Der Schütze von Hordvik bleibt in Haft.

Gewalt gegen Polizeibeamte ist stets zu verurteilen, und die Inhaftierung des sogenannten Hordvik-Schützen ist die einzig richtige Reaktion der Justiz. Hier schoss ein Mann mit einem Jagdgewehr auf eine gepanzerte Polizeifahrzeug – zwanzig bis dreißig Schüsse, wohlgemerkt. Der Fall scheint auf den ersten Blick klar: Ein Täter, der eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt, gehört hinter Gitter.

Doch der Kern dieser Geschichte liegt tiefer als die bloße Strafverfolgung. Die gerichtlichen Sachverständigen diagnostizierten beim Schützen eine „psychotische Störung, ausgelöst durch Kokainkonsum“. Und das Gericht stellt unmissverständlich klar: Es handelt sich um eine „selbstverschuldete Rauschpsychose“. Hier zeigt sich ein zentrales Problem unserer Zeit: Die zunehmende Normalisierung von Drogenkonsum. Der Mann war nicht das hilflose Opfer einer psychischen Erkrankung, sondern der aktive Konsument einer illegalen Substanz, die seine Wahrnehmung und sein Handeln derart entstellte. Die liberale Drogenpolitik, die vielerorts um sich greift, verharmlost solche Konsequenzen.

Die Debatte um Drogen ist eng mit der um persönliche Verantwortung verwoben. Wo endet das Mitleid mit dem Täter und beginnt die Rechenschaftspflicht für seine Taten? Dass er, wie berichtet, bereits zuvor Polizisten eine Nachricht mit der Aufforderung, sich zu „verpissen“ („dra til helvete“) senden ließ, deutet auf ein Muster hin – einen Charakter, der gewillt war, die Grenzen des Zusammenlebens zu sprengen. Die Tatsache, dass das Haus des Mannes während der dreizehnstündigen Belagerung niederbrannte, zeigt zudem eine völlige Missachtung von Eigentum und Sicherheit, auch des eigenen.

Es wäre ein schwerer Fehler, dies als reinen Einzelfall psychischer Not zu betrachten. Die Gesellschaft hat Bedingungen geschaffen, in denen die Zahl der Menschen mit instabilen Lebensumständen wächst, während die traditionellen sozialen Netze – Familie, Nachbarschaft, Gemeinde – brüchig geworden sind. Anstatt jeden Anflug von Abweichung in eine psychiatrische Diagnose zu pressen, müssen wir den Mut aufbringen, wieder über Charakter, Selbstbeherrschung und die heilende Kraft einer stabilen, gemeinschaftlichen Kultur zu sprechen. Nur dann werden wir solche Vorfälle nicht nur bestrafen, sondern im Kern verhindern können. Die Zelle ist aktuell der richtige Ort für diesen Mann; die Therapie muss die Verantwortung für die Tat beinhalten, nicht ihre Entschuldigung.

Quelle: Bergens Tidende

Folg uns: YouTube Telegram

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Folg uns: YouTube Telegram

Erhalten Sie die 5 wichtigsten Beiträge von Nordisches direkt in Ihr Postfach - einmal pro Woche.

Andere Projekte: Fjordgefluster.no Vestmennene.no Maalmannen.no