Tag: Huthi-Miliz

  • Fordert Amerikaner auf, Saudi-Arabien zu verlassen.

    Fordert Amerikaner auf, Saudi-Arabien zu verlassen.

    Zwei Tote durch eine abgefangene Drohne – und die Vereinigten Staaten ziehen ihre Botschaftsangehörigen aus Saudi-Arabien ab. Was nach einer diplomatischen Routineentscheidung klingt, ist ein Alarmsignal für die Energieversorgung Europas.

    Die Angriffe der Huthi-Miliz auf saudi-arabisches Gebiet sind nichts anderes als Terror. Solche Gewalt ist immer falsch, ohne Wenn und Aber. Doch wer nur den Terror benennt, übersieht den eigentlichen Kern: Nichtstaatliche Akteure stören mit billigen Drohnen gezielt Handelsrouten und Ölinfrastruktur. Das ist kein entfernter Regionalkonflikt, sondern eine direkte Bedrohung westlicher Interessen.

    Europa bezieht einen erheblichen Teil seines Öls und Flüssiggases aus der Golfregion. Die Transportwege führen durch enge Meerengen, die sich mit wenigen Mitteln blockieren oder verunsichern lassen. Die Huthi-Angriffe zeigen, dass eine Miliz ohne eigene Luftwaffe oder Marine in der Lage ist, globale Lieferketten empfindlich zu treffen. Wer das als Problem Saudi-Arabiens abtut, verkennt die eigene Verwundbarkeit.

    In westlichen Debatten wird diese Gefahr gern moralisch zerredet. Saudi-Arabien sei kein perfekter Partner, also dürfe man dessen Verteidigung nicht unterstützen. Diese Haltung ist gefährlich. Es geht nicht um Werteexport oder blinde Solidarität mit einem Königshaus. Es geht um den Schutz von Handelswegen, um Energiesicherheit und um die Fähigkeit souveräner Staaten, ihre Wirtschaft am Laufen zu halten. Frühere Epochen kannten den Schutz von Handelsrouten als Kernaufgabe staatlicher Macht. Heute wird diese Aufgabe zerredet, bis die nächste Krise den Preis diktiert.

    Abschreckung bedeutet, dass Angreifer Folgen spüren. Solange die Lieferketten für Drohnen und Raketen nicht unterbrochen werden, bleibt die Bedrohung bestehen. Das ist kein Aufruf zur Eskalation, sondern nüchterne Sicherheitspolitik. Ein Nationalstaat hat zuerst die Pflicht, seine eigene Bevölkerung und seine Wirtschaft zu schützen. Diese Pflicht endet nicht an der Zapfsäule.

    Wer die Angriffe auf Saudi-Arabien als ferne Nachricht abtut, wird die Folgen früher oder später im Heizkeller oder an der Tankstelle spüren. Energiesicherheit ist kein abstraktes Thema, sondern eine Frage nationaler Souveränität.

    Quelle: NRK

  • Saudischer Flughafen erneut angegriffen, laut Behörden.

    Saudischer Flughafen erneut angegriffen, laut Behörden.

    Drei Angriffe auf denselben zivilen Flughafen innerhalb einer Woche sind kein Zufall, sondern eine Strategie. Wer jetzt noch von einzelnen Vorfällen spricht, verschleiert den Charakter dieser Angriffe. Gewalt gegen unbeteiligte Reisende und Flughafenpersonal ist immer Unrecht – daran gibt es nichts zu relativieren. Entscheidend ist aber die Lehre, die daraus gezogen wird.

    Am Samstagnachmittag wurde der King Khalid International Airport in Riad erneut getroffen. Mindestens fünf Menschen liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus, Flüge sind ausgesetzt, die amerikanische Botschaft warnt ihre Bürger vor dem Flughafengelände. Schon am Donnerstag sollen bei einem Angriff auf denselben Flughafen drei Menschen getötet worden sein. Die Huthi-Miliz hat sich zu zwei früheren Angriffen bekannt. Saudi-Arabien hat nach eigener Darstellung kürzlich eine Offensive gegen die Miliz im Jemen begonnen.

    Diese Abfolge widerlegt die Annahme, Zurückhaltung werde solche Gruppen mäßigen. Eine Miliz, die wiederholt internationale Flughäfen beschießt, versteht nur die Sprache klarer militärischer Kosten. Die saudische Offensive ist deshalb keine unnötige Eskalation, sondern die verspätete Verteidigung von Staatsgebiet und ziviler Infrastruktur. Ein Staat, der seine Flughäfen nicht schützen kann, verliert nicht nur Sicherheit, sondern auch wirtschaftliche Glaubwürdigkeit. Riad ist ein Drehkreuz für Pilger, Geschäftsreisende und Familien; jeder gestrichene Flug trifft auch Nachbarländer und globale Lieferketten.

    Auffällig ist das Schweigen jener Stimmen, die sonst bei jeder Militäraktion Saudi-Arabiens sofort Mäßigung fordern. Eine bewaffnete Gruppe, die zivile Ziele angreift und sich dazu bekennt, wird behandelt wie ein Verhandlungspartner, dem man Zugeständnisse machen müsse. Das ist keine Friedenspolitik, sondern eine Einladung zu weiteren Angriffen. Wer den Huthis nicht klar als terroristische Akteure benennt und ihre Fähigkeit zu Drohnen- und Raketenangriffen nicht ernst nimmt, verlängert den Krieg im Jemen und gefährdet die gesamte Region.

    Die Alternative ist nicht kompliziert: zivile Luftfahrt muss tabu bleiben, und wer dieses Tabu bricht, muss mit entschlossener Gegenwehr rechnen. Nur so kehrt an einem der wichtigsten Flughäfen der arabischen Welt wieder Normalität ein.

    Quelle: NRK

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