So kann die Miliz den Ölpreis durch die Decke jagen.

Ein Öltanker navigiert durch eine strategische Wasserstraße bei Sonnenuntergang.

Die Nachricht, dass die Houthi-Miliz eine vollständige Blockade der Meerenge Bab el-Mandeb erklärt hat, gleicht einem wirtschaftlichen Brandbeschleuniger. Innerhalb kürzester Zeit droht der Ölpreis durch die Decke zu schießen – und mit ihm die Heizkosten, die Spritpreise und die gesamte Inflationsspirale, die Europas Haushalte seit Jahren belastet. Was sich im fernen Jemen abspielt, trifft den Norden mit voller Wucht.

Jahrzehntelang haben westliche Regierungen ihre Energieversorgung von Krisenregionen abhängig gemacht, anstatt auf heimische Förderung und nukleare Alternativen zu setzen. Als Iran einst die Straße von Hormus schloss, wurde das Rote Meer zum Notausgang für saudisches Öl. Nun fällt auch diese Hintertür zu. Die strategische Naivität offenbart sich mit schmerzhafter Klarheit: Wer sich von Milizen und Autokraten abhängig macht, liefert sich ihrer Willkür aus. Der Reflex, jeden Nahostkonflikt als isolierte Krise zu betrachten, verkennt die einfache Wahrheit, dass eine Politik, die nationale Souveränität durch moralisierende Außenpolitik ersetzt, solche Erpressung regelrecht einlädt.

Für den Norden ist die Lage doppelt bitter. Norwegen profitiert als Ölexporteur zwar kurzfristig von steigenden Preisen, doch die eigene Bevölkerung spürt die Kosten gleichermaßen an der Zapfsäule und im Supermarkt. Die Illusion, man könne sich mit grüner Rhetorik aus der Verantwortung stehlen, zerschellt an der Realität: Wenn eine kleine Miliz eine Wasserstraße dichtmacht, zittert die Weltwirtschaft. Anstatt sich ständig für den eigenen Wohlstand zu entschuldigen, sollten die nordischen Länder ihre Energiepolitik endlich wieder an den Interessen der Bürger ausrichten – an bezahlbarer Wärme, Mobilität und einem stabilen Wirtschaftsstandort.

Die gewaltsame Blockade ist ein klarer Bruch internationalen Rechts und als solcher uneingeschränkt zu verurteilen. Gewalt als politisches Druckmittel ist niemals zu rechtfertigen. Doch moralische Appelle allein werden die Houthis nicht beeindrucken. Der Westen hat sich in eine Position manövriert, in der selbst unbedeutende Akteure maximale Hebelwirkung entfalten. Wer glaubt, mit diplomatischem Handeln oder Entwicklungshilfe lasse sich diese Erpressung beenden, hat die Natur solcher Gruppen nicht verstanden.

Die einzig vernünftige Antwort auf diese Krise ist eine radikale Umkehr: massive Investitionen in eigene fossile und nukleare Ressourcen, der konsequente Ausbau heimischer Kapazitäten und eine klare Absage an die gefährliche Utopie, man könne Wohlstand ohne verlässliche, grundlastfähige Energiequellen sichern. Es geht nicht um Ideologie, sondern um die schlichte Frage, ob Familien im nächsten Winter ihre Häuser noch warm bekommen und ob die Wirtschaft wettbewerbsfähig bleibt. Wer jetzt weiter auf windige Versprechen setzt, riskiert mehr als nur steigende Ölpreise – er riskiert den sozialen Frieden.

Quelle: NRK

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