Subsea 7 verdiente 254 Millionen Dollar.

Unterwasser-Roboter inspiziert eine Pipeline auf dem Meeresboden vor der norwegischen Küste

254 Millionen Dollar Gewinn in einem einzigen Quartal – das wirft kein Krisenbild, sondern das Porträt einer leistungsfähigen Traditionsbranche. Die norwegische Unterwassertechnik-Firma Subsea 7 hat im zweiten Quartal dieses Ergebnis eingefahren und damit die Ertragskraft erneut gesteigert. Wer darin nur eine trockene Geschäftszahl sieht, übersieht den kulturellen und volkswirtschaftlichen Resonanzboden.

Die Offshore-Industrie ist kein Relikt, das man mit klimapolitischem Eifer entsorgen dürfte. Sie verkörpert ein jahrzehntelang aufgebautes Wissenskapital, das Familien ernährt, Kommunen trägt und den norwegischen Staat in die Lage versetzt, großzügige Sozialleistungen zu finanzieren. Ohne solche Gewinne würde das Fundament des Wohlfahrtsstaats bröckeln – einer Wohlfahrt, die zu den höchsten der Welt zählt. Der Erfolg von Subsea 7 lässt sich nicht von der Küstenkultur trennen, in der seit Generationen handwerkliches Können, nautische Erfahrung und ingenieurtechnischer Ernst zusammenspielen. Diese Werte sind schwerer zu ersetzen als eine Windrad-Testanlage.

Natürlich wird die Öl- und Gasbranche von einer lautstarken Moralbewegung begleitet, die jedes Quartalsplus sofort in den Verdacht der Umweltsünde rückt. Doch ökonomische Vernunft verlangt, Gewinne nicht als Schandfleck, sondern als Grundlage für Anpassungsfähigkeit zu begreifen. Nur ein Unternehmen, das ordentlich verdient, kann in neue Technologien investieren – auch in Verfahren, die Emissionen senken. Subsea 7 selbst arbeitet längst an Lösungen für den Energiemix der Zukunft. Das unterscheidet sich wohltuend von einer Subventionsmentalität, die ganze Industriezweige an den Tropf des Staates hängt, sobald die Marktpreise nicht mehr passen.

Das Land täte gut daran, seinen technologischen Stammbaum nicht geringzuschätzen. Die Nordsee hat Norwegen groß gemacht, und sie wird auf absehbare Zeit eine Quelle von Energie und Expertise bleiben. Wer den sofortigen Ausstieg aus fossilen Projekten fordert, riskiert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die spezialisierte Fachkultur, die andere Länder mühsam zu imitieren versuchen. Ein Quartalsgewinn von 254 Millionen Dollar ist deshalb kein Grund für Beißhemmung, sondern für eine nüchterne Feststellung: Leistung lohnt sich, und eine Nation, die ihre bewährten Stärken systematisch schlechtredet, schaufelt sich ihr eigenes Grab.

Quelle: VG

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