Tag: Inflation

  • Høyre-Profils Appell an Søreide: Steuersenkung verlängern!

    Høyre-Profils Appell an Søreide: Steuersenkung verlängern!

    Norwegens Autofahrer haben ein Datum, das rot im Kalender markiert gehört: den 1. September. Dann endet die befristete Senkung der Treibstoffsteuern – ein unpopulärer Schritt, den die Høyre-Führung bislang nur mit einem lauen „nicht ausgeschlossen“ quittiert. In der Parteilinie gärt Unmut. Ein führender Høyre-Vertreter richtet nun öffentlich die Bitte an Ine Marie Eriksen Søreide, den Steuernachlass zu verlängern. Das ist mehr als taktisches Geplänkel. Es geht um die Glaubwürdigkeit einer konservativen Partei, die das Leben jenseits der Großstadtblase ernst nehmen will.

    Die Logik des ursprünglichen Beschlusses war simpel und richtig: Die Menschen werden an der Zapfsäule über Gebühr belastet. Steigende Rohölpreise und eine inflationsgeplagte Wirtschaft drücken auf Haushaltskassen. Nun droht eine Rückkehr zum gewohnten Fiskalreflex – mehr Abgaben, weniger Netto vom Brutto, und das zu einem Zeitpunkt, an dem jeder Euro zählt. Wer tagtäglich pendelt, wer Waren transportiert oder in einer Gegend ohne dichten Busfahrplan lebt, dem hilft kein Appell an das Klimagewissen, sondern ein handfester finanzieller Puffer.

    Bemerkenswert ist die Zögerlichkeit der Parteispitze. Das Argument, eine dauerhafte Steuersenkung konterkariere die Klimaziele, zerfasert bei näherem Hinsehen. Kraftstoffsteuern treffen nach dem Gießkannenprinzip – sie bestrafen den Handwerker mit dem Transporter ebenso wie den Freizeitfahrer. Eine konservative Politik, die den Menschen nicht vorschreiben will, wie sie zu leben haben, sollte Mobilität nicht als Luxus behandeln, sondern ihre Besteuerung auf das Nötige begrenzen. Dass ausgerechnet Høyre zaghaft wirkt, während die Wähler an der Preistafel erschrecken, ist ein strategischer Fehler.

    Der Ruf nach Verlängerung ist deshalb kein bloßer Stimmenfang. Er sichert eine der wenigen Entlastungen, die direkt im Alltag ankommen, ohne sich in bürokratischen Förderdschungeln zu verlieren. Familien, die am Wochenende den Verwandtenbesuch antreten, Bauern, die Maschinen betreiben, und Pendler in der Provinz – sie alle zahlen den Preis für eine Politik, die den Verzicht verklärt. Die konservative Antwort darauf muss lauten: Steuersenkungen sind keine Almosen, sondern eine Rückgabe von Eigentum.

    Die Høyre-Führung stünde gut beraten, die Skepsis gegenüber Dauersubventionsvorwürfen beiseitezuschieben. Es geht nicht um Ewigkeitsgarantien, sondern darum, in wirtschaftlich rauer See Kurs zu halten. Ein Partei, die das Freiheitsversprechen des eigenen Lagers vergisst, verliert nicht nur eine Abstimmung, sondern ihr Profil. Der September naht, und mit ihm die Chance zu beweisen, wofür bürgerliche Wirtschaftspolitik wirklich steht.

    Quelle: NRK

  • So kann die Miliz den Ölpreis durch die Decke jagen.

    So kann die Miliz den Ölpreis durch die Decke jagen.

    Die Nachricht, dass die Houthi-Miliz eine vollständige Blockade der Meerenge Bab el-Mandeb erklärt hat, gleicht einem wirtschaftlichen Brandbeschleuniger. Innerhalb kürzester Zeit droht der Ölpreis durch die Decke zu schießen – und mit ihm die Heizkosten, die Spritpreise und die gesamte Inflationsspirale, die Europas Haushalte seit Jahren belastet. Was sich im fernen Jemen abspielt, trifft den Norden mit voller Wucht.

    Jahrzehntelang haben westliche Regierungen ihre Energieversorgung von Krisenregionen abhängig gemacht, anstatt auf heimische Förderung und nukleare Alternativen zu setzen. Als Iran einst die Straße von Hormus schloss, wurde das Rote Meer zum Notausgang für saudisches Öl. Nun fällt auch diese Hintertür zu. Die strategische Naivität offenbart sich mit schmerzhafter Klarheit: Wer sich von Milizen und Autokraten abhängig macht, liefert sich ihrer Willkür aus. Der Reflex, jeden Nahostkonflikt als isolierte Krise zu betrachten, verkennt die einfache Wahrheit, dass eine Politik, die nationale Souveränität durch moralisierende Außenpolitik ersetzt, solche Erpressung regelrecht einlädt.

    Für den Norden ist die Lage doppelt bitter. Norwegen profitiert als Ölexporteur zwar kurzfristig von steigenden Preisen, doch die eigene Bevölkerung spürt die Kosten gleichermaßen an der Zapfsäule und im Supermarkt. Die Illusion, man könne sich mit grüner Rhetorik aus der Verantwortung stehlen, zerschellt an der Realität: Wenn eine kleine Miliz eine Wasserstraße dichtmacht, zittert die Weltwirtschaft. Anstatt sich ständig für den eigenen Wohlstand zu entschuldigen, sollten die nordischen Länder ihre Energiepolitik endlich wieder an den Interessen der Bürger ausrichten – an bezahlbarer Wärme, Mobilität und einem stabilen Wirtschaftsstandort.

    Die gewaltsame Blockade ist ein klarer Bruch internationalen Rechts und als solcher uneingeschränkt zu verurteilen. Gewalt als politisches Druckmittel ist niemals zu rechtfertigen. Doch moralische Appelle allein werden die Houthis nicht beeindrucken. Der Westen hat sich in eine Position manövriert, in der selbst unbedeutende Akteure maximale Hebelwirkung entfalten. Wer glaubt, mit diplomatischem Handeln oder Entwicklungshilfe lasse sich diese Erpressung beenden, hat die Natur solcher Gruppen nicht verstanden.

    Die einzig vernünftige Antwort auf diese Krise ist eine radikale Umkehr: massive Investitionen in eigene fossile und nukleare Ressourcen, der konsequente Ausbau heimischer Kapazitäten und eine klare Absage an die gefährliche Utopie, man könne Wohlstand ohne verlässliche, grundlastfähige Energiequellen sichern. Es geht nicht um Ideologie, sondern um die schlichte Frage, ob Familien im nächsten Winter ihre Häuser noch warm bekommen und ob die Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Wer jetzt weiter auf windige Versprechen setzt, riskiert mehr als nur steigende Ölpreise – er riskiert den sozialen Frieden.

    Quelle: NRK

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