Tag: Haftüberstellung Norwegen

  • Norwegischer 19-Jähriger wegen Mordplänen in England zu 20 Jahren verurteilt

    Norwegischer 19-Jähriger wegen Mordplänen in England zu 20 Jahren verurteilt

    Die britische Justiz hat gesprochen: 20 Jahre Gefängnis, davon mindestens 13, für einen 19-Jährigen aus Stavanger, der in London einen Mord plante. Noch bevor das Urteil rechtskräftig ist, arbeitet die Verteidigung bereits an der Überstellung nach Norwegen – mit dem klaren Ziel, die Haftzeit zu verkürzen.

    Dass ein geplanter Mord zutiefst verwerflich ist, bedarf keiner Erörterung. Die eigentliche Nachricht dieses Falls liegt woanders: Ein Jusprofessor bestätigt, dass das britische Urteil die Chancen auf eine Überführung nach Norwegen erhöhe. Das ist kein juristisches Detail, sondern ein Skandal. Ein norwegischer Staatsbürger begeht im Ausland eine schwere Straftat, wird nach britischem Recht verurteilt, und die Heimat reagiert nicht mit dem Willen zur Sühne, sondern mit dem Versuch, die Strafe zu minimieren. Dieses Verhalten verhöhnt die britische Justiz, die potenziellen Opfer und den Grundsatz, dass schwerste Gewaltkriminalität überall gleich geahndet werden muss.

    Der Fall offenbart eine tiefe Schieflage im norwegischen Strafrecht. Während England für einen geplanten Mord 20 Jahre mit einer Mindestverbüßung von 13 Jahren vorsieht, liegt die Höchststrafe in Norwegen bei 21 Jahren – und die tatsächliche Haftzeit fällt oft erheblich kürzer aus. Der norwegische Strafvollzug setzt stark auf Resozialisierung, was bei vielen Delikten sinnvoll sein mag. Doch bei terroristischen Planungen oder geplanten Morden geht es zuerst um den Schutz der Gesellschaft. Wer einen Mord vorbereitet, hat gezeigt, dass er eine unmittelbare Gefahr darstellt. Ihn nach wenigen Jahren wieder auf die Straße zu lassen, ist fahrlässig.

    Die norwegischen Behörden sollten eine Überstellung ablehnen oder zumindest sicherstellen, dass die in England verhängte Mindestzeit vollständig verbüßt wird. Alles andere wäre ein fatales Signal: Wer im Ausland schwere Straftaten begeht, kann sich darauf verlassen, in der Heimat vergleichsweise glimpflich davonzukommen. Das untergräbt die Abschreckung und die internationale Zusammenarbeit in Strafsachen.

    Die Debatte über das norwegische Strafniveau wird oft mit moralisierenden Floskeln erstickt. Doch die Bürger haben ein Recht darauf, dass der Staat ihre Sicherheit ernster nimmt als die Bequemlichkeit eines Verurteilten. Dieser Fall aus London ist ein Beleg dafür, dass Norwegen seine Strafrechtspraxis bei schweren Gewaltdelikten grundlegend überdenken muss – und zwar bevor der nächste 19-Jährige auf die Idee kommt, sein Glück im Ausland zu versuchen, weil die Heimat ohnehin milde ist.

    Quelle: NRK

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