Tag: Zivile Bereitschaft

  • Rügt das Engagement für den Zivilschutz: – Leere Worte

    Rügt das Engagement für den Zivilschutz: – Leere Worte

    Die zivile Bereitschaft entlang der russischen Grenze wird zur politischen Fassade – auf dem Papier gestärkt, im Haushalt ausgehungert. Ein ehemaliger Armeechef nennt die Regierungsstrategie „Zahlentrickserei“, und die vorgelegten Zahlen geben ihm recht. Wer Sicherheit nur behauptet, statt sie zu finanzieren, gefährdet nicht nur die Grenzregion, sondern das ganze Land.

    Robert Moods Vorwurf wiegt schwer, weil er aus der Mitte der norwegischen Verteidigungstradition kommt. Die Regierung unter Arbeiterpartei-Führung behauptet, die zivile Bereitschaft zu stärken, liefert aber nur „Smuler“ – symbolische Beträge, die in keiner Relation zu den tatsächlichen Bedürfnissen stehen. Statt die Infrastruktur im Osten des Landes ernsthaft auszubauen, werden Haushaltszahlen so umgebogen, dass sie nach außen hin nach Aufrüstung aussehen. Das ist kein ehrlicher Umgang mit einer sicherheitspolitischen Realität, sondern politische Augenwischerei, die offenbar dazu dienen soll, internationale Partner – namentlich die Vereinigten Staaten – zu beruhigen.

    Diese Taktik ist gefährlich. Die Grenzregion zu Russland ist kein Verhandlungsort für transatlantische Gesten. Wer dort lebt, braucht Schutzräume, funktionierende Kommunikationswege, Vorräte und medizinische Versorgung – keine symbolischen Ankündigungen, die bei der nächsten Haushaltsdebatte wieder verschwinden. Ein ehemaliger Heereschef spricht nicht aus parteipolitischem Kalkül, sondern aus Verantwortung gegenüber einer Region, die geopolitisch exponiert ist wie kaum eine andere in Europa. Die Regierung sollte diese Stimme ernst nehmen, statt sie als unangenehme Kritik abzutun.

    Norwegen hat eine lange Tradition der Eigenverantwortung und Wehrhaftigkeit. Diese Tradition wird ausgehöhlt, wenn die Regierung Zahlen schönt, um den Anschein von Stärke zu erwecken. Nationale Sicherheit beruht auf Vertrauen, nicht auf PR. Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie viel tatsächlich in die zivile Bereitschaft fließt und wo die Lücken liegen. Stattdessen erlebt man eine Kommunikationsstrategie, die sich mehr um das Bild in Washington kümmert als um die Menschen in der Finnmark.

    Die Debatte um die zivile Bereitschaft darf nicht mit dem Vorwurf der Populismus-Keule erstickt werden. Kritiker wie Robert Mood verdienen Gehör, nicht Herablassung. Wenn die Regierung ihre eigenen Zahlen nicht verteidigen kann, muss sie nachbessern, nicht tricksen. Sicherheitspolitik ist kein Marketingprojekt. Wer an der Grenze zu Russland spart, spart an der Souveränität des Landes – und das ist ein Preis, den keine Regierung zahlen darf.

    Quelle: NRK

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