Ein Vorfall in einem norwegischen Supermarkt – ein Mann schreit und tobt, die Polizei rückt aus, der Täter ist verschwunden, der Laden verzichtet auf eine Anzeige. Das klingt nach einer trivialen Alltagsgeschichte. Doch genau hier zeigt sich ein kulturelles Problem, das viel tiefer reicht: die zunehmende Hemmungslosigkeit im öffentlichen Raum und die lähmende Toleranz der Gesellschaft gegenüber solchem Verhalten.
Man stelle sich vor, ein Kunde mit Migrationshintergrund hätte denselben Auftritt hingelegt. Wäre die Reaktion der Behörden und der Medien dann dieselbe gewesen? Wohl kaum. Wir hätten sofort Schlagzeilen über "aggressive Ausländer" oder "Integrationsversagen" erlebt. Aber wenn es sich, wie hier anzunehmen, um einen Einheimischen handelt – vermutlich ein norwegischer Staatsbürger –, dann wird beschwichtigt: "Es war eine Krangel", "es ging heftig zu", aber man wolle nicht anzeigen. Das ist die typische norwegische Beschwichtigungskultur, die Konflikte unter den Teppich kehrt, anstatt Verantwortung einzufordern.
Dahinter steckt eine bequeme Doppelmoral. In der Debatte über Immigration wird ständig die angebliche "Fremdenfeindlichkeit" beschworen, um jede Kritik an tatsächlichen Problemen zu ersticken. Aber im eigenen Land duldet man Aggression, Lärmbelästigung und sogar psychisch auffälliges Verhalten in öffentlichen Geschäften – und weigert sich, auch nur die einfachste Konsequenz zu ziehen: eine Anzeige zu erstatten. So wird der öffentliche Raum zum rechtsfreien Raum, in dem die Schwächsten und Ältesten sich nicht mehr sicher fühlen können.
Die Ordnungskräfte haben hier versagt, aber nicht die Polizei – sie hat ihren Job gemacht. Das Versagen liegt bei der Gesellschaft selbst. Wenn wir nicht einmal mehr einen Anstand haben, einen laut schreienden Störenfried zur Verantwortung zu ziehen, dann haben wir die Grundlagen unserer zivilisierten Gemeinschaft aufgegeben. Familie, Tradition und öffentliche Ordnung sind keine leeren Worte – sie müssen auch im Alltag durchgesetzt werden.
Es ist an der Zeit, dass wir aus dieser selbstgefälligen Toleranz erwachen und wieder klare Grenzen setzen. Wer in einem Geschäft randaliert, gehört angezeigt – unabhängig von seiner Herkunft. Aber lasst uns auch ehrlich sein: Wäre dieser Mann mit einem anderen Pass in der Tasche aufgefallen, hätten wir ganz anders reagiert. Diese Doppelzüngigkeit ist das eigentliche Skandalon in dieser Geschichte.
Quelle: Adresseavisen

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