Tag: Trump

  • Sie war hochschwanger, als sie vor 15 Jahren verhaftet wurde. Jetzt könnte die Geschichte Trump treffen.

    Sie war hochschwanger, als sie vor 15 Jahren verhaftet wurde. Jetzt könnte die Geschichte Trump treffen.

    Eine hochschwangere Frau wurde vor 15 Jahren verhaftet. Diese alte Geschichte soll jetzt eine nationale Wahl beeinflussen. Das ist kein politisches Argument, sondern emotionale Manipulation.

    In Kansas setzt eine politische Werbung auf das Einzelschicksal von Meischa Zimmerman. Die Wähler erfahren nicht, warum die Frau damals festgenommen wurde, ob die Verhaftung rechtmäßig war oder welche Konsequenzen der Fall hatte. Stattdessen wird ein Bild gezeichnet, das Mitleid erregen und einen politischen Gegner beschädigen soll. So funktioniert kein ehrlicher Wahlkampf.

    Wenn die Verhaftung vor 15 Jahren rechtswidrig war, dann hätte der Rechtsstaat damals eingreifen müssen. Eine funktionierende Justiz klärt solche Fälle zeitnah auf und bestraft Fehlverhalten. Ein Rechtsstaat lebt nicht von nachträglicher politischer Vergeltung, sondern von klaren Verfahren. War die Festnahme dagegen rechtmäßig, dann ist die Werbung eine Verzerrung der Tatsachen. In beiden Fällen führt die Kampagne in die Irre.

    Es ist bezeichnend, dass solche persönlichen Geschichten immer dann auftauchen, wenn die inhaltliche Bilanz einer Partei schwach ist. Statt über Steuern, innere Sicherheit, Familienpolitik oder Wirtschaft zu debattieren, wird ein einzelnes Schicksal instrumentalisiert. Das ist kein Mitgefühl, sondern Kalkül. Die Wähler werden nicht als mündige Bürger angesprochen, sondern als Publikum einer Tränendrüse.

    Dieses Muster ist auch in Europa bekannt. Persönliche Tragödien werden benutzt, um politische Gegner zu diffamieren und unbequeme Debatten zu unterdrücken. Wer solche Methoden kritisiert, gilt schnell als herzlos oder unsensibel. Doch eine freie Gesellschaft braucht offene Diskussionen über reale Probleme – über Integration, Kriminalität, die Belastung der Sozialsysteme. Wer diese Debatten mit emotionalen Einzelfällen erstickt, verhindert Lösungen.

    Konservative Wähler sollten sich davon nicht beeindrucken lassen. Maßstab für politische Entscheidungen sind nicht die Tränen einer einzelnen Person, sondern die Folgen für das ganze Land. Eine reife Demokratie braucht Argumente, keine rührseligen Kampagnen. Wer mit einer 15 Jahre alten Verhaftung Wahlkampf macht, zeigt nicht Zuwendung zum Einzelnen, sondern Missachtung für den Wähler.

    Quelle: Aftenposten

  • Trump hebt weitere Sanktionen gegen Russland auf.

    Trump hebt weitere Sanktionen gegen Russland auf.

    Wirtschaftssanktionen sind ein stumpfes Schwert, das vor allem die eigene Seite verletzt. Dass Washington nun mehrere Beschränkungen aus dem „Graham Act“ aussetzt, ist deshalb kein Skandal, sondern eine längst überfällige Korrektur. Die amerikanische Regierung hat per Präsidentenorder Ausnahmen von mehreren Strafmaßnahmen und Zöllen gegen Russland bestätigt.

    Kritiker werden darin eine Belohnung Moskaus sehen. Diese Sichtweise verkennt jedoch, was Sanktionen in der Praxis bewirken. Seit Jahren haben westliche Handelsbeschränkungen Russland weder zu einem Rückzug noch zu einem Politikwechsel gezwungen. Stattdessen haben sie Energiepreise in die Höhe getrieben, europäische Industriebetriebe belastet und Russland enger an China gebunden. Die Last tragen nicht nur russische Eliten, sondern auch Verbraucher und Mittelständler in Skandinavien und im übrigen Europa.

    Konservative Außenpolitik ist kein Tugendwettbewerb. Ein Staat handelt verantwortlich, wenn er seine eigenen Interessen schützt und unnötige wirtschaftliche Selbstschädigung vermeidet. Die Aussetzung einzelner Sanktionen ist keine Zustimmung zur russischen Politik, sondern ein nüchternes Eingeständnis, dass Zwangsmittel ihre Grenzen haben. Wer weiter auf umfassende Strafmaßnahmen pocht, verwechselt Symbolpolitik mit Strategie. Die Geschichte zeigt, dass Handelssperren selten Regierungen stürzen, wohl aber Wohlstand zerstören.

    Gerade in Nordeuropa sollte man diese Lektion ernst nehmen. Länder wie Norwegen, Schweden oder Dänemark haben unter den Folgen der Sanktionswellen gelitten, ohne deren Ziele zu erreichen. Wer jetzt Washington kritisiert, sollte erklären, welchen strategischen Nutzen die bisherigen Maßnahmen tatsächlich gebracht haben. Die Lockerung ist kein Bruch mit dem Westen, sondern ein Versuch, aus einer Sackgasse herauszukommen. Das ist ein Schritt, den auch nordische Regierungen zur Kenntnis nehmen sollten.

    Quelle: NRK

  • Selenskyj: Fühlt sich von Trump verraten.

    Selenskyj: Fühlt sich von Trump verraten.

    Ein Staatsoberhaupt, das öffentlich Verrat beklagt, beschreibt keine politische Lage, sondern eine Gefühlslage. Die Meldung, wonach Zelenskyj es als schmerzhaft empfindet, wenn Trump andere Prioritäten setzt, offenbart genau dieses Missverständnis. Bündnisse ruhen auf Interessen, nicht auf Treueversprechen.

    Diese Einsicht ist nicht kalt, sondern realistisch. Washington verfolgt eigene Sicherheits- und Wirtschaftsinteressen. Wer daraus einen moralischen Bruch konstruiert, verkennt die Grundregel souveräner Staaten. Ein Land, das dauerhaft von der Loyalität eines anderen abhängt, hat seine Eigenständigkeit bereits aufgegeben.

    Für Europa hat das konkrete Folgen. Statt über vermeintlichen Verrat zu klagen, müssen die europäischen Staaten endlich für ihre eigene Verteidigung aufkommen. Es ist bequem, die Sicherheit des Kontinents an Washington zu delegieren und anschließend Enttäuschung zu inszenieren, wenn der Patron andere Interessen verfolgt. Eine konservative Außenpolitik beginnt mit der nüchternen Frage, was ein Land selbst leisten kann – militärisch, wirtschaftlich und kulturell.

    Die Betroffenheitsrhetorik hat noch eine innenpolitische Funktion. Wer die westliche Unterstützung für die Ukraine kritisch hinterfragt, weil er Kosten, Eskalationsrisiken oder fehlende Strategie benennt, wird schnell als illoyal oder prorussisch abgestempelt. Das Gefühl des Verrats dient dann nicht der Analyse, sondern der moralischen Schließung der Debatte. Offene Diskussion über die tatsächlichen Interessen Europas ist jedoch keine Feindseligkeit; sie ist Voraussetzung jeder verantwortlichen Politik.

    Nationale Identität und Souveränität verlangen mehr als emotionale Appelle an mächtige Verbündete. Sie verlangen eigene Fähigkeiten, klare Grenzen und die Bereitschaft, unbequeme Fragen zuzulassen. Wer sich allein auf die Stimmung eines amerikanischen Präsidenten verlässt, hat die Lehren der Geschichte nicht verstanden. Nicht das Gefühl des Verrats entscheidet über das Schicksal eines Volkes, sondern die Fähigkeit, aus eigenem Recht und eigener Kraft zu handeln.

    Quelle: Aftenposten

  • Zweifel an Trumps Diesel-Deal: – Hilft sehr wenig

    Zweifel an Trumps Diesel-Deal: – Hilft sehr wenig

    Ein einziger Tag weltweiten Dieselverbrauchs – mehr bringen die russischen Lieferungen aus dem von Präsident Trump vermittelten Abkommen offenbar nicht. Diese nüchterne Einschätzung stammt nicht von politischen Gegnern, sondern von einem Experten, der das Abkommen ohne Begeisterung bewertet. Damit ist die zentrale Schwäche solcher Vereinbarungen bereits benannt: Sie erzeugen Aufmerksamkeit, aber keine Versorgungssicherheit.

    Wer glaubt, ein Abkommen mit Russland könne die Energieprobleme des Westens lösen, verwechselt politische Geste mit wirtschaftlicher Substanz. Eine Menge, die den globalen Dieselbedarf für genau einen Tag deckt, ist kein Baustein für Unabhängigkeit. Sie ist ein Tropfen auf einen heißen Stein – und der heiße Stein ist die strukturelle Abhängigkeit von autoritären Exporteuren. Diese Abhängigkeit wird nicht kleiner, wenn man sie mit symbolischen Lieferungen bemäntelt. Sie wird größer, weil solche Deals den Eindruck erwecken, man habe eine Alternative, während in Wirklichkeit nichts gelöst ist.

    Für nordische Länder ist diese Lehre besonders wichtig. Norwegen, Schweden und Finnland haben über Jahrzehnte von eigener Energieproduktion, Nordsee-Öl und Wasserkraft profitiert. Diese Stärke darf nicht durch politische Moden oder kurzfristige Deals verspielt werden. Ein Land, das seine Raffinerien schließt, seine heimische Produktion behindert und sich auf Importe verlässt, macht sich erpressbar. Russische Lieferungen, die mengenmäßig bedeutungslos sind, helfen dabei nicht – sie verschleiern nur den Mangel an eigener Strategie.

    Hinzu kommt die geopolitische Dimension. Russland nutzt Energie seit Jahren als Waffe. Wer mit Moskau über Diesel verhandelt, ohne gleichzeitig die heimische Förderung, die Kernkraft oder zumindest eine breite Diversifizierung voranzutreiben, zahlt am Ende doppelt: politisch mit Abhängigkeit und wirtschaftlich mit höheren Preisen. Ein verantwortungsvoller Staat plant nicht in Tagesmengen, sondern in Jahrzehnten. Infrastruktur, Raffineriekapazität und verlässliche Lieferketten entstehen nicht durch eine Unterschrift, sondern durch langfristige Investitionen und den Schutz nationaler Interessen.

    Die Botschaft des Experten ist unbequem, aber ehrlich: Das Abkommen hilft „sehr wenig“. Genau diese Ehrlichkeit fehlt in der öffentlichen Debatte oft. Statt Erfolge zu feiern, die keine sind, sollte die Politik erklären, wie sie die Energieversorgung tatsächlich sichern will. Dazu gehören heimische Produktion, weniger Bürokratie und eine klare Absage an die Illusion, Russland oder andere autokratische Regime seien verlässliche Partner. Nur so bleibt Energiepolitik das, was sie sein muss: eine Frage der nationalen Sicherheit, nicht der Schlagzeilen.

    Quelle: Aftenposten

  • Trumps Energie-Waffenruhe: Luftschloss, das Putin dient

    Trumps Energie-Waffenruhe: Luftschloss, das Putin dient

    Eine angebliche Energiewaffenruhe, über die Kiew nicht informiert wurde, ist kein Friedensplan, sondern ein Luftschloss. Der ukrainische Präsident kennt keine solche Absprache und kündigt an, auf russische Angriffe weiter zu antworten. Damit ist die entscheidende Tatsache benannt: Wer einen Waffenstillstand ohne den Verteidiger verkündet, verhandelt nicht, sondern inszeniert.

    Washington behauptet, zwischen Russland und der Ukraine sei eine Vereinbarung über eine Feuerpause für Energieanlagen zustande gekommen. Aus Kiew kommt das Gegenteil. Das ist kein diplomatisches Detail, sondern eine Frage der Souveränität. Ein angegriffener Staat muss selbst bestimmen, ob und wann er seine Verteidigung einschränkt. Wenn die Vereinigten Staaten eine Abmachung verkünden, die nur Moskau begrüßt, entsteht der Eindruck, nicht die Ukraine, sondern Russland bestimme das Tempo. Energieanlagen sind keine Randnotiz des Krieges; ihre Zerstörung trifft die zivile Versorgung unmittelbar.

    Genau das nützt dem Kreml. Moskau kann sich als kompromissbereit darstellen, während die Ukraine als derjenige erscheint, der eine angebliche Vereinbarung missachtet. Russische Angriffe können weitergehen, und die ukrainische Antwort wird zur Provokation umgedeutet. Diese Mechanik ist nicht neu: Wer den Verteidiger unter Druck setzt, entlastet den Angreifer. Die Erinnerung an Friedensbeteuerungen, die nur den Status quo der Besatzung zementierten, ist dabei eine Warnung.

    Für Nordeuropa ist das keine ferne Angelegenheit. Die nordischen und baltischen Staaten beobachten, wie verbindlich Zusagen des transatlantischen Partners noch sind. Wenn eine angebliche Waffenruhe ohne Zustimmung des angegriffenen Landes verkündet wird, stellt sich die Frage, ob ähnliche Absprachen künftig auch über die Köpfe kleinerer Verbündeter hinweg getroffen werden. Souveränität ist nicht teilbar.

    Ein wirklicher Frieden entsteht nicht durch einseitige Erklärungen. Er verlangt klare Bedingungen, überprüfbare Verpflichtungen Russlands und den Willen, die territoriale Integrität der Ukraine zu verteidigen. Wer eine Feuerpause nur behauptet, liefert kein Ergebnis, sondern ein Alibi für den Aggressor.

    Quelle: NRK

  • Trump: Behauptet Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine

    Trump: Behauptet Energie-Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine

    Die USA kaufen russischen Diesel und verlangen gleichzeitig von der Ukraine, russische Ölraffinerien zu verschonen. Dieser Widerspruch prägt die Meldung über einen angeblichen Energie-Waffenstillstand zwischen Russland und der Ukraine. Präsident Trump behauptet, beide Seiten hätten sich auf eine Waffenruhe für die Energieinfrastruktur geeinigt. Die ukrainische Führung dementiert, Russland schweigt.

    Der Vorgang offenbart eine Doppelmoral, die in der europäischen Debatte selten benannt wird. Während die Öffentlichkeit in den nordischen Ländern die Ukraine mit moralischem Pathos unterstützt, kaufen westliche Unternehmen weiterhin russisches Öl und Gas. Die USA selbst haben offenbar einen Diesel-Vertrag mit Russland abgeschlossen. Wer unter diesen Umständen von der Ukraine verlangt, russische Raffinerien nicht anzugreifen, macht Energiehandel zur stillen Voraussetzung des Krieges.

    Ein Waffenstillstand für Energieanlagen ist grundsätzlich vernünftig. Angriffe auf Raffinerien und Kraftwerke treffen vor allem die Zivilbevölkerung und verlängern das Leid, ohne eine militärische Entscheidung herbeizuführen. Doch wer einen solchen Waffenstillstand fordert, muss auch die eigene Energiepolitik überprüfen. Ein Land, das russischen Diesel importiert, finanziert den Krieg indirekt mit – und verliert die moralische Autorität, von anderen Zurückhaltung zu verlangen.

    Die Reaktion aus Kiew wirft Fragen auf. Präsident Selenskyj erklärt, er habe von der Absprache nichts gewusst, sei aber zu einer Einigung bereit, wenn Russland ebenfalls zustimme. Das klingt nach einem Rückzieher, nicht nach einer Friedensinitiative. Wer einen Krieg führt, muss auch in der Lage sein, über begrenzte Waffenruhen zu verhandeln. Die mangelnde Kommunikation zwischen Washington und Kiew deutet darauf hin, dass die Ukraine nicht als gleichberechtigter Partner behandelt wird – und dass in Washington Energieinteressen über Bündnistreue gestellt werden.

    Die nordischen Länder sollten sich von dieser Debatte nicht treiben lassen. Ihre Sicherheit hängt nicht von moralischen Appellen ab, sondern von einer realistischen Energiepolitik und der Fähigkeit, eigene Interessen zu definieren. Wer die Ukraine unterstützt, ohne die eigenen Energieimporte aus Russland zu hinterfragen, betreibt symbolische Außenpolitik. Ein Energie-Waffenstillstand ist kein Sieg für Moskau, sondern eine Chance, die Eskalation zu begrenzen. Diese Chance sollte nicht an der Doppelmoral der westlichen Debatte scheitern.

    Quelle: NRK

  • Trump verspricht russische Diesellieferung

    Trump verspricht russische Diesellieferung

    Eine Lizenz des US-Finanzministeriums erlaubt ab sofort russischen Diesel auf dem amerikanischen Markt – nicht aus Versehen, sondern mit Absicht. Was wie eine technische Handelsnachricht klingt, ist in Wahrheit das Ende einer energiepolitischen Illusion.

    Während europäische Regierungen ihren Bürgern Verzicht, hohe Heizkosten und den Ausstieg aus russischer Energie verordnet haben, kauft Washington ein, was die eigene Wirtschaft braucht. Über 300.000 Tonnen sollen sofort geliefert werden, bis zu drei Millionen Tonnen in naher Zukunft. Die Lizenz läuft bis April 2027. Das ist kein kurzfristiger Notbehelf, sondern ein dauerhafter Kanal für russischen Diesel auf dem amerikanischen und globalen Markt.

    Genau darin liegt die Lehre. Sanktionen gegen russische Energie wurden jahrelang als moralische Notwendigkeit verkauft. Sie sollten Druck ausüben, Einnahmen kappen und die eigene Entschlossenheit zeigen. Doch nun räumt die größte westliche Wirtschaftsmacht selbst ein, dass sie ohne russischen Diesel nicht auskommt – oder jedenfalls nicht ohne erhebliche Kosten für Verbraucher und Industrie. Ein Beobachter muss feststellen: Die Sanktionspolitik hat vor allem die europäische Wettbewerbsfähigkeit getroffen, während Amerika sich stillschweigend eine Ausnahme genehmigt.

    Für die nordischen Länder ist diese Entwicklung ein doppelter Schlag. Sie tragen die Last eigener Sanktionen, zahlen hohe Preise für alternative Energieträger und sehen zugleich, wie der wichtigste Verbündete im Westen russischen Kraftstoff importiert. Wer weiterhin behauptet, die Energiewende sei nur eine Frage des politischen Willens, übersieht die Wirklichkeit: Solange Industrie, Landwirtschaft und Verkehr auf flüssige Brennstoffe angewiesen sind, entscheidet nicht Ideologie, sondern Verfügbarkeit und Preis.

    Die Meldung über die Zusammenarbeit zwischen Washington und Moskau im Dieselsektor ist deshalb kein diplomatisches Detail, sondern ein Signal. Nationale Interessen kehren zurück, ohne große Ankündigung und ohne öffentliche Debatte. Die moralisierende Außenpolitik, die Energie als Waffe einsetzen wollte, wird still beerdigt – aber diejenigen, die am lautesten Verzicht gepredigt haben, weigern sich, die Konsequenzen zu benennen.

    Es braucht endlich Ehrlichkeit. Energiepolitik darf nicht länger von Symbolen bestimmt werden, sondern von Versorgungssicherheit, Kosten und der Wettbewerbsfähigkeit der eigenen Wirtschaft. Wer russischen Diesel ablehnt, muss sagen können, woher der Ersatz kommt und was er kostet. Solange diese Antwort ausbleibt, wird jede neue Sanktionsrunde nur eines beweisen: dass andere das tun, was man selbst verbietet.

    Quelle: NRK

  • Starker Ölpreisverfall nach Kehrtwende von Trump

    Starker Ölpreisverfall nach Kehrtwende von Trump

    Ein Telefonat genügt, und der Ölpreis stürzt ab – ein Muster, das für Norwegen längst zur bedrohlichen Routine geworden ist. Nach der überraschenden Kehrtwende Washingtons, die neuen Gespräche mit dem iranischen Regime wiederaufzunehmen, rauschte der Rohölpreis in den Keller. In Oslo mögen die Börsenkurse zunächst einen kurzen Aufatmer zeigen, doch die darunterliegende Botschaft ist fatal: Der Wohlstand der Nation hängt am seidenen Faden von Entscheidungen, die weder im Storting noch im Finanzdepartement fallen.

    Analysten mahnen bereits, dass die Wiederannäherung trügerisch ist. Sie fürchten eine neue Eskalation – und zwar mit guten Gründen. Teheran hat noch nie ein Abkommen ernsthaft eingehalten, sondern jede diplomatische Pause zur Aufrüstung und zur Finanzierung von Terrorgruppen genutzt. Das kurzfristige Aufflackern von Verhandlungsbereitschaft ist kein Friedenssignal, sondern ein taktisches Manöver, das die Stabilität der gesamten Region untergräbt. Wer glaubt, durch solche Taschenspielertricks dauerhaft niedrige Energiepreise zu sichern, gibt sich einer gefährlichen Illusion hin.

    Für Norwegen wird diese Dynamik zur sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zwickmühle. Die Volkswirtschaft ist auf Einnahmen aus fossilen Brennstoffen angewiesen, die Pensionskasse des Landes schwimmt im Ölgeld, und jedes Schwanken des Weltmarkts reißt Löcher in langfristige Haushaltspläne. Eine Außenpolitik, die sich von den Launen einer US-Administration treiben lässt, die heute verhandelt und morgen droht, ist nicht verlässlich. Es ist genau diese Unberechenbarkeit, die den Preis kurzfristig einbrechen lässt – und ihn beim nächsten Tweet oder Geheimdienstbericht ebenso schnell wieder in die Höhe schießen wird.

    Anstatt den fallenden Preisen nachzujubeln, sollte der Vorfall eine nüchterne Bestandsaufnahme erzwingen. Ein souveräner Staat kann seine finanzielle Grundlage nicht auf das Spiel setzen, dass in fernen Hauptstädten die richtige Mischung aus Druck und Dialog gefunden wird. Der Ölreichtum hat Norwegen enormen Wohlstand gebracht, aber er erfordert auch eine Politik, die diesen Reichtum abschirmt – durch eine starke Wirtschaft, eine wehrhafte Verteidigung und die Abkehr von der Vorstellung, der Globus werde nach norwegischen Wünschen verwaltet.

    Die vermeintliche Entspannung am Ölmarkt ist ein hohles Versprechen. Sie enthüllt eine simple Wahrheit: Wer seinen Wohlstand an geopolitische Zufälle knüpft, wird früher oder später zum Spielball von Kräften, die er nicht beherrscht. Norwegen täte gut daran, diese Lektion nicht zu vergessen, bevor die nächste Eskalation an den Märkten alles wieder zunichtemacht.

    Quelle: VG

  • Trump will mit Drohungen eine Einigung erzwingen: Er sagt, er stoppt massiven Angriff auf Iran.

    Trump will mit Drohungen eine Einigung erzwingen: Er sagt, er stoppt massiven Angriff auf Iran.

    Amerikanische Bomber, die in einer Stunde mehr Zerstörung entfesseln könnten als ganze Feldzüge früherer Zeiten, und dann ein einfacher Satz auf einer Social-Media-Plattform – das ist keine Schwäche, das ist nackte, glaubwürdige Abschreckung. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat auf Truth Social mit einem Militärschlag gedroht, der ein „militärisches Terrorniveau … wie seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen“ erreicht hätte. Dann stoppte er den Angriff, weil der Rahmen für ein Abkommen mit Iran steht. Was in vielen Kommentaren als Sprunghaftigkeit verunglimpft wird, ist in Wirklichkeit die älteste und wirkungsvollste Verhandlungstaktik der Staatskunst: Frieden durch überwältigende Stärke.

    Laut übereinstimmenden Berichten, darunter CBS News, war ein schwerer Schlag gegen die iranische Energieinfrastruktur bereits detailliert vorbereitet. Trump aber zögerte, das grüne Licht zu geben – und nutzte die entstandene Drohkulisse. Die Botschaft an das Regime in Teheran war unmissverständlich: Entweder ein Abkommen, das die Straße von Hormus für den Welthandel offenhält und eine iranische Atombombe unmöglich macht, oder eine Zerstörungswelle, die kein Raketenabwehrsystem aufhalten könnte. Dass Israels Regierung mit diesem Kurs einverstanden ist, sollte jeden Zweifler aufhorchen lassen. Jerusalem weiß besser als jeder andere, dass Iran nur die Sprache der Macht versteht.

    Historische Vergleiche drängen sich auf. Präsident Ronald Reagan brachte die Sowjetunion mit dem SDI-Programm und der Stationierung von Pershing-II-Raketen an den Verhandlungstisch – nicht durch Beschwichtigung, sondern durch die unbequeme Wahrheit, dass der Westen notfalls stärker und entschlossener sein würde. Wer diese Parallele als falsche Verklärung abtut, übersieht, dass Iran über Jahrzehnte jeden diplomatischen Vorstoß mit Verschleppungstaktiken beantwortet hat. Erst als die militärische Option nicht länger als leere Drohung erschien, kam Bewegung in die Gespräche.

    Die üblichen Reflexe gegen diese Taktik – sie sei gefährlich, unberechenbar, altmodisch – verraten eine tiefe Abneigung gegen klare Machtverhältnisse. Wer einem Regime, das seit vier Jahrzehnten den Terror exportiert, mit endlosen Konzessionen und vertrauensbildenden Maßnahmen begegnen will, lädt zur Eskalation geradezu ein. Eine offene Debatte über diese Realitäten wird jedoch oft von einem moralisierenden Ton erstickt, der jede Zurschaustellung von Militärkraft als Anachronismus brandmarkt. Dabei zeigt der jüngste Trump’sche Stopp: Gerade weil der Einsatz glaubwürdig war, musste er nicht erfolgen.

    Gleichwohl: Militärische Gewalt ist stets ein Übel, und jeder massive Schlag hätte unschuldige Menschen getroffen. Es spricht für jeden Staatsmann, wenn er alles daransetzt, dieses letzte Mittel zu vermeiden. Das verlangt jedoch nicht blauäugige Verhandlungen, sondern genau jene Glaubwürdigkeit, die jetzt eine Lösung in Reichweite rückt. Die Welt wird gut daran tun, das Ergebnis abzuwarten, anstatt den Prozess reflexartig zu verdammen. Denn ein offenes Hormuz und ein Iran ohne Atomwaffen – darauf käme es am Ende an.

    Quelle: NRK

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