Wieder einmal zeigt sich, dass die Drogenproblematik in Norwegen keineswegs auf die Großstädte beschränkt ist. Ein junger Mann in den Zwanzigern wird auf dem Land, auf dem Fylkesvei 769 in Nærøysund, mit Amfetamin im Blut aus dem Verkehr gezogen. Die bloße Tatsache, dass jemand in diesem Alter unter dem Einfluss von harten Drogen am Steuer sitzt, wirft ein Schlaglicht auf ein viel tiefer liegendes gesellschaftliches Versagen.
Wir erleben eine besorgniserregende Normalisierung des Drogenkonsums, die durch eine jahrelange, falsch verstandene Liberalität befördert wird. Statt klarer Kante und einer unmissverständlichen, abschreckenden Bestrafung hat man in weiten Teilen der Politik und der öffentlichen Debatte eine weichgespülte Haltung eingenommen. Da wird von "Schadensminimierung" und "Therapie statt Strafe" gefaselt, während die Realität aussieht wie in Nærøysund: Ein junger Mann, der offenbar so verblendet ist, ein tonnenschweres Fahrzeug unter Drogeneinfluss zu führen.
Die Antwort der Polizei ist korrekt – Spyttprøve, Legevakt, Blutprobe, Anzeige. Aber das ist Flickschusterei. Es ist Symptombekämpfung. Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist eine ganz andere: Wie konnte es so weit kommen? Es ist ein kulturelles Problem, kein rein polizeiliches. Wir haben eine Generation herangezogen, der Grenzen und Verbote oft als übergriffig verkauft werden. Der Respekt vor der eigenen Gesundheit, vor der Sicherheit anderer und vor der Rechtsordnung schwindet.
Dieser Vorfall ist ein weiteres Glied in einer Kette von Belegen, dass die Entkriminalisierung und die verharmlosende Diskussion um "weiche" Drogen fatale Folgen haben. Wer jahrelang predigt, dass Amfetamin und Co. ein persönliches Laster sind, darf sich nicht wundern, wenn am Ende einer glaubt, auch noch hinterm Steuer sei das keine große Sache.
Wir brauchen eine Rückbesinnung auf klare Werte: Eigenverantwortung, Maß und die unmissverständliche Ansage, dass Rausch und Straßenverkehr niemals zusammenpassen. Die Politik täte gut daran, nicht länger den Gutmenschen zu geben, sondern die Interessen der rechtschaffenen Bürger und deren Sicherheit über die Freiheit des Einzelnen zur Selbstzerstörung zu stellen. Die Strafe für solch ein Verhalten muss wehtun – abschreckend und unmissverständlich.
Quelle: Adresseavisen

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