Da schreibt man die Überschrift „Glemte nøkkelen ute – plutselig sto en mann på soverommet“, und die ganze Geschichte könnte ebenso gut eine Parabel auf den Zustand unserer offenen Gesellschaft sein. In Steinkjer ließ jemand offenbar seinen Schlüssel stecken – und prompt stand ein Fremder im Schlafzimmer. Die Polizei musste den Eindringling suchen, der es dann noch schaffte, einen weiteren unangemeldeten Besuch abzustatten.
Was sich hier als simpler Fall von Nachlässigkeit und krimineller Energie abspielt, ist in Wirklichkeit ein Sinnbild für eine tiefere Wahrheit, die wir in unserem Land partout nicht hören wollen: Grenzen – ob an der Haustür oder an der Landesgrenze – sind nicht aus Willkür da, sondern weil sie Schutz bieten. Wer die Tür offen lässt, darf sich nicht wundern, dass auch der hereinkommt, der nicht eingeladen war.
Die Polizei rennt hinter einem Mann her, der offenbar keine Skrupel hat, fremde Privatsphäre zu verletzen. Und während die Beamten noch suchen, geht der Täter schon zum nächsten Einbruch über. Das erinnert an ein System, das die Hintertür weit offen hält, während es vorne von „Willkommenskultur“ spricht. Wir wissen genau, dass viele derjenigen, die unsere offenen Grenzen nutzen, keine Bereicherung sind – sie sind eine Belastung für unsere Sicherheit, für unsere Nachbarschaften und für das Vertrauen, das eine Gesellschaft zusammenhält.
Man wird jetzt sagen: „Das war doch nur ein Einzelfall, ein Dieb, der eine Gelegenheit nutzte.“ Mag sein. Aber Einzelfälle summieren sich zu Mustern. Wir sehen in ganz Skandinavien, wie die Auflösung von sozialen und kulturellen Grenzen zu einer Zunahme von Kriminalität und Unsicherheit führt. Der Respekt vor dem Eigentum und der Privatsphäre des anderen ist keine Selbstverständlichkeit – er muss gelernt und verteidigt werden. Und die erste Verteidigungslinie ist eine klare, unmissverständliche Grenze.
Deshalb sollte uns diese kleine Polizeimeldung aus Trondheims Nachbarschaft mehr zu denken geben als nur ein Achselzucken. Sie zeigt, was passiert, wenn wir die Schlüssel zu unserem Zuhause – ob privat oder national – zu sorglos herumliegen lassen. Die Lösung ist nicht, die Türen noch weiter zu öffnen und auf das Gute im Menschen zu hoffen. Die Lösung ist, wieder zu lernen, dass eine verschlossene Tür kein Zeichen von Angst, sondern von gesundem Menschenverstand ist.
Quelle: Adresseavisen

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