Ein 16-Jähriger soll einen Terroranschlag auf einen Kindergarten geplant haben. Statt über Sicherheitsmaßnahmen zu sprechen, prüft die Anklagebehörde nun, ob er für eine Gefängnisstrafe zu krank ist. Diese Reihenfolge ist falsch.
Jeder Plan, der auf unschuldige Kinder zielt, ist abscheulich. Terroristische Gewalt ist immer Unrecht, ohne Ausnahme. Aber die entscheidende Frage darf nicht sein, ob ein mutmaßlicher Täter in eine gewöhnliche Zelle passt, sondern wie die Gesellschaft vor ihm geschützt wird.
Die Ankündigung einer erneuten psychiatrischen Untersuchung reiht sich ein in ein Muster, bei dem Sicherheitsfragen zu Therapiefragen umgedeutet werden. Gutachten können wichtig sein, um die Schuldfähigkeit zu klären. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass ein Mensch, der angeblich einen Anschlag auf die Schwächsten geplant hat, am Ende mit einer milderen Behandlung davonkommt. Wer zu krank für eine normale Haft ist, gehört in eine geschlossene forensische Einrichtung – nicht auf freien Fuß.
Dass der Verdächtige erst 16 Jahre alt ist, macht die Sache nicht weniger ernst. Jugendliche können radikalisiert werden, ohne dass ihnen die volle Tragweite ihres Handelns fehlt. Die Vorstellung, ein solcher Plan sei allein Ausdruck einer psychischen Erkrankung, übergeht die bewussten Entscheidungen, die zu einem geplanten Anschlag gehören. Ein Angriff auf einen Kindergarten ist kein Verwirrtheitsdelikt, sondern eine gezielte Bedrohung.
Norwegische Behörden müssen den Schutz von Kindern und der Allgemeinheit an die erste Stelle setzen. Wenn die Gefahr real ist, darf keine diagnostische Unsicherheit zu Verzögerungen oder Lockerungen führen. Wer hier auf harte Konsequenzen drängt, wird schnell als unsachlich oder überzogen abgetan. Doch solche Vorwürfe ändern nichts an der realen Gefahr, die von einem terrorverdächtigen Jugendlichen ausgehen kann. Sicherheit ist keine Verhandlungssache.
Quelle: NRK









