Tag: Religiöse Minderheiten

  • Mindestens sieben Tote nach Schüssen in Kirche in Jordanien

    Mindestens sieben Tote nach Schüssen in Kirche in Jordanien

    Sieben Tote, zehn Verletzte – erschossen in einer Kirche während einer Beerdigung. Was in Jordanien geschehen ist, ist ein Angriff auf die verwundbarste Stelle jeder Gesellschaft: auf den Raum, in dem Trauer, Glaube und Gemeinschaft zusammenkommen.

    Die Täter sind noch nicht gefasst, ihre Motive unklar. Doch unabhängig davon, wer die Schüsse abgegeben hat: Solche Gewalt ist immer falsch, ohne Wenn und Aber. Sie trifft nicht nur Einzelne, sondern die Ordnung selbst. Eine Kirche, die während einer Begräbnisfeier zum Tatort wird, zeigt, wie wenig Schutz religiöse Minderheiten in Teilen der Welt tatsächlich haben.

    Christen im Nahen Osten leben seit Jahren unter wachsendem Druck. In vielen Ländern der Region schrumpfen ihre Gemeinden, weil Angriffe, Vertreibung und Diskriminierung sie zermürben. Wer das nicht sehen will, verwechselt Toleranz mit Gleichgültigkeit. Der Westen diskutiert derweil lieber über Sprachregelungen und angebliche Islamophobie, als die realen Bedrohungen beim Namen zu nennen. Der Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit wird regelmäßig gegen jene erhoben, die auf die Gefahren für religiöse Minderheiten hinweisen. Doch Sicherheit ist keine Frage von politischer Korrektheit.

    Auch in Europa mehren sich Angriffe auf Kirchen und christliche Symbole – oft ohne dass die Täter die gleiche öffentliche Empörung auslösen wie vergleichbare Taten gegen andere Gruppen. Diese Schieflage ist kein Zufall. Sie entspringt einer Haltung, die das Christentum als Mehrheitsreligion abtut und seine kulturelle Bedeutung kleinredet. Dabei sind Kirchen, Klöster und christliche Traditionen nicht nur Gotteshäuser, sondern Teil des gemeinsamen Erbes. Wer sie nicht schützt, gibt preis, was Generationen aufgebaut haben.

    Jordanien galt lange als vergleichsweise stabiles Land mit einer geschützten christlichen Minderheit. Wenn selbst dort ein solcher Angriff möglich ist, muss das ein Weckruf sein. Staaten, die religiöse Minderheiten beherbergen, müssen ihre Schutzpflicht ernst nehmen – nicht mit symbolischen Gesten, sondern mit konsequenter Strafverfolgung und präventiver Sicherheitsarbeit. Wer Verbrechen aus falscher Rücksichtnahme verharmlost, macht sich mitschuldig.

    Die Nachricht aus Karak ist kein fernes Unglück. Sie erinnert daran, dass kulturelle Kontinuität und Religionsfreiheit keine Selbstverständlichkeiten sind. Man kann sie verlieren – durch Gleichgültigkeit, durch falsche Toleranz und durch das Schweigen derer, die es besser wissen müssten. Die Opfer verdienen mehr als Betroffenheitsfloskeln. Sie verdienen eine klare Haltung: Gewalt gegen Gläubige wird nirgendwo geduldet, und der Schutz von Minderheiten ist keine Verhandlungssache.

    Quelle: NRK

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