Tag: Hassprediger

  • Schlechter Vorschlag, aber gut gemeint.

    Schlechter Vorschlag, aber gut gemeint.

    Die Formel ist so bekannt wie wirkungslos: Sobald die Rede auf islamistische Radikalisierung kommt, ertönt der Ruf, man müsse die muslimischen Gemeinschaften ins Boot holen. Genau diesen Reflex bedient nun ein neuer Vorstoß, dessen Überschrift bereits das Problem benennt: „Schlechter Vorschlag, aber gute Absicht“. Der Kernsatz dahinter – „Wir müssen die muslimischen Milieus im Kampf gegen Radikalisierung an unserer Seite haben“ – mag als Einladung daherkommen, ist aber in Wahrheit eine Bankrotterklärung.

    Denn der Ansatz setzt voraus, was erst bewiesen werden soll: dass es geschlossene, durch religiöse Zugehörigkeit definierte Milieus gibt, die als eigenständige Verhandlungspartner auftreten können. Damit wird das ethnische und religiöse Schneeballsystem der vergangenen Jahrzehnte nicht nur hingenommen, sondern aktiv zementiert. Statt klare Forderungen an jeden einzelnen Bürger zu stellen – unabhängig von Herkunft oder Glauben –, wird die Bevölkerung in Schubladen sortiert und das Problem genau jenen Akteuren überantwortet, in deren Dunstkreis die Radikalisierung oft genug erst gedeiht.

    Nüchtern betrachtet handelt es sich bei islamistischer Radikalisierung nicht um ein Kommunikationsdefizit, das sich durch gemeinsame Runde Tische beheben ließe. Es geht um handfeste Sicherheitsfragen, um die Durchsetzung von Gesetzen und um das Unterbinden von Hasspredigten sowie ausländischer Finanzierung. Wer stattdessen auf den „Dialog mit den Gemeinschaften“ setzt, verschiebt die Verantwortung von den Sicherheitsbehörden hin zu selbsternannten Vertretern, deren Legitimität und Loyalität häufig ungeprüft bleiben. Die Folge ist bekannt: Moderate Kräfte aus derselben Nachbarschaft, die sich längst vom Islamismus distanziert haben, geraten in die Defensive, während sich jene Imame und Funktionäre profilieren, die den öffentlichen Raum gezielt mit Opfererzählungen und Sonderrechtsforderungen besetzen.

    Die unbequeme Wahrheit, die hinter der wohlmeinenden Formulierung verschwindet, lautet: Integration ist keine Verhandlungssache zwischen Staat und Kollektividentitäten. Sie ist eine Bringschuld des Einzelnen. Wer auf Dauer in Norwegen leben will, hat Sprache zu lernen, das Recht zu achten und die kulturellen Grundlagen der Gesellschaft zu respektieren – ohne Wenn und Aber. Ein Paralleljustizsystem, häusliche Isolation oder die Ablehnung demokratischer Prinzipien lassen sich nicht durch „Einbindung“ befrieden, sondern nur durch konsequente Anwendung der bestehenden Gesetze und durch eine Asyl- und Einwanderungspolitik, die solche Entwicklungen gar nicht erst zulässt.

    Die Ironie liegt darin, dass der Vorschlag, die muslimischen Milieus an einen Tisch zu holen, ausgerechnet jenen in die Hände spielt, die jeden Hinweis auf misslungene Integration reflexartig als Islamfeindlichkeit brandmarken. Eine offene Debatte über die theologischen und kulturellen Wurzeln der Radikalisierung wird so im Keim erstickt. Wer die Sicherheit der Bevölkerung ernst nimmt, muss diesen Kreislauf durchbrechen und auf die Eigenverantwortung aller Bürger setzen – nicht auf die Stärkung religiöser Sonderblöcke.

    Quelle: Adresseavisen

  • Unge Venstre will die staatliche Förderung muslimischer Glaubensgemeinschaften streichen: – Wir müssen aufhören, sie mit Samthandschuhen anzufassen.

    Unge Venstre will die staatliche Förderung muslimischer Glaubensgemeinschaften streichen: – Wir müssen aufhören, sie mit Samthandschuhen anzufassen.

    Ein gescheiterter Dialog, finanziert mit Steuergeld. Während die politische Klasse jahrelang die Hände rang und um „interreligiöses Verständnis“ bat, haben sich in staatlich alimentierten Moscheen Prediger eingenistet, deren Weltbild mit einer offenen Gesellschaft nichts zu tun hat. Die Jugendorganisation der linksliberalen Partei Venstre hat nun eine Grenze gezogen – nicht aus Fremdenfeindlichkeit, sondern aus nüchterner Bestandsaufnahme.

    Unge Venstre fordert, muslimischen Trossamfunn die Unterstützung zu streichen, solange sie sich nicht unmissverständlich von extremistischen Predigern distanzieren. Die Kritik zielt auf einen Kernwiderspruch der skandinavischen Integrationspolitik: Man händigt Millionen aus und erwartet Dankbarkeit, erhält aber Parallelstrukturen, in denen Frauen herabgewürdigt und Ungläubige verachtet werden. Die Reaktionen aus den betroffenen Gemeinden folgen dem bekannten Drehbuch – sofort fallen Begriffe wie „Stigmatisierung“ und „Islamfeindlichkeit“. Solche reflexhaften Abwehrmanöver belegen gerade jenes fehlende Selbstreinigungspotential, das Unge Venstre anprangert.

    Der Vorstoß ist bemerkenswert, weil er aus einer politischen Richtung kommt, die sonst jede Kritik an religiösen Minderheiten mit Samthandschuhen anfasst. Wenn selbst der eigene Nachwuchs der etablierten Parteien erkennt, dass Großzügigkeit ohne Gegenseitigkeit gescheitert ist, sollte das ein Weckruf sein. Wer den norwegischen Staat um finanzielle Mittel bittet, muss dessen Werteordnung nicht nur tolerieren, sondern aktiv mittragen. Dazu gehört das klare Bekenntnis gegen Hassprediger, Antisemitismus und die Unterordnung der Frau – nicht als Lippenbekenntnis auf Norwegisch, während in der Gemeindesprache ganz andere Botschaften verbreitet werden.

    Dass die Forderung just in einer Woche kommt, in der Medien über versteckte Koranschulen und unkontrollierte Auslandsfinanzierung berichten, verleiht ihr zusätzliches Gewicht. Die Verteidiger des Status quo warnen vor einem Generalverdacht gegen alle Muslime. Doch genau diese Vermischung von legitimer Religionskritik mit pauschaler Diskriminierung ist das eigentliche Problem. Solange jede Forderung nach Transparenz und Reziprozität als rassistisch abgetan wird, bleibt der Raum für echte Reformen blockiert.

    Die norwegische Gesellschaft hat ein Recht darauf zu wissen, ob ihre Steuergelder letztlich Institutionen stärken, die ihre eigenen Grundlagen untergraben. Wer nichts zu verbergen hat, kann seine Bücher öffnen und unliebsame Prediger vor die Tür setzen. Wer das verweigert, stellt sich selbst ins Abseits – und muss dann eben ohne öffentliche Zuschüsse auskommen.

    Quelle: Aftenposten

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