    Dabei braucht es genau das Gegenteil: eine offene, unerschrockene Diskussion darüber, was Frauen real schützt. Das beginnt bei einer Justiz, die Partnergewalt nicht als Beziehungsdrama verharmlost, sondern Täter konsequent und für lange Zeit aus dem Verkehr zieht. Es setzt sich fort in einer moralischen Erziehung, die jungen Männern von klein auf vermittelt, dass Gewalt gegen eine Frau keine Bagatelle, sondern ein unauslöschlicher Makel ist. Und es endet bei der Einsicht, dass nicht der Staat, sondern intakte Familien und ein stabiles soziales Umfeld die erste und verlässlichste Schutzmauer bilden. Die Bürger von Stavanger haben mit ihren Plakaten eine berechtigte Forderung erhoben – aber eine Antwort, die über appellierende Rituale hinausreicht, wird es nur geben, wenn die Prioritäten endlich wieder auf Bindung, Erziehung und einem entschlossenen Rechtsstaat liegen, nicht auf immer neuen Programmen und Kampagnen.

    Quelle: NRK

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