Tag: Jugendstrafanstalt

  • NRK enthüllt: Jedes dritte Kind bekommt ein längeres Vorstrafenregister, während es seine Strafe verbüßt

    NRK enthüllt: Jedes dritte Kind bekommt ein längeres Vorstrafenregister, während es seine Strafe verbüßt

    Jedes dritte Kind in einer norwegischen Jugendstrafanstalt wird während der Haft erneut verurteilt. Aus einem Streit um Mozzarella-Sticks wird so ein weiterer Eintrag im Strafregister. Das ist kein Einzelfall, sondern das sichtbare Ergebnis einer Erziehungsideologie, die Ordnung durch Verständnis ersetzen will.

    Die Einrichtungen für jugendliche Straftäter sind längst keine Orte der Besserung mehr, sondern Orte der Eskalation. Wenn ein 15-Jähriger von mehreren Vollzugsbeamten überwältigt werden muss, weil ein Streit um Essen außer Kontrolle gerät, hat die Anstalt ihre Autorität bereits verloren. Wer in einer solchen Umgebung jeden Konflikt als therapeutisches Problem behandelt, entzieht den Bediensteten die Möglichkeit, früh und klar Grenzen zu setzen. Am Ende bleibt nur noch der körperliche Zugriff – und ein neues Strafverfahren, das die Akte des Jugendlichen weiter belastet.

    Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ein Drittel der jungen Inhaftierten sammelt hinter Gittern weitere Verurteilungen. Jede dieser Verurteilungen verlängert den Weg zurück in ein geordnetes Leben. Aus einer kurzen Jugendstrafe wird auf diese Weise eine Karriere im Kreislauf von Vergehen und Bestrafung. Der Staat hat die elterliche Verantwortung übernommen, aber er kann sie offenbar nicht ausüben. Bevor diese Jugendlichen in staatliche Obhut kamen, haben in vielen Fällen Eltern versagt. Doch der Staat setzt dieses Versagen fort, indem er Beliebigkeit und Gefühlsgespräche an die Stelle von klarer Führung setzt.

    Jugendstrafe muss wieder Strafe sein. Das bedeutet keine Härte um der Härte willen, sondern eine feste Tagesstruktur, Arbeit, Schule und unmittelbare Folgen für Regelverstöße. Ein Jugendlicher, der lernt, dass Regelverstöße keine echten Folgen haben, lernt genau das Falsche. Wer stattdessen jedem jungen Täter vor allem als Opfer begegnet, macht ihn nicht stark, sondern handlungsunfähig. Die Einrichtungen brauchen Bedienstete, die als Autorität auftreten dürfen, nicht als Moderatoren endloser Konfliktgespräche.

    Wer auf diese Zustände hinweist, wird gern als rückständig bezeichnet. Doch die dokumentierte Wirklichkeit ist keine Frage der politischen Mode. Solange aus einem Streit um Mozzarella-Sticks ein neuer Strafregistereintrag wird, versagt das System auf ganzer Linie – zum Schaden der Jugendlichen und der Gesellschaft, die sie später wieder aufnehmen soll.

    Quelle: NRK

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