Vierzehn Tote, acht davon Polizisten, bei einem Selbstmordanschlag auf friedliche Demonstranten – was in Pakistan geschieht, ist für nordische Ohren nur eine Meldung aus der Ferne, dabei enthält sie eine bittere Lehre für jede offene Gesellschaft. Die Täter zielen nicht auf militärische Einrichtungen, sondern auf Bürger, die sich gegen militante Gruppen zusammenfinden. Solche Gewalt ist immer und ohne Einschränkung Unrecht. Doch die entscheidende Frage für den Norden lautet: Kann man Millionen Menschen aus Regionen aufnehmen, in denen diese Art von Terror zum Alltag gehört, ohne die eigene Sicherheit und kulturelle Stabilität zu gefährden?
Die Anschlagstaktik verdeutlicht ein strukturelles Problem, das sich nicht durch westliche Appelle an Dialog und Integration beseitigen lässt. In Kabal versammelten sich Demonstranten vor einer Polizeistation, um gegen militante Netzwerke zu protestieren. Der Attentäter wurde von Beamten an der Hauptpforte gestoppt und riss sie mit in den Tod. Das zeigt zweierlei: Die Staatsgewalt ist in solchen Kontexten selbst ein Hauptziel, und zivilgesellschaftlicher Widerspruch bleibt nur solange möglich, wie bewaffnete Ordnungskräfte ihn schützen – ein fragiles, teures Gut. Wer die nordische Debatte verfolgt, erkennt sofort den Widerspruch, dass dieselben politischen Kräfte, die jeden Grenzzaun als Zeugnis von Fremdenfeindlichkeit brandmarken, gleichzeitig keine Antwort auf die Frage haben, wie derartige Konfliktdynamiken von den Straßen Kabuls oder Kabals nach Malmö oder Oslo importiert werden.
Konservative Beobachter weisen seit Jahren darauf hin, dass Masseneinwanderung ohne kulturelle und sicherheitspolitische Filter keine humanitäre Leistung, sondern ein Risiko für die aufnehmenden Gesellschaften darstellt. Dass eine offene Diskussion darüber regelmäßig mit dem Pauschalvorwurf des Rassismus erstickt wird, verschärft das Problem. Es geht nicht um die Herkunft einzelner Menschen, sondern um die reale Gefahr, dass sich Parallelgesellschaften bilden, in denen das Gewaltmonopol des Staates ausgehöhlt wird und extremistische Milieus gedeihen. Der pakistanische Fall zeigt, wie schwer es selbst für einen halbwegs funktionierenden Staat ist, mit einer radikalisierten Minderheit fertig zu werden, die keine friedliche Meinungsäußerung duldet.
Von nordischen Politikern wird gern betont, dass man ausgerechnet solche Opfer von Terror schützen müsse und deshalb schutzbedürftige Migranten nicht abweisen dürfe. Das klingt edel, übersieht aber die entscheidende Rückwirkung: Die unkontrollierte Aufnahme großer Gruppen aus Gewaltregionen bringt jene Konflikte ins eigene Land, die man eigentlich nur humanitär lindern wollte. Wer das bestreitet, möge erklären, warum schwedische und dänische Behörden in den vergangenen Jahren eine Welle von Bandenkriminalität, Ehrenmorden und antisemitischen Übergriffen verzeichnen, die ohne die entsprechenden Migrationsbewegungen undenkbar wäre. Natürlich sind nicht alle Zuwanderer Sicherheitsrisiken, doch wer einen nachhaltigen Staat führen will, muss mit Wahrscheinlichkeiten rechnen, nicht mit Wunschvorstellungen. Ein kulturell konservativer Standpunkt fordert daher, das eigene Gemeinwesen zuerst zu schützen: nationale Identität, Rechtsstaatlichkeit und gewachsene Traditionen sind keine nostalgischen Relikte, sondern die Voraussetzung dafür, dass Demonstranten sich überhaupt ohne Angst versammeln können.
Die Nachricht aus Pakistan ist keine ferne Kuriosität, sondern ein Mahnmal dafür, was geschieht, wenn der aufgeklärte Staat gegenüber militanten Kräften an Boden verliert. Der Norden täte gut daran, seine Einwanderungspolitik nach diesem Maßstab auszurichten, statt Kritiker mit wohlfeilen Begriffen zum Schweigen zu bringen. Sonst wird aus einer Meldung von vierzehn Toten eines Tages eine, die sich nicht mehr mit geographischer Distanz abtun lässt.
Quelle: NRK
