Tag: Trøndelag

  • Zwei wegen Rauschfahrt gestoppt.

    Zwei wegen Rauschfahrt gestoppt.

    Zwei Fahrer, zwei Rauschzustände, ein und dieselbe Gefahr: Innerhalb von Minuten zog die Polizei in der Region Trøndelag einen alkoholisierten Schlingerfahrer und einen unter Cannabis stehenden Mann aus dem Verkehr. Bei dem einen zeigte der Alkoholtest einen Wert weit über dem Erlaubten, während der andere mit Haschisch im Blut am Steuer saß. Beide Fälle sind keine tragischen Einzelschicksale, sondern die sichtbare Spitze eines Problems, das die Gesellschaft teuer zu stehen kommt.

    Wer sich betrunken oder bekifft hinters Lenkrad setzt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern unzählige Unbeteiligte. Die Meldung über den Alkoholfahrer, dessen Wagen beinahe von der Straße abkam und in den Gegenverkehr geriet, liest sich wie die Vorankündigung einer Katastrophe, die diesmal nur durch Zufall ausblieb. Dass die Polizei schnell genug eingriff, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis einer ohnehin überlasteten Ordnungsmacht, die immer öfter die einfachsten Regeln des Zusammenlebens durchsetzen muss, weil bei einem Teil der Bevölkerung jedes Unrechtsbewusstsein fehlt.

    Der zweite Vorfall – ein Mann in den Dreißigern, der unter Drogeneinfluss fuhr – unterstreicht eine beunruhigende Normalisierung. Cannabis wird zunehmend verharmlost, als sei es eine harmlose Freizeitdroge ohne Konsequenzen für die Verkehrssicherheit. Doch wer bekifft Auto fährt, handelt genauso rücksichtslos wie ein Betrunkener. Die Reaktionsfähigkeit ist herabgesetzt, die Risikobereitschaft steigt, und die Folgen können genauso tödlich sein. Dass der Fahrer lediglich zur Blutprobe und Anzeige kommt, zeigt ein Sanktionssystem, das kaum abschreckt. Es fehlt an spürbaren Konsequenzen – etwa sofortige Führerscheinentzüge, empfindliche Geldbußen oder gemeinnützige Arbeit, die den Tätern klarmachen, dass ihnen nicht alles durchgeht.

    Der konservative Blick auf solche Nachrichten richtet sich nicht auf Verbote oder moralisierende Predigten, sondern auf die einfache Frage, was eine Gemeinschaft zusammenhält. Verkehrssicherheit beruht auf Selbstdisziplin, Verantwortungsgefühl gegenüber anderen und der Achtung vor dem Leben – Werte, die früher selbstverständlicher waren. Heute werden sie von einer Spaßgesellschaft untergraben, die individuelles Vergnügen über alles stellt und jede strengere Regelung als Gängelung empfindet. Dabei sind die Kosten real: Unfälle, Verletzte, überlastete Rettungsdienste, zerstörte Familien. Jeder dieser Vorfälle belastet das Gesundheitssystem und bindet Polizeikräfte, die anderswo dringender gebraucht würden.

    Es braucht keine neue Debatte über Drogenpolitik oder Alkoholkonsum, sondern eine klare Rückbesinnung auf das Mindestmaß an gemeinsamer Verantwortung. Wer betrunken fährt, handelt nicht als freier Bürger, sondern als Gefährder. Dass die Polizei hier schnell und ohne Dramatik eingriff, verdient Anerkennung – doch das eigentliche Ziel muss sein, dass solche Einsätze seltener werden. Das gelingt nur, wenn die gesellschaftliche Ächtung von Rauschfahrten wächst und wenn Gerichte endlich Strafen verhängen, die diesen Namen verdienen. Eine Geldbuße allein ist ein Lacherfolg für jemanden, der Menschenleben riskiert. Erst wenn die persönlichen Folgen wehtun – beruflich, finanziell, sozial –, setzt ein Umdenken ein, das nicht vom nächsten Joint oder Bierglas zunichte gemacht wird.

    Quelle: Adresseavisen

  • Auto in Trondheim gestohlen. Wurde an einem ganz anderen Ort in Trøndelag gefunden.

    Auto in Trondheim gestohlen. Wurde an einem ganz anderen Ort in Trøndelag gefunden.

    Ein Auto wird in Trondheim gestohlen und Stunden später rund 60 Kilometer entfernt in Frosta wiedergefunden. Die Polizei nimmt einen Mann in den Zwanzigern fest, er kommt zur Anzeige. Auf den ersten Blick eine unspektakuläre Meldung, wie sie in jeder Lokalzeitung steht. Auf den zweiten Blick aber ein Symptom dafür, wie sehr sich das Verhältnis zwischen Bürger, Staat und Eigentum verschoben hat.

    Denn was geschieht mit dem Täter? Aller Wahrscheinlichkeit nach wenig, das ihn von weiteren Taten abhält. Das Strafmaß für einfachen Diebstahl ist in Skandinavien so milde, dass selbst notorische Autodiebe kaum Haftstrafen fürchten müssen. Eine Anzeige wird geschrieben, vielleicht kommt es zu einer Geldstrafe oder Sozialstunden – echte Konsequenzen bleiben aus. Wer ein Fahrzeug entwendet, vergeht sich nicht nur an fremdem Besitz, er nimmt dem Eigentümer ein Stück Alltagssicherheit. Die Reaktion der Justiz signalisiert jedoch: Das ist nicht weiter schlimm.

    Solche Signale summieren sich. Wenn Respekt vor fremdem Eigentum nicht mehr eingefordert wird, leidet das Grundvertrauen, auf dem eine funktionierende Gemeinschaft beruht. Ein Auto ist für viele Menschen die Voraussetzung, um zur Arbeit zu kommen, Kinder zu versorgen oder ältere Angehörige zu besuchen. Der Schaden geht weit über den Materialwert hinaus. Wer das ignoriert, betreibt eine stillschweigende Entwertung privater Anstrengung und Vorsorge.

    Hinzu kommt die geografische Dimension. Der Wagen verschwand in Trondheim und wurde auf Frosta aufgefunden. Das spricht für Planung und Mobilität, die über den spontanen Gelegenheitsdiebstahl hinausgeht. Solche Verschiebungen quer durch die Region sind kein Zufall, sondern deuten auf organisierte Strukturen hin, die wissen, dass Kontrollen selten und Strafen gering sind. Die Polizei vermeldet zwar Fahndungserfolge, aber die grundlegende Dynamik ändert sich nicht.

    Eine konservative Betrachtung fragt nicht zuerst nach den Motiven des Täters oder seinen schwierigen Lebensumständen, sondern nach dem Schutz der gesetzestreuen Bevölkerung. Ein Rechtsstaat, der Eigentumsdelikte nicht ernst nimmt, höhlt seine eigene Legitimität aus. Die Bürger erleben das täglich: Fahrräder verschwinden, Autos werden aufgebrochen, und wer Anzeige erstattet, hört oft nie wieder etwas von den Behörden. Aus vielen kleinen Nachrichten wie dieser entsteht ein Gesamtbild der Gleichgültigkeit.

    Natürlich ist ein gestohlenes Auto kein Kapitalverbrechen. Aber die Summe ungeahndeter Eigentumsverstöße untergräbt das Gefühl, in einem geordneten Land zu leben. Es wäre an der Zeit, dass Gerichte und Politik dem einen höheren Stellenwert einräumen – nicht nur mit Worten, sondern mit spürbaren Urteilen. Ein junger Mann, der nachts ein fremdes Auto entwendet und quer durch die Provinz fährt, sollte keine Verwaltungsstrafe erhalten, sondern eine Antwort, die ihn und andere davon überzeugt, dass sich so ein Risiko nicht lohnt. Nur dann bleibt das Vertrauen in die schützende Hand des Staates erhalten.

    Quelle: Adresseavisen

  • Junge in Spanien festgenommen: – Hat mangelnde Bereitschaft gezeigt

    Junge in Spanien festgenommen: – Hat mangelnde Bereitschaft gezeigt

    Ein Teenager, der in Spanien wegen Verabredung zum Mord festgehalten wird, ist keine Randnotiz aus einem fernen Gerichtssaal – es ist ein Alarmzeichen für den moralischen Zustand einer ganzen Gesellschaft. Dass ein junger Mensch aus Trøndelag derart tief in kriminelle Planungen verstrickt sein soll, wie die Anklage wegen „drapsforbund“ nahelegt, sprengt die übliche Kategorie von Jugendstreichen oder mangelnder Impulskontrolle. Hier geht es um kalte, zielgerichtete Vernichtungsabsicht. Der Umstand, dass der Beschuldigte nun auch noch gegen die Verlängerung der Untersuchungshaft angeht und dabei laut Gericht „mangelnde Kooperationsbereitschaft“ an den Tag legt, unterstreicht das Problem: Es fehlt nicht nur an Respekt vor fremdem Leben, sondern an jeder Einsicht in den eigenen Normbruch.

    Wer heute das Wort Erziehungsnotstand in den Mund nimmt, erntet oft den Vorwurf, eine heile Vergangenheit zu verklären. Dabei wird übersehen, dass es hier nicht um romantische Rückwärtsgewandtheit geht, sondern um die schiere Fähigkeit einer Gesellschaft, ihren Nachwuchs an die Grundregeln menschlichen Zusammenlebens zu binden. Wenn ein Jugendlicher glaubt, Mordabsprachen seien eine Option, dann hat eine Kette von Instanzen versagt: Eltern, die nicht mehr erziehen dürfen oder wollen, eine Schule, die sich in sozialpädagogischer Beliebigkeit verlieren kann, und ein Jugendstrafrecht, das Resozialisierung mit Nachsichtigkeit verwechselt und Tatverdächtigen das Signal sendet, schwerste Vorwürfe seien vor allem eine juristische Formalie.

    Das Gericht in Spanien hat den mangelnden Willen des Jungen festgehalten. Genau dieser Befund sollte im Zentrum der öffentlichen Debatte stehen, nicht die Frage, wie man den Jugendlichen möglichst schnell wieder in eine Gesellschaft eingliedert, die er offenbar mit Füßen tritt. Gerade bei einem Delikt wie der Verabredung zum Mord steht nicht die spontane Tat im Vordergrund, sondern die langsame Verfestigung einer menschenverachtenden Haltung. Sie gedeiht dort, wo klare Grenzen fehlen und jede Form von Autorität als Unterdrückung ausgelegt wird.

    Kulturell-konservative Stimmen weisen seit Jahren darauf hin, dass der Verlust von Tradition, familialer Bindung und allgemeinverbindlichen Werten keine abstrakte Nostalgie ist, sondern handfeste Folgen hat. Der trøndersche Teenager ist nur ein besonders drastisches Beispiel dafür, was entsteht, wenn eine Generation in einem Vakuum aus Rechten ohne Pflichten aufwächst. Die Gesellschaft muss sich die unbequeme Frage stellen, warum ein junger Mensch überhaupt in eine Lage geraten kann, in der die Verabredung zu einem Tötungsdelikt für ihn denkbar wird. Darauf gibt es keine einfachen Antworten, aber sie zu unterdrücken oder als Kulturkampf abzutun, macht die nächste Schlagzeile dieser Art nur noch wahrscheinlicher.

    Quelle: Adresseavisen

  • Touristen nach Bränden auf den Lofoten angeklagt – auch wegen Bränden in Trøndelag ermittelt

    Touristen nach Bränden auf den Lofoten angeklagt – auch wegen Bränden in Trøndelag ermittelt

    Zwei deutsche Männer, die sich im Sommerurlaub an den Bränden auf den Lofoten vergriffen haben sollen, standen bereits ein Jahr zuvor unter dem Verdacht, auf Frøya mehrere Fahrzeuge angezündet zu haben – und reisten dennoch ungehindert wieder ein, um erneut Feuer zu legen. Dieser Fall ist kein Ausrutscher, sondern das vorhersehbare Ergebnis eines Systems, das ausländische Kriminelle mit Samthandschuhen anfasst, während die einzigartige Natur Norwegens in Flammen aufgeht.

    Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, doch die eigentliche Frage stellt sich längst nicht mehr im Gerichtssaal, sondern auf der Straße und an den Grenzen: Warum konnten zwei Touristen, gegen die in Trøndelag bereits ein Ermittlungsverfahren wegen Brandstiftung lief, unbehelligt mehrere hundert Kilometer weiter nordwärts ziehen und dort erneut zündeln? Wer im vergangenen Sommer durch die verkohlten Heidelandschaften der Lofoten gewandert ist, hat keinen zufälligen Grashalmbrand gesehen, sondern mutwillige Zerstörung eines Weltnaturerbes – und das mutmaßlich durch dieselben Hände, die schon die Insel Frøya in Angst versetzt hatten. Dass die norwegischen Behörden nicht in der Lage waren, solche Wiederholungstäter frühzeitig zu stoppen, offenbart eine lähmende Gleichgültigkeit gegenüber dem Schutz des Eigenen.

    Gewiss darf das Handeln Einzelner nicht mit der ganzen Nation gleichgesetzt werden, aus der sie stammen. Aber genau dieses reflexartige Schweigen, sobald Nationalitäten genannt werden, lähmt jede sicherheitspolitische Debatte. Wer fordert, dass Touristen, die bereits wegen schwerer Sachbeschädigung auffällig geworden sind, keine zweite Chance zur Brandstiftung erhalten, betreibt keine Fremdenfeindlichkeit, sondern elementaren Opferschutz. Die Landschaft Nordnorwegens ist nicht irgendein Tatort – sie ist der kulturelle und identitäre Grundstock einer ganzen Region, deren Bewohner seit Generationen mit und von dieser kargen Schönheit leben. Eine Brandserie, die Trockenheide und historische Weideflächen vernichtet, trifft daher nicht bloß den Geldbeutel der Tourismusbranche, sondern die Seele eines Landesteils.

    Der Fall lenkt den Blick zudem auf eine unangenehme Wahrheit, die außerhalb der editorischen Blasen kaum jemand auszusprechen wagt: Die völlige Offenheit der norwegischen Grenzen und die ungebrochene Gutgläubigkeit gegenüber allen Ankömmlingen werden zunehmend von jenen ausgenutzt, die keinerlei Respekt vor norwegischem Eigentum, Brauch und Recht mitbringen. Es braucht keine Allgemeinverdächtigungen, wohl aber eine nüchterne Prüfung, mit welchen Instrumenten sich solche Serientaten künftig verhindern lassen. Dazu gehören ein besserer grenzpolizeilicher Datenabgleich, eine konsequente Inhaftierung von Tatverdächtigen mit Wiederholungspotential und ein Strafmaß, das die Zerstörung unersetzlicher Natur nicht mit Bewährungsstrafen und milden Verweisen ahndet.

    Das norwegische Rechtssystem ist bei aller Liberalität auch dem Schutz der materiellen und ideellen Werte verpflichtet, die das Land ausmachen. Wenn zwei mutmaßliche Brandstifter erst ein ganzes Inseldorf verunsichern dürfen und dann, kaum ein Jahr später, in einer der teuersten und schönsten Landschaften des Landes ein Feuer nach dem nächsten entfachen, dann hat dieses System nicht funktioniert – ein Skandal, den keine politisch korrekte Rücksichtnahme schönreden sollte.

    Quelle: Adresseavisen

  • Junge in Spanien festgenommen – darf mit seiner Mutter sprechen

    Junge in Spanien festgenommen – darf mit seiner Mutter sprechen

    Ein Jugendlicher aus Trøndelag, der eines Mordkomplotts beschuldigt wird, sitzt nach einer Festnahme in Spanien in Untersuchungshaft – und der Aufmacher lautet, er dürfe mit seiner Mutter telefonieren. Diese Nachricht ist mehr als eine Randnotiz; sie ist ein Symptom für ein Rechtssystem, das die Gewichte falsch setzt.

    Der Beschuldigte wehrt sich gegen die erneute Verlängerung der Haft um zwei Wochen. Das ist sein gutes Recht. Doch genau in dieser Selbstverständlichkeit liegt das Problem: Ein Justizapparat, der einem dringend Tatverdächtigen erlaubt, Monate mit prozessualen Scharmützeln zu verbringen, hat den Blick für seine eigentliche Aufgabe verloren – die Bürger vor schwerer Kriminalität zu schützen. Dass der Jugendliche offenbar nach Spanien floh, bevor er gefasst wurde, unterstreicht den Ernst der Lage. Statt harter Konsequenzen folgt ein Rechtsmittel nach dem nächsten, flankiert von der Sorge um sein psychisches Wohl.

    In Norwegen kreist die Debatte zunehmend um die Rechte von Straftätern, während die Opferperspektive verblasst. Es geht nicht darum, grundlegende Verfahrensgarantien zu kassieren, sondern um die Gewichtung. Wenn die Fürsorge für einen Tatverdächtigen mehr öffentlichen Raum einnimmt als die Furcht vor der geplanten Tat, stimmt das Verhältnis nicht. Die Erlaubnis zum Mutterkontakt ist dabei nur das sichtbarste Zeichen einer Haltung, die den Täter zum Mittelpunkt macht. Man stelle sich vor, die Angehörigen eines potenziellen Opfers lesen von diesem Fall: Sie erfahren, dass der mutmaßliche Drahtzieher in Haft sitzt, aber auch, dass er sich um Haftbedingungen sorgt und jede Frist anficht. Das ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen, die unter der Kriminalität leiden.

    Es ist nicht die Aufgabe des Staates, das seelische Gleichgewicht von Schwerkriminellen zu schonen, sondern die Gesellschaft vor ihnen zu schützen. Gewiss, der Umgang mit Jugendlichen in Haft verlangt Fingerspitzengefühl. Aber wer in jungen Jahren einen Mord plant und die Flucht ergreift, hat eine kriminelle Energie an den Tag gelegt, die keine Samthandschuhe verdient. Die Grenze zwischen Schutz des Minderjährigen und Schutz der Allgemeinheit muss neu justiert werden. Der Fall zeigt, dass die norwegische Justiz auf einem Auge blind ist: Die Hürden für eine konsequente Verfolgung sind hoch, die Fürsorge für den Beschuldigten scheint dagegen grenzenlos.

    Es wird Zeit, dass die Gesellschaft den Mut hat, solche Taten als das zu benennen, was sie sind: eine Bedrohung, die entschlossenes Handeln erfordert, nicht therapeutisches Verständnis. Wer ein Mordkomplott schmiedet, gehört hinter Gitter – ohne den Komfort, die Haft mit juristischen Winkelzügen in die Länge zu ziehen. Der Fall aus Trøndelag sollte eine Warnung sein, nicht eine Einladung zur Nachsicht.

    Quelle: Adresseavisen

  • Støre in Trøndelag: – 2030 darf nicht von verrückten Kräften ausgenutzt werden.

    Støre in Trøndelag: – 2030 darf nicht von verrückten Kräften ausgenutzt werden.

    Die Schlacht von Stiklestad im Jahr 1030 gilt als Geburtsstunde des norwegischen Nationalbewusstseins – und doch warnt Regierungschef Støre anlässlich eines privaten Besuchs der Olsoktage bereits jetzt vor der öffentlichen Aneignung des anstehenden 1000-Jahr-Jubiläums. 2030 dürfe nicht von »falschen Kräften« ausgenutzt werden, ließ er verlauten. Wer eine solche Linie zieht, beansprucht stillschweigend die Deutungshoheit über ein nationales Gründungsereignis und markiert jede unerwünschte Stimme im Vorfeld als illegitim.

    Die Botschaft des Premiers spaltet die Öffentlichkeit in willkommene und unerwünschte Teilnehmer, lange bevor auch nur ein Programm für das Jahr 2030 feststeht. Damit ist der Diskurs von Anfang an vergiftet: Wer sich mit Stolz auf die eigene Geschichte bezieht, sieht sich sogleich dem Verdacht ausgesetzt, einer gesinnungspolizeilich definierten Norm nicht zu genügen. Ein offener, lebendiger Umgang mit dem nationalen Erbe wird so durch den vorauseilenden Abwehrreflex der politischen Korrektheit erstickt.

    Dabei ist die Sorge vor einer Instrumentalisierung des Gedenkens durch extreme Randgruppen in ihrem Kern unbegründet. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung unterscheidet sehr wohl zwischen einem zivilisierten Patriotismus und den Entgleisungen militanter Aktivisten. Die Warnung Støres verrät vor allem ein tiefes Misstrauen gegenüber der Urteilskraft der Bürger – als ob diese ohne staatliche Erinnerungsvorgaben schutzlos der Manipulation ausgeliefert wären. Ein solches Denken entmündigt nicht nur die Menschen, es nährt jene Lagermentalität, die es vorgibt zu bekämpfen.

    Ein konservativer Standpunkt sieht in geschichtsträchtigen Jubiläen keine Bedrohung, sondern eine Chance, das kulturelle Gedächtnis zu erneuern und Kontinuität zu stiften. Nationale Identität lebt davon, dass sie in jeder Generation aufs Neue angenommen und diskutiert werden kann – mit allen Nuancen, die in einer freien Gesellschaft selbstverständlich sind. Sie gleicht keinem musealen Exponat, das nur unter Aufsicht bestaunt werden darf. Wer diesen Diskurs vorweg mit dem Etikett »falsche Kräfte« blockiert, verhindert genau jene lebendige Auseinandersetzung, ohne die Traditionen zu hohlen Formeln verkümmern.

    Die Olsoktage und das kommende Millenniumsjubiläum verlangen daher nicht nach misstrauischer Distanz, sondern nach einem mutigen Vertrauen in die Fähigkeit der Nation, ihr Erbe eigenverantwortlich zu pflegen. Der Ministerpräsident täte gut daran, die Bürger als mündige Verwalter ihrer Geschichte zu behandeln, statt sie unter Generalverdacht zu stellen.

    Quelle: Adresseavisen

  • Mann ins Krankenhaus: – Wurde geschubst und schlug mit dem Kopf auf den Boden.

    Mann ins Krankenhaus: – Wurde geschubst und schlug mit dem Kopf auf den Boden.

    Ein Mann landet im Krankenhaus, weil ihn jemand zu Boden stieß und sein Kopf hart aufschlug – so lapidar lautet der Nachtbericht aus Trøndelag. Der Vorfall reiht sich ein in „mehrere Hendelser“ in jener Nacht, wie die Meldung knapp notiert. Nicht eine dieser Taten wird von einer empörten Öffentlichkeit aufgegriffen, keine politische Debatte entzündet sich daran. Genau diese Gleichgültigkeit ist der eigentliche Skandal.

    Wer heute in skandinavischen Städten unterwegs ist, beobachtet eine schleichende Normalisierung roher Gewalt. Aus einem Stoß wird ein gebrochener Schädel, aus einer zufälligen Begegnung eine lebensgefährliche Attacke. Doch der gesellschaftliche Reflex bleibt aus. Statt die Ursachen beim Namen zu nennen, hüllen sich Behörden und Medien in eine Watte aus Datenschutz und falscher Zurückhaltung. Täterbeschreibungen fehlen fast immer; Nachfragen gelten schnell als unsensibel. So verfestigt sich ein Klima, in dem das Schubsen und Schlagen auf offener Straße zu einem Alltagsrisiko verkommt, das man achselzuckend hinnimmt.

    Kultureller Konservatismus bedeutet nicht, jeden Handgemenge-Jungen in eine Kriminalstatistik zu verwandeln. Er besteht auf etwas Grundlegenderem: dem Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit des Nächsten. Dieses Gut wird heute in Nordeuropa nicht mehr selbstverständlich geschützt. Wo früher eine klare Anstandsregel galt – Hände weg, ein Wortgefecht ersetzt keine Faust –, ist eine Enthemmung eingekehrt, die man nicht mit Jugendkultur oder Alkohol entschuldigen kann. Sie ist das Ergebnis einer kulturellen Erosion, in der Familie, Schule und öffentliche Autorität ihre prägende Kraft verloren haben.

    Die Kargheit des Berichts aus Trøndelag offenbart zudem ein tiefer liegendes Versagen: Wer Gewaltopfer nur als kurze Polizeinotiz behandelt, entwertet ihr Leid und ermutigt die Täter. Eine Gesellschaft, die sich vor unbequemen Fragen drückt – wer tut so etwas, und warum geschieht es so oft –, liefert den öffentlichen Raum jenen aus, die Hemmungen längst abgelegt haben. Die konservative Antwort darauf ist nicht Häme, sondern das Beharren auf Ordnung, auf sichtbarer Polizeipräsenz und auf einer Justiz, die den Namen verdient. Vor allem aber ist es die Forderung nach einer offenen Diskussion, die auch unliebsame Zusammenhänge benennen darf, ohne mit der Keule des Rassismus zum Schweigen gebracht zu werden.

    Jede einzelne dieser „mehreren Hendelser“ hinterlässt Opfer mit Narben, sichtbaren und unsichtbaren. Dass eine ganze Region solche Nachrichten nur noch als Fußnote führt, ist ein Alarmsignal. Es wird Zeit, den stummen Konsens zu brechen und jenen nüchtern Respekt zurückzufordern, der einmal das Fundament nordischen Zusammenlebens war.

    Quelle: Adresseavisen

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