Tag: Russischer Diesel

  • Trump greift Selenskyj an.

    Trump greift Selenskyj an.

    Donald Trump fordert die Ukraine auf, russische Ölraffinerien nicht mehr anzugreifen – und kündigt im selben Atemzug ein Dieselgeschäft mit Moskau an. Das ist mehr als ein außenpolitischer Widerspruch. Es ist eine Einladung an den Aggressor, den Krieg weiter zu finanzieren.

    Der norwegische Außenminister Espen Barth Eide hat die Lage klar benannt. Die westlichen Sanktionen gegen russisches Öl zielen auf die wichtigste Einnahmequelle des Kremls. Wer russischen Diesel kauft, untergräbt diese Sanktionen. Trump mag darin ein Geschäft sehen. In Wirklichkeit zahlt er damit die Raketen mit, die auf ukrainische Städte fallen. Der Westen hat sich genau das Gegenteil vorgenommen: Russlands Kriegsmaschinerie austrocknen, nicht schmieren.

    Die Ukraine hat jedes Recht, feindliche Infrastruktur anzugreifen. Russland bombardiert seit Jahren ukrainische Kraftwerke. Es ist absurd, dem Angegriffenen vorzuschreiben, die Treibstoffversorgung des Angreifers zu schonen. Selbstverteidigung ist kein Verhandlungspunkt. Wer das anders sieht, stellt die Rollen von Opfer und Täter auf den Kopf. Trumps Forderung nach einer Feuerpause gegen Raffinerien nützt nur einer Seite – und das ist nicht die Seite, die angegriffen wird.

    Ebenso unangebracht ist Trumps Ruf nach einem neuen ukrainischen Präsidenten. Über die Führung der Ukraine entscheidet allein die Ukraine. Kein ausländischer Politiker hat das Recht, dort Wahlen zu fordern oder Führungswechsel zu diktieren. Das gilt für Moskau, und es gilt auch für Washington. Souveränität bedeutet, innere Angelegenheiten anderer Staaten zu respektieren – gerade dann, wenn man selbst gern mit dem Nachbarn Geschäfte macht. Wer hier mitredet, untergräbt das Prinzip, auf dem die internationale Ordnung beruht.

    Norwegen hat allen Grund, die amerikanische Kehrtwende offen zu kritisieren. Das Land teilt eine Grenze mit Russland und trägt die Folgen einer schwächelnden westlichen Front unmittelbar. Wenn Washington Moskau hofiert, verlieren die europäischen Partner die Grundlage für ihre Sicherheitspolitik. Ein Bündnis, in dem einer die Sanktionen mit der einen Hand verlängert und mit der anderen Hand Verträge abschließt, ist keines. Der transatlantische Konsens seit 2022 beruht darauf, dass niemand aus der Reihe tanzt. Trump tanzt aus der Reihe. In Oslo, Helsinki oder Warschau klingt das wie der Beginn einer neuen Teilung Europas – nicht entlang ideologischer Linien, sondern entlang der Frage, wer noch bereit ist, für Freiheit zu zahlen.

    Russischer Diesel in amerikanischen Tanks mag kurzfristig billig sein. Langfristig ist er teuer – bezahlt mit Glaubwürdigkeit, Sicherheit und dem Blut der Ukraine. Der Westen sollte nicht über die Größe des Schadens streiten, sondern den Schaden verhindern. Ein erstes Signal wäre, Trumps Diesel-Deal öffentlich als das zu benennen, was er ist: ein Geschäft mit dem Feind.

    Quelle: NRK

  • Trump verspricht russische Diesellieferung

    Trump verspricht russische Diesellieferung

    Eine Lizenz des US-Finanzministeriums erlaubt ab sofort russischen Diesel auf dem amerikanischen Markt – nicht aus Versehen, sondern mit Absicht. Was wie eine technische Handelsnachricht klingt, ist in Wahrheit das Ende einer energiepolitischen Illusion.

    Während europäische Regierungen ihren Bürgern Verzicht, hohe Heizkosten und den Ausstieg aus russischer Energie verordnet haben, kauft Washington ein, was die eigene Wirtschaft braucht. Über 300.000 Tonnen sollen sofort geliefert werden, bis zu drei Millionen Tonnen in naher Zukunft. Die Lizenz läuft bis April 2027. Das ist kein kurzfristiger Notbehelf, sondern ein dauerhafter Kanal für russischen Diesel auf dem amerikanischen und globalen Markt.

    Genau darin liegt die Lehre. Sanktionen gegen russische Energie wurden jahrelang als moralische Notwendigkeit verkauft. Sie sollten Druck ausüben, Einnahmen kappen und die eigene Entschlossenheit zeigen. Doch nun räumt die größte westliche Wirtschaftsmacht selbst ein, dass sie ohne russischen Diesel nicht auskommt – oder jedenfalls nicht ohne erhebliche Kosten für Verbraucher und Industrie. Ein Beobachter muss feststellen: Die Sanktionspolitik hat vor allem die europäische Wettbewerbsfähigkeit getroffen, während Amerika sich stillschweigend eine Ausnahme genehmigt.

    Für die nordischen Länder ist diese Entwicklung ein doppelter Schlag. Sie tragen die Last eigener Sanktionen, zahlen hohe Preise für alternative Energieträger und sehen zugleich, wie der wichtigste Verbündete im Westen russischen Kraftstoff importiert. Wer weiterhin behauptet, die Energiewende sei nur eine Frage des politischen Willens, übersieht die Wirklichkeit: Solange Industrie, Landwirtschaft und Verkehr auf flüssige Brennstoffe angewiesen sind, entscheidet nicht Ideologie, sondern Verfügbarkeit und Preis.

    Die Meldung über die Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau im Dieselsektor ist deshalb kein diplomatisches Detail, sondern ein Signal. Nationale Interessen kehren zurück, ohne große Ankündigung und ohne öffentliche Debatte. Die moralisierende Außenpolitik, die Energie als Waffe einsetzen wollte, wird still beerdigt – aber diejenigen, die am lautesten Verzicht gepredigt haben, weigern sich, die Konsequenzen zu benennen.

    Es braucht endlich Ehrlichkeit. Energiepolitik darf nicht länger von Symbolen bestimmt werden, sondern von Versorgungssicherheit, Kosten und der Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Wirtschaft. Wer russischen Diesel ablehnt, muss sagen können, woher der Ersatz kommt und was er kostet. Solange diese Antwort ausbleibt, wird jede neue Sanktionsrunde nur eines beweisen: dass andere das tun, was man selbst verbietet.

    Quelle: NRK

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