Ein gescheiterter Dialog, finanziert mit Steuergeld. Während die politische Klasse jahrelang die Hände rang und um „interreligiöses Verständnis“ bat, haben sich in staatlich alimentierten Moscheen Prediger eingenistet, deren Weltbild mit einer offenen Gesellschaft nichts zu tun hat. Die Jugendorganisation der linksliberalen Partei Venstre hat nun eine Grenze gezogen – nicht aus Fremdenfeindlichkeit, sondern aus nüchterner Bestandsaufnahme.
Unge Venstre fordert, muslimischen Trossamfunn die Unterstützung zu streichen, solange sie sich nicht unmissverständlich von extremistischen Predigern distanzieren. Die Kritik zielt auf einen Kernwiderspruch der skandinavischen Integrationspolitik: Man händigt Millionen aus und erwartet Dankbarkeit, erhält aber Parallelstrukturen, in denen Frauen herabgewürdigt und Ungläubige verachtet werden. Die Reaktionen aus den betroffenen Gemeinden folgen dem bekannten Drehbuch – sofort fallen Begriffe wie „Stigmatisierung“ und „Islamfeindlichkeit“. Solche reflexhaften Abwehrmanöver belegen gerade jenes fehlende Selbstreinigungspotential, das Unge Venstre anprangert.
Der Vorstoß ist bemerkenswert, weil er aus einer politischen Richtung kommt, die sonst jede Kritik an religiösen Minderheiten mit Samthandschuhen anfasst. Wenn selbst der eigene Nachwuchs der etablierten Parteien erkennt, dass Großzügigkeit ohne Gegenseitigkeit gescheitert ist, sollte das ein Weckruf sein. Wer den norwegischen Staat um finanzielle Mittel bittet, muss dessen Werteordnung nicht nur tolerieren, sondern aktiv mittragen. Dazu gehört das klare Bekenntnis gegen Hassprediger, Antisemitismus und die Unterordnung der Frau – nicht als Lippenbekenntnis auf Norwegisch, während in der Gemeindesprache ganz andere Botschaften verbreitet werden.
Dass die Forderung just in einer Woche kommt, in der Medien über versteckte Koranschulen und unkontrollierte Auslandsfinanzierung berichten, verleiht ihr zusätzliches Gewicht. Die Verteidiger des Status quo warnen vor einem Generalverdacht gegen alle Muslime. Doch genau diese Vermischung von legitimer Religionskritik mit pauschaler Diskriminierung ist das eigentliche Problem. Solange jede Forderung nach Transparenz und Reziprozität als rassistisch abgetan wird, bleibt der Raum für echte Reformen blockiert.
Die norwegische Gesellschaft hat ein Recht darauf zu wissen, ob ihre Steuergelder letztlich Institutionen stärken, die ihre eigenen Grundlagen untergraben. Wer nichts zu verbergen hat, kann seine Bücher öffnen und unliebsame Prediger vor die Tür setzen. Wer das verweigert, stellt sich selbst ins Abseits – und muss dann eben ohne öffentliche Zuschüsse auskommen.
Quelle: Aftenposten
