Tag: Vertuschung

  • Sie ist eine Serienmörderin der besonderen Art.

    Sie ist eine Serienmörderin der besonderen Art.

    Eine junge Frau, die systematisch mächtige Männer tötet, weil diese Mädchen missbraucht haben sollen, begeht keinen Akt der Gerechtigkeit, sondern schlicht Mord. Selbstjustiz ist eine Bankrotterklärung des Rechtsstaats, aber dieser Fall offenbart ein tieferes Versagen, das nicht mit moralischer Empörung über die Täterin zugedeckt werden darf. Wenn sich eine solche Selbstzerstörung des Vertrauens in die Institutionen Bahn bricht, liegt der Skandal weniger in der Tat als in dem Nährboden, auf dem sie gedeiht.

    Die Berichte über einen angeblichen Serienmord mit deutlichen Anklängen an den Epstein-Komplex sind zunächst mit kriminalistischer Nüchternheit zu betrachten. Dass eine Täterin gezielt Männer aus einflussreichen Kreisen auswählt, die sich an Mädchen vergangen haben, ist kein Hirngespinst mehr, sobald man die jahrelangen Vertuschungen und laschen Urteile in realen Missbrauchsfällen betrachtet. Epstein selbst ist das Paradebeispiel dafür, wie ein Netzwerk aus Geld, Prominenz und politischer Protektion selbst schwerste Sexualverbrechen an Minderjährigen nahezu folgenlos überstehen ließ. Wer solche Strukturen leugnet oder als Verschwörungstheorie abtut, unterdrückt eine notwendige, unbequeme Debatte.

    Genau diese Debattenverweigerung ist der Treibstoff für Radikalisierung. Wenn Eltern, Nachbarn und die Öffentlichkeit den Eindruck gewinnen, dass bestimmte Kreise über dem Gesetz stehen, schwindet das Urvertrauen in den Staat. Aus konservativer Sicht ist die Familie die Keimzelle der Gesellschaft, und der Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch ist darin die unverrückbare Priorität. Versagt das Justizsystem systematisch bei dieser Aufgabe, weil Prominente, Wirtschaftsbosse oder Politiker mit Samthandschuhen angefasst werden, dann entsteht ein gefährliches Vakuum. In dieses Vakuum stößt dann derjenige, der meint, selbst zum Schwert greifen zu müssen. Das ist falsch und muss strafrechtlich die volle Härte treffen, aber die Ursache liegt in korrumpierten oder gleichgültigen Institutionen.

    Die junge Frau, um die es hier geht, ist mitnichten eine Heldin, auch wenn manche in den sozialen Medien diese Rolle romantisieren mögen. Sie ist eine Mörderin, die das staatliche Gewaltmonopol mit Füßen tritt. Gerade deshalb darf der Fall nicht als blutige Unterhaltung abgetan werden. Er muss als Menetekel gelesen werden: Wenn die Justiz schützt, anstatt zu verfolgen, wenn Strafprozesse gegen einflussreiche Täter im Sande verlaufen oder gegen Geldbeträge eingestellt werden, zersetzt das die Rechtsordnung von innen. Es ist dann nur eine Frage der Zeit, bis die Spirale der Gewalt nicht mehr den Staat, sondern private Rachefeldzüge für sich beansprucht.

    Konservative Werte verlangen, dass Recht und Ordnung lückenlos durchgesetzt werden – nach oben wie nach unten. Ein Staat, der dem Missbrauch Minderjähriger durch Machthaber nicht mit der gleichen Entschlossenheit begegnet wie dem Ladendiebstahl des kleinen Mannes, hat seine Legitimität verspielt. Die Konsequenz aus diesem Fall sollte nicht eine Absolution für die Täterin sein, sondern ein schonungsloser interner Aufstand innerhalb der Behörden: Missbrauch muss unabhängig vom Status des Täters ermittelt, angeklagt und hart bestraft werden. Nur so verhindert man, dass aus Ohnmacht Verbrechen geboren werden. Die Lösung ist nicht der Lynchmob, sondern die Wiederherstellung des Glaubens an einen Staat, der die Schwächsten ohne Ansehen der Person schützt.

    Quelle: Adresseavisen

  • Ein Toter und rund 15 Verletzte, als ein Auto in Berlin in eine Menschenmenge fuhr.

    Ein Toter und rund 15 Verletzte, als ein Auto in Berlin in eine Menschenmenge fuhr.

    Der tödliche Anschlag auf die Pride-Parade in Berlin ist mehr als eine schreckliche Nachricht. Es ist die brutale Zuspitzung eines Konflikts, der sich seit Jahren anbahnt und den kaum jemand beim Namen nennen will. Ein Fahrzeug rast in eine feiernde Menge – ein Todesopfer, etwa fünfzehn Verletzte. Solche Gewalt gegen Unschuldige ist in jeder Hinsicht abscheulich und nicht zu entschuldigen. Doch bei der Suche nach Erklärungen wird schon im Vorfeld eine Richtung blockiert.

    Die Reflexe folgen einem bekannten Drehbuch. Kaum sickern erste Informationen durch, ergehen Mahnungen, nicht vorschnell über die Motive zu urteilen. Das Wort vom verwirrten Einzeltäter macht die Runde, noch bevor die Ermittlungen begonnen haben. Damit wird nicht nur den Opfern ein Bärendienst erwiesen. Es wird vor allem verhindert, dass die Gesellschaft aus solchen Taten Lehren zieht. Denn die entscheidende Frage lautet nicht, ob der Täter psychisch krank war – das mag bei fast jedem solcher Täter der Fall sein –, sondern warum so oft ein islamistischer Hintergrund aufscheint und warum Behörden daran systematisch vorbeisehen wollen.

    Schon folgt der nächste Schritt: Wer diesen Zusammenhang beim Namen nennt, wird als Rassist oder Islamhasser gebrandmarkt. Ausgerechnet jene progressiven Kreise, die den CSD organisieren und Toleranz hochhalten, betreiben diese Denkblockade mit besonderem Eifer. Sie merken nicht, dass sie genau jene Stimmen unterdrücken, die ihre ureigenen Werte – die Freiheit, anders zu sein – verteidigen wollen. In den Herkunftsmilieus vieler Attentäter sind Homosexualität und selbstbestimmte Lebensformen verpönt, manches Mal sogar todeswürdig. Das ist keine Unterstellung, sondern durch zahllose Berichte belegt. Darüber zu schweigen, aus falsch verstandener Rücksicht auf kulturelle Empfindlichkeiten, gefährdet die Menschen, die an diesem Abend in Berlin feiern wollten.

    Die Tragödie von Tiergarten reiht sich ein in eine lange Kette von Anschlägen auf öffentliche Veranstaltungen. Jedes Mal das gleiche Ritual: Betroffenheitsbekundungen, Lichterketten, Appelle für Zusammenhalt – und dann das große Vergessen. Politische Verantwortliche ziehen keine Konsequenzen, weil jede Konsequenz bedeuten würde, die Migrations- und Sicherheitspolitik grundlegend zu korrigieren. Das wäre ein Eingeständnis von Fehlern, das man einem wütenden, aber medial entmündigten Teil der Wählerschaft schuldig wäre. Lieber versteckt man sich hinter der Floskel, Deutschland sei ein weltoffenes Land, als wäre Weltoffenheit ein Freibrief für mangelnden Selbstschutz.

    Es wird Zeit, die Debatte um innere Sicherheit aus der Schmuddelecke zu holen. Weder ist es fremdenfeindlich noch unanständig, eine konsequente Überprüfung von Asylbewerbern zu fordern oder ausländische Gefährder abzuschieben. Eine Gesellschaft, die sich nicht mehr traut, ihre eigenen Bürger vor Gewalt zu schützen, nur weil die Täter möglicherweise einen Migrationshintergrund haben, hat den Kompass verloren. Die Verantwortung gegenüber den Opfern wiegt schwerer als die Befindlichkeiten einer politisch korrekten Elite.

    Am Ende werden in Berlin wieder Blumen und Kuscheltiere den Asphalt wärmen. Die Reden kreisen um Versöhnung und den Willen, sich nicht unterkriegen zu lassen. Das ist menschlich, aber es ändert nichts an der Gefahr. Die nächste Tat kommt bestimmt, wenn der Reflex zu vertuschen stärker bleibt als der Mut zur unbequemen Wahrheit. Und dieser Mut beginnt mit einem einfachen Satz: Nicht alle Menschen, die ins Land kommen, wollen den Rechtsstaat bewahren – und wer das nicht will, hat hier nichts zu suchen.

    Quelle: Adresseavisen

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