Tag: Raketenangriffe

  • Medien: Explosionen in Kiew gehört

    Medien: Explosionen in Kiew gehört

    Wieder explodieren in einer europäischen Hauptstadt Raketen, wieder heulen die Sirenen. Die Berichte aus Kyiv in der Nacht zum Mittwoch sind keine ferne Kriegsmeldung. Sie sind ein Beweis dafür, dass Sicherheit nicht von selbst entsteht.

    Politische Gewalt ist immer Unrecht. Der Beschuss ziviler Gebiete und der Einsatz ballistischer Raketen gegen eine Stadt sind durch nichts zu rechtfertigen. Doch die eigentliche Lehre aus diesen Nachrichten liegt tiefer. Sie liegt in der Art, wie westliche Gesellschaften seit Jahrzehnten über Verteidigung denken.

    Wer die eigene Armee als lästigen Kostenfaktor behandelt, erntet irgendwann die Bilder aus Kyiv. Jahrzehntelang wurden Verbände verkleinert, Kasernen geschlossen, Munitionsdepots geleert. Das Argument war stets, der Frieden in Europa sei unumkehrbar. Dieselbe Haltung hat dazu geführt, dass viele Länder heute nicht einmal mehr ihre eigenen Grenzen wirksam kontrollieren können – geschweige denn einen Nachbarn entschlossen unterstützen.

    Die Ukraine verteidigt nicht nur ihr Territorium. Sie verteidigt den Grundsatz, dass nationale Souveränität und kulturelle Eigenständigkeit etwas wert sind. Ein Staat, der sein eigenes Erbe nicht schützen will, wird früher oder später von außen bedroht. Die Explosionen in Kyiv sind deshalb eine Mahnung an alle, die nationale Identität als altmodisch abtun oder Verteidigungsausgaben für überflüssig erklären.

    Es geht nicht um Aufrüstung um ihrer selbst willen. Es geht um die nüchterne Einsicht, dass Frieden auf Stärke beruht – nicht auf guten Absichten. Die Geschichte kennt genug Beispiele, in denen Nachgiebigkeit einen Aggressor ermutigt hat. Die Warnungen aus der ukrainischen Hauptstadt sind ein weiteres Kapitel in dieser traurigen Chronik. Wer daraus nichts lernt, wird die Sirenen irgendwann nicht mehr nur aus der Ferne hören.

    Die Verantwortung liegt auch bei den europäischen Regierungen. Sie haben jahrelang versprochen, Sicherheit sei billig zu haben. Jetzt rächt sich diese Haltung. Die Menschen in Kyiv zahlen den Preis dafür, dass andere zu lange weggeschaut haben. Ein Mindestmaß an politischer Vernunft verlangt, die Landesverteidigung wieder ernst zu nehmen – nicht als Symbol, sondern als tägliche Pflicht eines souveränen Staates.

    Quelle: NRK

  • USA, Saudi-Arabien und Iran mit neuen Angriffen im Nahen Osten – der Ölpreis steigt

    USA, Saudi-Arabien und Iran mit neuen Angriffen im Nahen Osten – der Ölpreis steigt

    Die Rohölpreise schossen in den frühen Morgenstunden um über drei Prozent nach oben, als die Nachrichtenagenturen erste Meldungen über eine neue Eskalation im Nahen Osten verbreiteten. Der Auslöser waren Raketenangriffe auf amerikanische Stützpunkte in Jordanien, die iranischen Revolutionsgarden zugeschrieben werden, sowie unmittelbare Gegenschläge der USA und Saudi-Arabiens. Diese Entwicklung beendete jäh eine kurze Phase der relativen Ruhe und setzte die fragile Energieversorgungskette erneut unter Schock.

    Politische Gewalt, gleich von welcher Seite, ist stets verwerflich. Sie trifft zuerst die einfachen Menschen vor Ort und beschädigt jenes Mindestmaß an Stabilität, auf das Handel und Wohlstand angewiesen sind. Doch die entscheidende Lektion dieser Nacht liegt nicht allein in der Verurteilung der Aggression. Sie liegt in der bitteren Einsicht, wie verwundbar die europäischen Gesellschaften durch ihre eigene Energiepolitik geworden sind.

    Jeder Raketeneinschlag im Nahen Osten hallt umgehend an den Tankstellen und Heizölrechnungen Europas wider. Der Ölpreis ist kein abstrakter Börsenwert, sondern eine Stellschraube, die direkt auf die Haushaltsbudgets und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie durchschlägt. Wer diesen Zusammenhang als nostalgische Fixierung auf fossile Energieträger abtut, verkennt die Realität einer Wirtschaft, die noch auf Jahrzehnte hinaus von Öl und Gas abhängig bleibt – am meisten dann, wenn Politiker in Brüssel und Berlin die heimische Förderung als unsauber brandmarken, während sie gleichzeitig Tanker voller Flüssiggas aus weit entfernten, politisch unstabilen Förderregionen bestellen.

    Die grüne Wende, so wie sie derzeit betrieben wird, ist ein Sicherheitsrisiko. Sie tauscht kontrollierbare, heimische oder zumindest bündnispartnerschaftliche Quellen gegen Abhängigkeiten von Regimen, die weder westliche Werte teilen noch stabile Lieferbeziehungen garantieren. Die Attacken der vergangenen Nacht unterstreichen diesen Widerspruch mit brutaler Klarheit: Während Europa Windräder und Solarpaneele subventioniert, entscheidet sich die geopolitische Verwundbarkeit an der Meerenge von Hormus und an der Grenze zwischen Jordanien und Syrien. Ein ernsthafter Konservativer muss hier eine Energieaußenpolitik fordern, die nationale und europäische Sicherheit über ideologische Modebegriffe stellt – dazu gehört auch die nüchterne Anerkennung, dass fossile Brennstoffe auf absehbare Zeit das Fundament moderner Zivilisation bilden.

    Norwegen selbst profitiert kurzfristig von steigenden Ölpreisen, wie die Erholung an der Oslo-Börse zeigt. Doch auch das Königreich kann sich von den Folgen einer globalen Rezession nicht abkoppeln, die ein anhaltender Ölpreisschock auslösen würde. Die Illusion, man könne den Nahen Osten durch wohlmeinende Diplomatie allein befrieden und zugleich alle Energiewetten auf windige Alternativen setzen, ist ein Trugbild, das nun an den Märkten abgestraft wird. Eine strategische Reserve an konventioneller Energie und eine Politik des starken Auftretens gegenüber destabilisierenden Mächten sind nicht reaktionär – sie sind die Voraussetzung jeder souveränen Industrienation.

    Quelle: Aftenposten

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