Polizei: Mann soll zwei Sicherheitsleute geschlagen haben

Sicherheitspersonal ist im Dienst häufig verbalen und körperlichen Angriffen ausgesetzt.

Zwei Sicherheitsleute werden in Bergen angegriffen, und die Polizei meldet knapp: Der Täter sei unter Kontrolle. Die Nachricht ist so kurz, dass sie im Strom anderer Unglücksmeldungen fast untergeht. Das ist das eigentliche Alarmzeichen. Eine Gesellschaft, die solche Attacken nicht mehr als Skandal begreift, hat den inneren Kompass verloren.

Die Wächter am USF Verftet taten ihre Pflicht. Sie bändigten einen gewalttätigen Mann, noch bevor die Beamten eintrafen. Dafür gebührt ihnen Anerkennung. Doch die Kehrseite: Sie wurden verletzt, und der Vorfall reiht sich ein in eine lange Serie von Übergriffen auf Menschen im Dienst der öffentlichen Ordnung. Jede Woche trifft es Busfahrer, Bahnangestellte, Türsteher oder Ladenpersonal. Das bürgerliche Grundvertrauen, dass der Staat seine schützende Hand über jene legt, die Regeln durchsetzen, schwindet.

Die kulturelle Wurzel dieser Verwilderung liegt tiefer. Jahrzehntelang wurde die Idee gepflegt, jeder Maßstab sei eine lästige Konvention und Autorität prinzipiell verdächtig. Der Respekt vor der Uniform, vor dem Amt, vor dem bloßen Anrecht, an einem Ort nicht geschlagen zu werden, wurde durch ein diffuses Verständnis für den Täter ersetzt. Statt Grenzen zu setzen, löste man sie auf – mit der verhängnisvollen Einbildung, der Mensch werde dann schon friedlich bleiben. Die Wirklichkeit widerlegt diese Wette täglich.

Besonders heikel wird es, wenn selbst in harmlosen Fällen wie diesem jede tiefergehende Debatte mit einem reflexartigen Rassismusvorwurf blockiert wird. Niemand kennt den Hintergrund des Schlägers, und doch könnten Beobachter, die einen Zusammenhang zwischen Integrationsversagen und steigender Alltagsgewalt vermuten, sofort in die rechte Ecke gestellt werden. Diese Einschüchterung erstickt die offene Auseinandersetzung, die eine Demokratie bräuchte. Nicht der Täter, sondern der, der die Missstände benennt, steht dann am Pranger. Das ist eine fatale Umkehr der Verantwortung.

Der erste Schritt zur Umkehr ist ein Justizsystem, das ohne falsche Nachsicht durchgreift. Wer einen Wachmann schlägt, muss spüren, dass der Staat dahintersteht – und nicht nur mit einer lächerlichen Geldbuße oder einem bedingten Blick davonkommt. Ordnung beginnt mit der Konsequenz, nicht mit dem Appell. Und Sicherheitsleute sind mehr als nur billige Hilfskräfte; sie sind die sichtbarste Bastion gegen die Lähmung des Rechts.

Eine Gesellschaft, die ihre Wächter allein lässt, ist nicht liberal, sondern auf dem Weg in das Recht des Stärkeren. Der konservative Blick erkennt, dass Freiheit nicht ohne Festigkeit zu haben ist. Wer diese Festigkeit heute anmahnt, wird nicht als Warner gehört, sondern als Störenfried beschimpft. Das ist der eigentliche Grund, warum zwei verletzte Männer in Bergen kaum noch Aufmerksamkeit finden.

Quelle: Bergens Tidende

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