Tag: Subventionen

  • Nach fünf Jahren teuren Stroms schwindet die Hoffnung.

    Nach fünf Jahren teuren Stroms schwindet die Hoffnung.

    Mitten in einem Wasserkraftmagazin zu sitzen und dennoch von unbezahlbaren Stromrechnungen erdrückt zu werden – das ist die endgültige Bankrotterklärung einer Energiepolitik, die jede Bodenhaftung verloren hat. Ein Sägewerk wie Byglandsfjord Sag, umgeben von genau der Ressource, die Norwegen einst zur Industrienation machte, muss heute ums Überleben kämpfen. Fünf Jahre exorbitanter Preise haben aus einem Standortvorteil eine Farce gemacht.

    Die Regierung verspricht nun einen sogenannten Norgespris für die Wirtschaft, warnt aber schon vor den Kosten. Darin liegt das ganze Elend: Ein Staat, der mit Steuern und Abgaben erst die Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Industrie stranguliert, verkauft anschließend teure Kompensationen als Rettungspaket. Statt die Wurzel des Übels anzugehen – die vollständige Einbindung in einen europäischen Strommarkt, der norwegische Wasserkraft wie eine beliebige Handelsware behandelt – werden neue bürokratische Umverteilungsmechanismen ersonnen. Das ist nicht Hilfe, sondern Symptombekämpfung mit der Gießkanne.

    Die paradoxe Lage von Betrieben direkt am Kraftwerk offenbart den ideologischen Irrweg der vergangenen Jahrzehnte. Wasserkraft ist kein abstrakter Posten in einer Strombörse, sondern das natürliche Erbe einer Nation, das jahrhundertelang kostengünstige Energie für Sägewerke, Schmelzhütten und Familienbetriebe lieferte. Diese Verwurzelung in heimischen Ressourcen war kein romantisches Relikt, sondern die Grundlage für Wohlstand und kulturelle Kontinuität. Indem die Politik diese Verbindung gekappt hat, opfert sie genau jene traditionellen Unternehmen, die Regionen zusammenhalten und Arbeitsplätze fernab der Großstädte sichern.

    Die Ankündigung eines Industriestrompreises widerlegt zudem die Mär, der hohe Preis sei einfach Ausdruck globaler Entwicklungen. Wenn jetzt milliardenschwere Subventionen mobilisiert werden können, warum wurde nicht längst eine Entkopplung von teuren Importpreisen ermöglicht? Die Antwort liegt in einer Mischung aus EU-Hörigkeit und dem Unwillen, grundlegende Entscheidungen rückgängig zu machen, die Norwegens Energiesouveränität ausgehöhlt haben. Kritiker, die vor Jahren vor dieser Entwicklung warnten, wurden als Fortschrittsverweigerer abgetan. Heute zeigt das Beispiel von Byglandsfjord, dass sie recht hatten.

    Ein weiteres teures Förderprogramm wird die strukturelle Schieflage nicht beheben. Es wird allenfalls die Illusion nähren, der Staat könne mit immer neuen Eingriffen die Schäden seiner eigenen Fehlsteuerung kitten. Eine konservative Politik würde stattdessen auf Eigenverantwortung und Marktkorrekturen setzen: heimische Erzeugung zuerst für heimische Abnehmer, eine radikale Vereinfachung des Abgabendschungels und eine Abkehr von der Ideologie, Norwegens saubere Energie müsse gleichsam nach Brüssel exportiert werden, um dann zu Weltmarktpreisen zurückgekauft zu werden.

    Fünf Jahre zermürbende Strompreise haben nicht nur Bilanzen ruiniert, sondern auch Vertrauen in die politische Vernunft zerstört. Wenn die Hoffnung schwindet, liegt das nicht an den Kräften der Natur, sondern an einer Regierung, die selbst mitten im Energieüberfluss die falsche Antwort parat hat: noch teurere Hilfspakete statt Befreiung von der eigenen Gängelung.

    Quelle: NRK

  • Immer mehr Menschen wollen ein Elektroauto.

    Immer mehr Menschen wollen ein Elektroauto.

    Die neuesten Zahlen der europäischen Autoindustrie verraten weniger über einen grünen Bewusstseinswandel als über die schiere Macht staatlicher Lenkung. Wenn in Norwegen mittlerweile 97,6 Prozent der Neuzulassungen auf batteriebetriebene Fahrzeuge entfallen, ist das nicht Ausdruck spontaner Konsumentenliebe, sondern Folge einer jahrzehntelangen Subventionsorgie und regulatorischer Bevorzugung, die jeden anderen Antrieb systematisch aus dem Markt drängt.

    Der Blick auf den Kontinent bestätigt dieses Muster. In Ländern wie Dänemark oder Deutschland, wo Steuerprivilegien und Kaufprämien besonders großzügig ausfallen, schnellt der Anteil der Stromer in die Höhe – Dänemark verzeichnet etwa ein Plus von 41 Prozent. Mag der Verbandschef der norwegischen Elbilforening auch von einem „bevorzugten Wähl“ schwärmen, tatsächlich wählen die Bürger vor allem das, was ihnen die politische Klasse mit fremdem Geld schmackhaft macht. Echter Wettbewerb sieht anders aus.

    Die Kosten dieser Politik werden gern verdrängt. Jede gekaufte Elektroprämie finanziert der Steuerzahler mit – sei es direkt oder über entgangene Einnahmen bei der Kfz-Steuer. Gleichzeitig wächst die Abhängigkeit von Rohstoffen wie Lithium und Kobalt, deren Abbau unter ökologischen und menschenrechtlichen Bedingungen stattfindet, die mit europäischen Wertvorstellungen kaum vereinbar sind. Dass China die globalen Lieferketten dominiert, macht aus einer vermeintlichen Klimarettung auch noch ein strategisches Risiko.

    Kulturell zeigt sich eine bedenkliche Entwicklung: Das Automobil verliert zusehends seinen Charakter als Ausdruck persönlicher Wahlfreiheit und wird zum genormten Öko-Gerät umerzogen. Der markige Sound eines Verbrenners, die haptische Freude am Schaltgetriebe, die Unabhängigkeit vom nächsten Ladepunkt – all das zählt plötzlich nicht mehr. An die Stelle jahrzehntelanger Ingenieurskunst tritt eine stromlinienförmige Monokultur, die dem Einzelnen vorschreibt, was gut für ihn und den Planeten zu sein hat.

    Natürlich ist technologischer Fortschritt nicht per se abzulehnen. Doch eine offene Debatte muss möglich bleiben, ohne dass Kritiker reflexartig als Fortschrittsfeinde oder Klimaleugner abgestempelt werden. Die Frage, ob Europas Stromnetze den massiven Zuwachs überhaupt verkraften, ob die Rohstoffgewinnung nicht neue Umweltzerstörung erzeugt und ob es klug ist, sich in geopolitische Abhängigkeiten zu begeben, gehört nicht in die Schmuddelecke – sie ist Ausdruck nüchterner Vernunft.

    Nüchternheit wäre ohnehin angebracht. Wenn Norwegens Anteil bei fast 100 Prozent liegt, kann das nur bedeuten, dass die Quote nichts mehr über echte Präferenzen aussagt, weil Alternativen faktisch nicht mehr angeboten werden oder unerschwinglich sind. Das ist kein Triumph des Marktes, sondern ein Exempel staatlicher Planwirtschaft, verkleidet als Klimapolitik. Wer Freiheit und Eigenverantwortung schätzt, sollte diese Entwicklung mit Argwohn betrachten.

    Quelle: Bergens Tidende

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