Tag: Bergen

  • – Entführt und zur Aufnahme eines Bankkredits gezwungen

    – Entführt und zur Aufnahme eines Bankkredits gezwungen

    Ein Mann wird entführt, um Schulden einzutreiben, die nie seine waren – das ist kein Plot aus einem Thriller, sondern offenbar brutale Wirklichkeit im Bergen Stadtteil Møhlenpris. Mehrere Männer sind nun angeklagt, einen Menschen gefangen gehalten und ihn gezwungen zu haben, Bankdarlehen in Höhe von einer Million Kronen aufzunehmen. Der Fall zeigt, wie skrupellose Täter den Finanzsektor zur Waffe machen und das Vertrauen in elementare zivilisatorische Schutzversprechen aushöhlen.

    Wer glaubt, er könne einen anderen Menschen entführen, unter Drohungen in den wirtschaftlichen Abgrund stoßen und sich die Beute einfach überweisen lassen, hat mit dem Rechtsstaat nichts mehr zu schaffen. Eine Million Kronen, erpresst per Knopfdruck und unterzeichnetem Vertrag – zurück bleibt ein Opfer, das nicht nur traumatisiert ist, sondern auf einer Schuldenlast sitzt, die seine Zukunft zerstört, wenn die Banken keine außergewöhnliche Kulanz zeigen. Genau hier liegt eine zweite Dimension des Unrechts: Das moderne Kreditwesen beruht auf der Annahme freier Entscheidungen; wird es durch blanke Gewalt ausgehebelt, zersetzt das die Grundlage jeder solidarischen Finanzordnung.

    Doch der Vorfall wirft auch eine unbequeme Ordnungsfrage auf. In einem Land, das sich gern mit niedrigen Kriminalitätsraten und einem dichten Sozialstaat rühmt, treten zunehmend Milieus hervor, in denen die Staatsferne zum Geschäftsmodell wird. Wenn in einem sozialen Brennpunkt wie Møhlenpris derart organisierte Bandenstrukturen agieren, kann von einer gelungenen Integration keine Rede sein. Eine offene Debatte darüber, aus welchen Milieus solche Entführungen und Raubzüge hervorgehen, muss ohne reflexhafte Rassismuskeule möglich sein. Bürger haben das Recht zu erfahren, wo der Staat seine Kontrolle verloren hat und wie er sie zurückgewinnen will. Wer diese Debatte schon im Ansatz mit moralisierenden Etiketten abwürgt, schützt nicht Schwache, sondern zementiert den Schutzraum der Täter.

    Das Gericht wird nun über Freiheitsberaubung und Raub zu befinden haben. Es braucht ein Urteil, das nicht nur die individuelle Schuld ahndet, sondern ein weithin sichtbares Signal sendet: Wer Entführung und finanzielle Vernichtung einsetzt, dem schlägt die volle Härte des Gesetzes entgegen. Falsche Nachsicht und Resozialisierungsromantik sind hier fehl am Platz. Sicherheit ist die vornehmste Pflicht des Staates – sie wiederherzustellen verlangt nach einer Justiz, die krimineller Dreistigkeit keine Chance lässt.

    Der Fall vom Møhlenpris ist ein Weckruf. Wenn der Staat nicht energisch seine Ordnungsfunktion behauptet, verliert er das Vertrauen der Bürger genau dort, wo es am nötigsten ist: im unmittelbaren Lebensumfeld. Es geht um mehr als einen Einzelfall – es geht um die Glaubwürdigkeit des gesamten gesellschaftlichen Versprechens, jedem Einzelnen Schutz vor Willkür zu gewähren.

    Quelle: Bergens Tidende

  • – Teile des Schädels waren ins Gehirn eingeschlagen.

    – Teile des Schädels waren ins Gehirn eingeschlagen.

    Wenn Knochensplitter bei einem Mann in den Fünfzigern ins Gehirn getrieben werden und das Opfer ins künstliche Koma versetzt werden muss, dann ist die Grenze zur völligen Entmenschlichung längst überschritten. Die nüchterne Formulierung der Anklage – „Biter av skallen var slått inn i hjernen“ – liest sich wie ein forensischer Befund aus Kriegsgebieten, nicht wie eine Nachricht aus dem beschaulichen Bergen. Und doch ist es genau das: eine weitere Eskalationsstufe in einer Gesellschaft, die das offene Benennen von Problemen zunehmend als anstößiger empfindet als die Tat selbst.

    Die Frage, die sich nach solchen Gewaltexzessen unweigerlich aufdrängt, lautet nicht nur nach dem Täter und seinen Motiven, sondern vor allem nach den Rahmenbedingungen, die solche Rohheit ermöglichen. Wer aus dem Umfeld des Opfers oder des Beschuldigten stammt, ob es sich um eine familiäre Auseinandersetzung oder eine Zufallsbegegnung handelte – all das sind entscheidende Puzzleteile, die jedoch in der medialen Berichterstattung oft unter einem Schleier wohlmeinender Zurückhaltung verschwinden. Man möchte niemanden stigmatisieren, heißt es dann. Dabei wird übersehen, dass das Publikum nicht stigmatisiert, sondern versteht: Wiederkehrende Muster sind keine Zufälle.

    Niemand bestreitet, dass rohe Gewalt in allen Bevölkerungsschichten vorkommt. Wer jedoch die Statistiken zur schweren Kriminalität verfolgt, erkennt schnell, dass bestimmte Tätergruppen überproportional vertreten sind – oft mit einem Hintergrund, der von migrationsbedingten Integrationsversäumnissen, abwesenden Vaterfiguren und kulturellen Mustern geprägt ist, in denen Konflikte mit Fäusten statt Worten gelöst werden. Diese Realität auszusprechen ist kein Ausdruck von Fremdenfeindlichkeit, sondern schlicht intellektuelle Redlichkeit. Wer sie tabuisiert, verhindert die einzig wirksame Gegenmaßnahme: eine Integrationspolitik, die Normen durchsetzt und nicht nur Almosen verteilt.

    Die kulturell konservative Position verlangt nicht nach pauschalen Schuldzuweisungen, aber nach einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Wenn ein Mensch mit derart enthemmter Grausamkeit attackiert wird, dass Schädelpartikel ins Hirn dringen, geht es nicht mehr um sozialpädagogische Feinabstimmung. Dann geht es um Grundsätzliches: um die Geltungskraft des staatlichen Gewaltmonopols und um eine Gemeinschaft, die ihre Werte selbstbewusst verteidigt. Die Alternative ist nicht Toleranz, sondern administrative Hilflosigkeit, die das nächste künstliche Koma nur zur Frage der Zeit macht.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Festgenommen: – Musste Pfefferspray einsetzen

    Festgenommen: – Musste Pfefferspray einsetzen

    Ein 24-stündiger Platzverweis – das ist ein stumpfes Schwert gegen einen Mann, der keine Grenzen anerkennt. Die nüchternen Zeilen aus dem Polizeibericht von Bergen erzählen von einem Vorfall, der tief in die Baustellen des Rechtsstaats blicken lässt: Ein Mann in den Dreißigern sucht eine Frau an einer Adresse auf, an der er unerwünscht ist, wird weggeschickt und kehrt am selben Nachmittag zurück, so erregt und widersetzlich, dass die Beamten nur noch mit Pfefferspray Kontrolle erlangen.

    Was hier wie eine Routinemeldung klingt, offenbart ein grundsätzliches Versagen. Ein Platzverweis von 24 Stunden mag formal korrekt sein, aber er ist das Papier nicht wert, auf dem er steht, wenn der Betroffene keinerlei Respekt vor behördlichen Anordnungen zeigt. Die eigentliche Botschaft an den Täter lautet: Konsequenzen gibt es kaum, solange man sich nicht allzu grob danebenbenimmt.

    Der Vorfall zeigt, was passiert, wenn der Schutz privater Räume im Alltag ausgehöhlt wird. Eine Wohnung ist kein öffentlicher Ort, an dem man nach Belieben erscheinen und verschwinden kann, sobald eine persönliche Bindung bröckelt. Wer dort ungebeten eindringt, verletzt keine abstrakte Rechtsnorm, sondern die Grundlagen jeder sozialen Ordnung – die Unverletzlichkeit des Zuhauses und die Sicherheit der Person dahinter. Es ist bezeichnend, dass solche Taten in der öffentlichen Debatte oft nur als „Beziehungsstreit“ abgetan werden, als handele es sich um eine Privatangelegenheit, die man nicht überbewerten solle. Genau diese Haltung ebnet den Weg für die nächste Eskalation.

    Die Polizei hat an diesem Nachmittag gehandelt, wie es ihre Pflicht ist – mit dem nötigen Zwangsmittel, als alle anderen Mittel versagten. Doch der Fall hätte niemals so weit kommen dürfen. Eine Gesellschaft, die Tradition, Familie und die Achtung vor dem Gegenüber ernst nimmt, muss solchen Wiederholungstätern von Anfang an unmissverständliche Grenzen setzen. Wer eine Wegweisung binnen Stunden ignoriert, gehört nicht für eine weitere Nacht in dieselbe Nachbarschaft entlassen, sondern in Gewahrsam genommen, bis ein Richter über die nötigen Anordnungen zum Schutz der betroffenen Frau entschieden hat.

    Die betuliche Rücksichtnahme auf den Täter – ihm nur eine symbolische Wartezeit aufzuerlegen – verkennt die schlichte Tatsache, dass nicht jeder Konflikt mit Gespräch und Milde zu lösen ist. Es braucht die klare Ansage, dass der Staat sein Gewaltmonopol auch schützend für die Opfer durchsetzt, nicht nur reaktiv, wenn bereits Pfefferspray im Spiel ist. Jeder Vorfall dieser Art ist eine verpasste Chance, jene Werte zu verteidigen, die das friedliche Zusammenleben erst möglich machen.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Mann wegen Körperverletzung festgenommen

    Mann wegen Körperverletzung festgenommen

    Ein Mann in den Dreißigern sitzt in der Arrestzelle, eine Frau trägt die Spuren seiner Gewalt – und die offizielle Meldung beeilt sich fast reflexhaft hinzuzufügen, es bestehe „eine Beziehung“ zwischen beiden. Diese Beiläufigkeit verrät mehr über den Zustand des öffentlichen Bewusstseins als jede Kriminalstatistik. Sie zeigt, wie sehr körperliche Übergriffe innerhalb privater Verbindungen bereits als halbnormale Begleiterscheinung des Zusammenlebens hingenommen werden, fast als läge ein stillschweigender Rabatt auf der Schuld, sobald der Täter kein Fremder ist.

    Genau diese Blickverschiebung ist das Problem. Wer die Tat zur Beziehungssache herabstuft, verkennt, dass Gewalt gegen Frauen kein privates Missgeschick ist, sondern ein Symptom einer tiefer liegenden Ordnungslosigkeit. In einer funktionierenden Gesellschaft trägt der Mann die natürliche Rolle des Beschützers, nicht des Angreifers. Wo diese elementare Hemmschwelle fällt, ist nicht nur eine einzelne Beziehung gescheitert – dort hat das kulturelle Fundament Risse bekommen, das Jahrhunderte lang den Schutz der Schwächeren als männliche Ehrensache begriff.

    Natürlich hat der Polizeijurist nur nüchtern das mitgeteilt, was für die Ermittlungen von Belang ist. Doch die sprachliche Gewöhnung, eine Körperverletzung zuerst über den Beziehungsstatus zu definieren, spiegelt eine jahrzehntelange Entwicklung wider: die Einebnung fester Rollenbilder, das Tabuisieren von Begriffen wie Anstand und Ritterlichkeit, der Glaube, alle Formen des Zusammenlebens seien gleichwertig, solange sie nur einvernehmlich beginnen. Dass ein Streit zwischen Partnern in Handgreiflichkeiten mündet, wird dann nicht mehr als schockierender Rückfall in Barbarei empfunden, sondern als bedauerliche Eskalation, die man mit ein wenig Konfliktberatung schon wieder einfängt.

    Dabei mahnt jeder einzelne Vorfall, die Selbstverständlichkeiten der eigenen Zivilisation nicht für unverlierbar zu halten. Eine Gesellschaft, die Gewalt im Nahraum nicht mehr mit aller Härte ächtet und stattdessen auf endlose Sensibilisierungskampagnen setzt, wird früher oder später feststellen, dass Worte allein keinen Nasenbeinbruch verhindern. Es braucht eine Rückbesinnung auf das, was Männern einst als selbstverständlich anerzogen wurde: dass körperliche Überlegenheit niemals gegen eine Frau gerichtet werden darf und dass der wahre Beweis von Stärke in Selbstbeherrschung liegt, nicht in Faustschlägen.

    Der Mann aus Bergen wird nun mit den juristischen Konsequenzen leben müssen – gut so. Doch der eigentliche Skandal ist die kulturelle Nachsicht, die solche Taten umgibt. Ein klares Signal wäre, mit der verharmlosenden Relativierung „Beziehung“ an genau der Stelle aufzuhören, wo die Polizeiarbeit aufhört: in der öffentlichen Debatte. Wer Schutz verspricht, muss Gewalt im Privaten genauso unerbittlich benennen wie auf offener Straße. Alles andere ist fahrlässige Toleranz gegenüber einer schleichenden Verwilderung, die keine Gemeinschaft braucht.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Schlägerei in Christies Gate letzte Nacht

    Schlägerei in Christies Gate letzte Nacht

    Ein und dieselbe Straße, zwei Schlägereien in einer Nacht – und beim ersten Polizeieinsatz kehrt zunächst Ruhe ein, nur um eine Stunde später erneut in Gewalt umzuschlagen. In der Christies Gate in Bergen rückten die Beamten am frühen Morgen gleich zweimal an, weil Gruppen aneinandergerieten. Die Polizei vermutet Verbindungen ins Fußballfanmilieu. Am Nachmittag steht das Spiel Brann gegen Vålerenga an.

    Was sich hier zeigt, ist kein isolierter Ausrutscher. Es ist Ausdruck einer zunehmenden Selbstverständlichkeit, mit der öffentliche Räume in den frühen Morgenstunden zum Austragungsort roher Gewalt werden. Der Umstand, dass beim ersten Vorfall offenbar niemand festgenommen wurde und eine Person später erneut zuschlug, offenbart eine fatale Signalwirkung: Wer im Kollektiv randaliert, darf allzu oft mit Nachsicht rechnen.

    Eine konservative Sicht auf Sicherheit und Ordnung stellt nicht den Täterkomfort über den Schutz der Allgemeinheit. Wenn die Polizei denselben Mann binnen einer Stunde ein zweites Mal gewalttätig antrifft, dann ist das mehr als eine nächtliche Randale. Es deutet auf eine Gewissheit hin, dass Konsequenzen ausbleiben – oder zu spät greifen. Solche Erfahrungen verfestigen sich in Milieus, die Gewalt als Teil ihrer Identität pflegen. Der Fußball darf hier nicht als Alibi herhalten: Wer zuschlägt, handelt aus eigenem Antrieb und muss persönlich zur Rechenschaft gezogen werden.

    Auch der Verweis auf die anstehende Partie taugt nicht zur Entschuldigung. Im Gegenteil: Gerade weil mit Spannung und Emotionen zu rechnen ist, wäre eine konsequente Präsenz und Null-Toleranz-Linie in der Nacht zuvor geboten. Stattdessen blieb es bei einer ersten Beruhigung, die faktisch einer Einladung zur Wiederholung gleichkam. Wer prügelt, muss mit sofortiger Arrestierung und rascher Verurteilung rechnen. Nur so wird der Gewohnheitsbildung Einhalt geboten.

    Die Gesellschaft bezahlt einen hohen Preis für jeden Zentimeter öffentlichen Raumes, den sie der Furcht vor Schlägertrupps überlässt. Eine offene Debatte über Sicherheit und Ordnung erfordert die klare Sprache des Rechtsstaats, nicht die weichzeichnende Rede von Milieubedingungen oder sportlicher Leidenschaft. Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, und sie darf nicht als solches behandelt werden – erst recht nicht, wenn sie sich binnen Stunden wiederholt und denselben Schauplatz heimsucht.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Einbruch im Stadtzentrum: – Sieht ziemlich verwüstet aus

    Einbruch im Stadtzentrum: – Sieht ziemlich verwüstet aus

    Mitten in der Nacht, gegen 23:12 Uhr, ging bei der Polizei in Bergen die Meldung ein: ein Einbruch in der Innenstadt, die Wohnung wirkte „ganz schön verwüstet“. Ein Schlüsselkasten war aufgebrochen, Fremde hatten sich gewaltsam Zutritt verschafft, und die Beamten begannen mit der Spurensicherung. Kein Täter wurde gefasst.

    Was zunächst wie eine polizeiliche Routinenotiz klingt, offenbart bei genauerem Hinsehen einen tieferen kulturellen Riss. Ein Einbruch ist kein Kavaliersdelikt, kein anonymes Vergehen gegen eine Versicherungspolice. Es ist ein Angriff auf den intimsten Schutzraum des Menschen: die eigene Wohnung. Wer nach Hause kommt und die Spuren fremder Hände sieht, verliert mehr als materielle Gegenstände – das Vertrauen in die Sicherheit der eigenen vier Wände.

    Gerade in einer Stadt wie Bergen, deren Identität so stark mit der Beständigkeit ihrer Holzhäuser und engen Gassen verwoben ist, zeugt eine verwüstete Wohnung von einer verschobenen sozialen Waagschale. Der Respekt vor fremdem Eigentum, vor der Mühe, die in einem Zuhause steckt, scheint zu schwinden. Und die Reaktion der Gesellschaft bleibt zu oft in Floskeln stecken: Spurensicherung, eventuell ein Versicherungsformular, Weiterleben als ob nichts geschehen wäre.

    Eine konservative Perspektive sieht darin kein isoliertes Einzelereignis, sondern ein Symptom unzureichender Ordnung. Wer die kleinen Übergriffe – Vandalismus an Baucontainern, aggressives Verhalten auf offener Straße, Urinieren vor Polizeifahrzeugen – achselzuckend hinnimmt, signalisiert eine fatale Gleichgültigkeit, die sich irgendwann zu schwerwiegenderen Vergehen auswächst, bis hin zu einem verwüsteten Schlafzimmer, in das fremde Hände eingedrungen sind. Tradition fordert hier etwas anderes: eine klare, unmissverständliche Ächtung solcher Taten und eine konsequente Durchsetzung.

    Die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit beginnt mit dem Schutz der privaten. Dazu gehört ein schneller, sichtbarer Zugriff der Ordnungskräfte, der in diesem Fall ausgeblieben ist, und eine Justiz, die nicht durch übermäßiges Verständnis für Tätermotive die eigentliche Verletzung des Opfers in den Hintergrund rücken lässt. Die Verwüstung eines Zuhauses ist eine rote Linie, hinter der die Grundfesten der Gemeinschaft in Gefahr geraten – denn wer im eigenen Heim nicht mehr sicher ist, für den verliert der Satz „My home is my castle“ seinen Sinn, und mit ihm geht ein Stück bürgerlicher Freiheit verloren.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Vier Wochen Haft

    Vier Wochen Haft

    Die vierwöchige Untersuchungshaft für einen jungen Bootsdieb in Bergen ist kein Grund zur Genugtuung – sie ist ein Eingeständnis des Scheiterns. Ein Gericht bescheinigt einem Mann in den Zwanzigern, er werde mit hoher Wahrscheinlichkeit weitere Straftaten begehen, sollte er auf freiem Fuß bleiben. Das ist nicht einfach nur ein Routinebeschluss, sondern ein grelles Schlaglicht auf eine Kette versäumter Korrekturen.

    Der Festgenommene hatte in der Vergangenheit bereits mehrere Delikte auf sich gehäuft, die laut Gericht in engem Zusammenhang mit Drogenkonsum stehen. Einige Taten hat er selbst eingeräumt. Trotzdem scheint ihn keine der bisherigen Maßnahmen auch nur ansatzweise gebremst zu haben. Die wilde Verfolgungsjagd über den Byfjord – bei der es um gestohlene Boote ging – führte schließlich zur Festnahme. Vor Gericht ließ die Verteidigung verlauten, es habe sich um eine „Tabbe“ gehandelt, einen dummen Fehler. Genau diese Sprache verrät das eigentliche Problem: eine Haltung, die kriminelles Handeln zur Jugendtorheit verharmlost, anstatt klare Konsequenzen zu ziehen.

    Wer den täglichen Polizeibericht aus derselben Region liest, erkennt ein Muster. Ein betrunkener Mann uriniert vor dem Streifenwagen und wird in die Ausnüchterungszelle gebracht. Ein anderer pöbelt Gäste an, schlägt einen Türsteher und entkommt unerkannt. Wieder ein anderer tritt schreiend gegen ein Auto und wird mit Pfefferspray gebändigt. Ein Minderjähriger setzt sich betrunken hinters Steuer, verursacht einen Unfall und wird den Eltern übergeben. Die Reaktion der Behörden erschöpft sich häufig in einer Nacht im Gewahrsam, einer mündlichen Wegweisung oder einem Verfahren, das im Sande verläuft. Erst wenn die Wiederholungsgefahr so erdrückend ist wie im aktuellen Fall, greift der Staat durch.

    Diese lasche Praxis untergräbt das Vertrauen in den Rechtsstaat. Frühzeitige und spürbare Sanktionen sind kein Ausdruck von Härte, sondern von Fürsorge gegenüber der Allgemeinheit. Wer Eigentum nicht respektiert, wer unter Drogeneinfluss andere gefährdet und sein Fehlverhalten mit einem Achselzucken quittiert, muss erfahren, dass Regeln keine bloßen Empfehlungen sind. Die norwegische Tradition eines geordneten Zusammenlebens, in dem man fremdes Hab und Gut ebenso achtet wie die körperliche Unversehrtheit des Nächsten, wird durch eine unentschlossene Justiz langsam ausgehöhlt.

    Der Bootsdiebstahl und die Untersuchungshaft zeigen, dass die Gerichte sehr wohl erkennen, wann ein Täter eine anhaltende Gefahr darstellt. Umso bitterer ist es, dass es so vieler Vorfälle bedarf, bevor dieser Mechanismus greift. Wer die Sicherheit der Bürger ernst nimmt, muss schon bei den ersten Verstößen konsequent handeln – nicht erst, wenn die Wiederholungsgefahr zum zwingenden Haftgrund wird.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Die Polizei setzte letzte Nacht Elektroschockwaffen und Pfefferspray ein.

    Die Polizei setzte letzte Nacht Elektroschockwaffen und Pfefferspray ein.

    Die nächtliche Bilanz aus Bergen liest sich wie ein Auszug aus einer längst verloren geglaubten Chronik urbaner Verwahrlosung: Ein Betrunkener tritt schreiend auf Autos ein, kurz darauf schlägt derselbe Mann an einer nahen Adresse auf Menschen ein, eine Schlägerei in einem Lokal endet mit einem attackierten Türsteher, und zwischendurch kriecht ein Dreißigjähriger aus einem Baustellencontainer. Dass die Polizei Pfefferspray und ein Elektroschockgerät einsetzen musste, ist dabei nicht das eigentliche Problem, sondern die unausweichliche Konsequenz aus einem viel tiefer liegenden Zerfall öffentlicher Ordnung.

    Wenn uniformierte Beamte mitten in der Nacht zu solchen Mitteln greifen müssen, um einen einzelnen Mann zu bändigen, dann spricht das weniger über die Polizeitaktik als über den Zustand der Gesellschaft, die dieser Polizei gegenübertritt. Wer sich fragt, warum solche Szenen zunehmend den Alltag skandinavischer Städte prägen, stößt unweigerlich auf eine politische Klasse, die jahrzehntelang die falschen Signale gesetzt hat: Verantwortung wird kleingeredet, persönliche Selbstbeherrschung als verstaubte Tugend belächelt, und jeder Versuch, klare Verhaltensstandards einzufordern, endet im ideologischen Minenfeld. Statt die Bürger an ihre Pflichten zu erinnern, hat man einen Teppich aus Entschuldigungen und sozialpädagogischen Erklärungen ausgebreitet, unter dem die tägliche Unordnung nur noch lauter rumort.

    Besonders heuchlerisch wird die Lage, sobald solche Einsätze eine öffentliche Debatte auslösen könnten. Dann nämlich setzt der Reflex ein, jede Kritik an der Herkunft oder dem kulturellen Hintergrund von Tätern reflexartig als Rassismus zu brandmarken. Dabei geht es hier nicht um die Hautfarbe eines Container-Eindringlings oder die Muttersprache eines randalierenden Betrunkenen, sondern um die simple Frage, welche Werte das Zusammenleben in einem Land bestimmen sollen. Wer die negativen Folgen einer jahrzehntelangen Migrationspolitik – gescheiterte Integration, importierte Kriminalität, Belastung von Einsatzkräften – offen benennen will, sieht sich einem Meinungskorridor gegenüber, der jede ehrliche Analyse erstickt. Die Polizei von Bergen musste in jener Nacht nicht über Rassismusvorwürfe philosophieren, sondern handeln. Und das zu Recht.

    Der Mann im Container, der nächtliche Schläger, der alkoholisierte Autotreter – sie alle sind keine abstrakten Opfer von Strukturen, sondern erwachsene Menschen, die eine Kette von Entscheidungen getroffen haben. Eine gesunde Gesellschaft wäre in der Lage, genau das zu benennen, ohne sich in schuldbewussten Relativierungen zu verlieren. Stattdessen herrscht jene fatale Mischung aus Laissez-faire und ideologischer Scheuklappe, die den Bürgern das Gefühl gibt, dass Sicherheit und Anstand verhandelbare Güter sind. Das muss sich ändern, und zwar nicht mit mehr sozialpädagogischen Programmen, sondern mit einer klaren Rückbesinnung auf Traditionen, die dem Einzelnen abverlangen, sein Verhalten an der Gemeinschaft auszurichten – nicht an der nächsten Bierflasche oder dem Impuls, in einen Container zu kriechen.

    Quelle: Bergens Tidende

Folg uns: YouTube Telegram

Erhalten Sie die 5 wichtigsten Beiträge von Nordisches direkt in Ihr Postfach - einmal pro Woche.

Andere Projekte: Fjordgefluster.no Vestmennene.no Maalmannen.no