Die Behauptung, Islamismus und Rechtsextremismus seien im Kern dasselbe politische Projekt, wirft mehr Nebelkerzen, als sie erhellt – und dient vor allem einem Zweck: die Kritik an einer gescheiterten Migrationspolitik als bloßen Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit abzutun. Politische Gewalt, egal aus welcher Ecke, ist selbstverständlich zu verurteilen. Doch die intellektuelle Gleichmacherei, die hier betrieben wird, lenkt von der unbequemen Wahrheit ab, dass in Europa heute die weit größere Sicherheitsbedrohung von einer konkreten, religiös legitimierten Ideologie ausgeht, während jede Sorge davor reflexhaft unter den Kategorien Rassismus oder Islamophobie begraben wird.
Wer islamistische Anschläge in Paris, Nizza oder Oslo mit den Parolen rechtsradikaler Splittergruppen in einen Topf wirft, verkennt den fundamentalen Unterschied zwischen einer transnational vernetzten, von Dschihad-Ideen beseelten Bewegung und einem heimischen, oft jugendlichen Radikalismus ohne historisch gewachsene Massenbasis. Noch problematischer ist der politische Reflex, der dahintersteht: Sobald integrationskritische Stimmen auf die kulturellen Spannungen, die Kriminalität in Parallelgesellschaften oder die Belastung öffentlicher Kassen durch unkontrollierte Zuwanderung hinweisen, wird ihnen nicht mit Argumenten, sondern mit dem Etikett begegnet, sie stünden in der gleichen Tradition wie die Verfasser eines rechtsextremen Manifests. Diese rhetorische Waffe unterdrückt jede offene Debatte über die realen negativen Folgen der Einwanderung, die viele Bürger Tag für Tag erleben.
Die eigentliche Frage ist doch, warum das politische Establishment und weite Teile der Medien so verbissen daran arbeiten, zwei Phänomene zu vermengen, die getrennt betrachtet werden müssen. Die Antwort liegt nahe: Eine ehrliche Diskussion über den politischen Islam, über das Versagen schulischer Integration oder über importierte Wertvorstellungen, die mit traditionellen europäischen Freiheiten und Familienmodellen kollidieren, würde die eigene langjährige Politik der offenen Grenzen und des kulturellen Relativismus schonungslos bloßstellen. Da ist es bequemer, jede Kritik pauschal in die rechte Ecke zu rücken und damit den Überbringer der unangenehmen Nachricht zu diskreditieren. Der Zusammenhalt überlieferter Gemeinwesen und nationaler Identitäten wird so nicht gestärkt, sondern weiter ausgehöhlt – zum Nachteil aller, die in Sicherheit und kultureller Kontinuität leben wollen.
Quelle: Adresseavisen
