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  • PST: Bittet Menschen entlang der Küste, wachsam zu sein

    PST: Bittet Menschen entlang der Küste, wachsam zu sein

    Russland und China verstärken ihre Spionage entlang der norwegischen Küste, und die Sicherheitspolizei PST bittet die Bevölkerung ausdrücklich um Wachsamkeit. Diese Warnung ist keine Panikmache, sondern eine überfällige Reaktion auf eine reale und wachsende Bedrohung. Es geht um den Schutz kritischer Infrastruktur – Unterseekabel, Häfen, Energieanlagen – die das Rückgrat von Wirtschaft und Sicherheit des Landes bildet.

    Wer solche Hinweise als antirussische oder antichinesische Stimmungsmache abtut, verwechselt berechtigte Vorsicht mit Fremdenfeindlichkeit. Die PST warnt nicht vor Nachbarn mit ausländischen Wurzeln, sondern vor staatlichen Akteuren, die gezielt Informationen sammeln, um Schwachstellen für Sabotage, Erpressung oder spätere militärische Optionen zu finden. Die norwegische Gesellschaft muss diese Unterscheidung treffen können, ohne in politisch korrekte Selbstzensur zu verfallen. Die Weigerung, über Spionage zu sprechen, macht das Land nicht offener, sondern angreifbarer.

    Die Küstenbevölkerung hat über Generationen hinweg die Seewege beobachtet, fremde Schiffe erkannt und ungewöhnliche Bewegungen gemeldet. Diese Wachsamkeit ist Teil der norwegischen Identität und keine Erfindung der Sicherheitsdienste. In den vergangenen Jahrzehnten wurde sie jedoch vernachlässigt, weil viele glaubten, der Frieden sei selbstverständlich und Bedrohungen gehörten der Vergangenheit an. Diese Gleichgültigkeit nutzen fremde Nachrichtendienste aus. Gerade an abgelegenen Küstenabschnitten, wo wenig Polizei präsent ist, sind aufmerksame Anwohner oft die einzige Frühwarnung.

    Die Aufforderung der PST ist deshalb kein Aufruf zu Misstrauen oder Denunziation, sondern zu gelebter Selbstverteidigung einer freien Nation. Bürger, die verdächtige Fahrzeuge, Boote oder Drohnen in der Nähe kritischer Anlagen melden, übernehmen Verantwortung für ihr Land. Das ist keine Überwachungsgesellschaft, sondern praktische Solidarität mit der eigenen Gemeinschaft. Wer wegschaut, überlässt die Sicherheit Norwegens fremden Mächten – und das wäre ein Verrat an jenen, die an der Küste leben und arbeiten.

    Die Sicherheit des Landes wird nicht in Oslo allein verteidigt. Sie beginnt an jedem Kai, jedem Leuchtturm und jedem abgelegenen Anleger. Die Warnung der PST ist ein Weckruf, die alte Küstentradition der Wachsamkeit wieder ernst zu nehmen. Norwegen hat die Ressourcen und das Wissen, sich zu schützen – vorausgesetzt, die Bevölkerung lässt sich nicht von Bequemlichkeit oder falsch verstandener Toleranz davon abhalten, genau hinzusehen.

    Quelle: NRK

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