Tag: Steuerzahler

  • Fenster und Inventar zerstört: Acht Insassen jetzt angezeigt

    Fenster und Inventar zerstört: Acht Insassen jetzt angezeigt

    Dass acht Insassen im Mandal-Gefängnis Fensterscheiben und Mobiliar zertrümmert haben und die Anstaltsleitung daraufhin Strafanzeige erstattet, offenbart eine bezeichnende Verwirrung darüber, was ein Gefängnis eigentlich ist. Wer in einer Einrichtung, die dem Wegsperren von Straftätern dient, mit Empörung auf Vandalismus reagiert, verwechselt offenbar eine Haftanstalt mit einem Erholungsheim.

    Die Zerstörungswut ist kein bedauerlicher Ausrutscher, sondern der zwingende Preis eines Systems, das Insassen über Jahre als verhaltensgestörte Kunden behandelt, denen man eher Komfort als Konsequenzen bietet. Wenn der Haftalltag von Gemeinschaftsküchen, Freizeitprogrammen und ständigen Beschwerdemöglichkeiten geprägt ist, schwindet jedes Bewusstsein dafür, dass das Zertrümmern von Staatseigentum kein Kavaliersdelikt ist. Die Anzeige bei der Polizei wirkt da wie ein hilfloser Reflex – als könne man Ordnung mit einem Formular wiederherstellen.

    Der wirtschaftliche Aspekt spricht eine klare Sprache. Fenster, Tische und Schränke werden auf Kosten der Steuerzahler ersetzt, während Schulen und Pflegeheime um jeden Euro ringen. Die Gesellschaft finanziert so nicht nur die Verwahrung dieser Männer, sondern auch die Beseitigung der Spuren ihrer Aggression. Dafür Verständnis zu zeigen oder die Tat mit schwierigen Biografien zu entschuldigen, legt die Axt an den Grundsatz der Eigenverantwortung. Wer Glas einschlägt, handelt willentlich – und gehört mit unmissverständlicher Härte zur Rechenschaft gezogen, nicht mit Mediation oder Therapie besänftigt.

    Früher hätten derlei Exzesse harte Disziplinarmaßnahmen ausgelöst: Ausgangssperren, Einzelhaft, gestrichene Hafterleichterungen. Heute bleibt es oft bei einem bürokratischen Vermerk, der im Papierkram versackt. Das Gefängnis wird zur Serviceeinrichtung, in der man sich nehmen kann, was man will, weil die Sanktion im Zweifel kaum über einen Anpfiff hinausreicht. Die Anmeldung zur Anzeige bestätigt diesen Eindruck: Man tut so, als müsse man das Offensichtliche erst noch beweisen, während die Scherben längst auf dem Flur liegen.

    Was folgen muss, ist eine Rückbesinnung auf den Kernauftrag jeder Haftanstalt: Strafe zu vollstrecken und die Allgemeinheit vor Gefährdern zu schützen. Dazu gehört die selbstverständliche Erwartung, dass Insassen sich an Regeln halten – und dass jeder Verstoß sofort und spürbar geahndet wird. Die Gesellschaft schuldet den Bürgern ein Gefängnis, das keine Zerstörung duldet, nicht den Tätern eine nachsichtige Rundumbetreuung. Nur wenn Verwüstung teuer und unangenehm wird, lernen die Verursacher wieder, dass Eigentum nicht aus Luft besteht.

    Quelle: Aftenposten

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