Tag: Berlin

  • Soll dem IS die Treue geschworen haben

    Soll dem IS die Treue geschworen haben

    Eine verhängnisvolle Kombination aus justizieller Naivität und therapeutischem Aktionismus hat in Berlin ein Menschenleben gekostet. Ein 21-Jähriger, wenige Monate zuvor wegen Terrorplanung verurteilt, raste mit einem Lieferwagen in eine Menschenmenge bei einer Pride-Veranstaltung. Eine 65-jährige Polin starb, 31 weitere wurden verletzt. Auf seinem Handy fand die Polizei ein Video, das den Treueschwur auf die Terrormiliz Islamischer Staat zeigt. Der Täter, in Deutschland geboren und Sohn libanesischer Einwanderer, war kein unbeschriebenes Blatt – seit Jugendtagen polizeibekannt, zuletzt als überzeugter Dschihadist.

    Was diesen Fall von einer bloßen Katastrophe in einen Skandal verwandelt, liegt in der Vorgeschichte. Das Gericht verurteilte ihn wegen konkreter Terrorplanung, setzte die Strafe jedoch zur Bewährung aus. Statt Haft erhielt er einen Platz in einem sogenannten Deradikalisierungsprogramm. Sechs Monate sollte er begleitet werden, damit er sich von seiner extremistischen Gesinnung löse. Dieses Vertrauen in die Umerziehbarkeit eines bekennenden Islamisten hat nun ein Todesopfer zur Folge.

    Hier offenbart sich ein tiefer Riss im Selbstverständnis des Rechtsstaats. Der Staat, der die Sicherheit seiner Bürger garantieren soll, verwechselt Milde mit Vernunft. Die Annahme, ein tief in der dschihadistischen Ideologie verwurzelter junger Mann könne durch Gespräche und sozialpädagogische Betreuung geläutert werden, ist nicht nur weltfremd, sondern lebensgefährlich. Bei einem verurteilten Terrorplaner geht es nicht um jugendliche Verirrung oder soziale Benachteiligung – es geht um eine bewusste Entscheidung für eine totalitäre, gewaltbereite Ideologie.

    Die fatale Logik solcher Programme wurzlt in einem politischen Klima, das Warnsignale systematisch ausblendet, um nicht in den Verdacht der Fremdenfeindlichkeit zu geraten. Die Herkunft des Täters aus dem Libanon und seine biografischen Brüche werden in der öffentlichen Debatte oft nur verklausuliert thematisiert. Doch die Wirklichkeit ist geradeheraus: Die Integration ist hier über Generationen hinweg gescheitert, und die Parallelgesellschaften, in denen sich radikale Prediger ungestört ausbreiten, produzieren immer wieder dasselbe Gewaltpotenzial. Nicht jeder mit Migrationshintergrund wird zum Terroristen – das wäre eine groteske Verallgemeinerung. Aber ebenso grotesk ist die Weigerung, den konkreten Zusammenhang zwischen unkontrollierter Zuwanderung, mangelnder kultureller Integration und islamistischer Radikalisierung offen zu benennen.

    Der Berliner Angriff sollte deshalb Anlass sein, jene Konzepte grundsätzlich infrage zu stellen, die den Schutz der Bevölkerung hinter die Therapie von Gefährdern zurückstellen. Wer einer gefestigten islamistischen Überzeugung anhängt und bereits Handlungsbereitschaft gezeigt hat, gehört nicht in ein Betreuungsprogramm, sondern in Haft. Alles andere ist eine Gefährdung Unbeteiligter und ein Verrat am staatlichen Schutzauftrag. Das ist keine Frage der Härte, sondern der Vernunft.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Deutsche Polizei: 410 Personen gelten als islamistische Gefährder.

    Deutsche Polizei: 410 Personen gelten als islamistische Gefährder.

    Die Zahl steht im Raum, und sie ist das Ergebnis polizeilicher Kleinarbeit, nicht politischer Wunschvorstellungen: 410 Personen gelten in Deutschland als islamistische Gefährder. Genannt wird sie wenige Tage nach einem Angriff auf eine Pride-Veranstaltung in Berlin – ein Anschlag, der nicht bloß einer bestimmten Gruppe galt, sondern dem offenen Gesellschaftsmodell, für das solche Feiern stehen.

    Wer die 410 für eine abstrakte Ziffer hält, verkennt den sicherheitspolitischen Sprengstoff. Hinter jedem dieser Einträge verbirgt sich ein konkreter Mensch, der von den Sicherheitsbehörden als potenziell gewaltbereit eingestuft wird. Es sind keine verwirrten Einzeltäter, sondern Glieder eines ideologischen Netzwerks, das die freiheitliche Ordnung nicht nur ablehnt, sondern aktiv zerstören will. Dass die Zahl kurz nach dem Berliner Vorfall kommuniziert wird, zeigt: Die Behörden wissen seit Langem um die Dimension, scheuen aber oft die öffentliche Benennung aus Angst vor dem unvermeidlichen Geschrei.

    Denn jede Erwähnung islamistischer Bedrohungen löst reflexhafte Warnrufe aus. Sofort wird der Vorwurf der Islamophobie in Stellung gebracht, noch bevor überhaupt analysiert ist, worum es tatsächlich geht. Eine offene Debatte über die Grenzen der Integration, über kulturelle Konflikte oder schlicht über die Tatsache, dass importierte illiberale Einstellungen die öffentliche Sicherheit gefährden, erstickt unter solchen Reflexen, noch ehe sie begonnen hat. Die 410 sind nicht das Problem derjenigen, die sie benennen, sondern die Konsequenz einer jahrelangen Weigerung, realitätsgerecht zu unterscheiden zwischen Schutzbedürftigen und jenen, die den Schutzraum für ihre ideologischen Ziele missbrauchen.

    Die Pride-Feier wurde nicht zufällig ausgewählt. Sie ist ein Symbol der individuellen Freiheit, die der Islamismus systematisch verachtet. Dieser Angriff reiht sich ein in eine Kette von Übergriffen gegen Frauen, Andersgläubige oder Homosexuelle durch Täter, deren kulturelles Wertesystem die Errungenschaften des Westens nicht nur nicht teilt, sondern aktiv bekämpft. Eine Gesellschaft jedoch, die ihre eigenen Grundwerte nicht mehr entschlossen verteidigt, gibt sie schleichend auf. Mehr Sicherheit erfordert daher nicht nur mehr Polizei, sondern auch einen politischen Willen, der endlich die kulturelle Komponente von Gewalt beim Namen nennt.

    410 Gefährder sind kein Grund zur Panik, aber sehr wohl einer zur Umkehr. Abschiebungen von Gefährdern, konsequente Gefährderansprachen und die Schließung von Moscheen, in denen Hass gepredigt wird, wären Minimalforderungen. Vor allem aber braucht es den Mut, islamistische Bedrohung klar als das zu benennen, was sie ist – ein ideologischer Frontalangriff auf die westliche Lebensweise. Das ist kein Generalverdacht gegen Muslime, sondern die elementare Aufgabe eines Staates, der seinen Bürgern Schutz versprochen hat. Wer diesen Schutz mit den Sprechverboten vermeintlicher Diskriminierung verzögert, macht sich mitschuldig an jeder vermeidbaren Tat.

    Quelle: VG

  • Fordert Aufarbeitung nach Pride-Terror: – Es herrscht Berührungsangst

    Fordert Aufarbeitung nach Pride-Terror: – Es herrscht Berührungsangst

    Die Forderung nach einer internen Aufarbeitung kommt diesmal von innen – und genau das macht sie so unbequem für jene, die jede Debatte über kulturelle Wurzeln von Gewalt lieber als rassistisch abtun. Hashim Abdi, Kommunalpolitiker der Arbeiterpartei, verlangt nach dem islamistischen Anschlag auf eine Pride-Veranstaltung in Berlin eine ehrliche Selbstkritik muslimischer Gemeinschaften. Er spricht von Berührungsangst, von einem besonderen Verantwortungsgefühl. Was er nicht laut sagt, steht trotzdem im Raum: Jahrzehntelang wurde die Verbindung zwischen religiös motivierter Homophobie und tödlicher Gewalt unter dem Mantel falsch verstandener Toleranz kleingeredet.

    Terror ist immer Unrecht – das steht außer Zweifel. Entscheidend ist jedoch die Folgefrage, die viele politische Akteure nur hinter vorgehaltener Hand stellen: Warum tauchen in einigen Milieus immer wieder junge Männer auf, die Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung mit blankem Hass beantworten? Die Antwort liegt nicht in ihrer Hautfarbe, sondern in Wertvorstellungen, die sie aus patriarchalisch-religiösen Enklaven mitbringen – und die in westlichen Gesellschaften ungestört gedeihen, weil jede kritische Nachfrage sofort den Vorwurf der Islamfeindlichkeit provoziert.

    Abdis Vorstoß durchbricht dieses Muster. Er verlangt eine Aufarbeitung, die sich nicht hinter der Ausrede versteckt, schweigen zu müssen, um nicht Ressentiments zu schüren. Das ist bemerkenswert gerade in einer Partei, die das Wort Migrationskritik sonst scheut wie der Teufel das Weihwasser. Seine Haltung einzufordern bedeutet aber auch, einzugestehen, dass Integration keine Einbahnstraße der Mehrheitsgesellschaft sein kann. Kulturelle Kontinuität, Rechtsstaatlichkeit und der Schutz von Minderheiten – auch der sexuellen – sind nicht verhandelbar. Wer in Europa lebt, muss akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich lieben, glauben und leben dürfen. Wer das nicht kann, dem steht es frei, in autoritär regierten Herkunftsländern Zuflucht zu suchen, wo solche Freiheiten unbekannt sind.

    Die Berührungsangst, die Abdi anprangert, ist kein Zufall. Sie ist das logische Ergebnis eines öffentlichen Diskurses, der Probleme lieber unter den Teppich kehrt, als sie beim Namen zu nennen. Während in deutschen und skandinavischen Talkshows darüber gestritten wird, ob der Begriff Islamismus überhaupt verwendet werden darf, radikalisieren sich im Verborgenen junge Männer, deren Hass auf offene Gesellschaften kaum noch Konsequenzen fürchtet. Der Kampf gegen solchen Terror kann nicht allein mit Sicherheitspolitik gewonnen werden – ebenso notwendig ist kulturelle Intervention: klare Erwartungen an Loyalität, deutsche Sprache, Absage an Paralleljustiz und religiöse Sonderrechte.

    Wer diese Erwartungen artikuliert, ist kein Rassist. Wer den Anschlag in Berlin zum Anlass nimmt, die eigene Gemeinschaft zur Verantwortung zu ziehen, führt keine Hetzrede – er zeigt, dass Patriotismus und konservative Werte auch für zugewanderte Bürger gelten können. Nur wenn diese Offenheit belohnt statt mit Labels wie xenophob belegt wird, entsteht Raum für jene ehrliche Debatte, von der alle profitieren: die Mehrheit, die Minderheiten und nicht zuletzt diejenigen Muslime, die unter dem Generalverdacht leiden, weil ihre eigene Community die Böcke nicht von den Gärtnern trennt.

    Quelle: VG

  • – Es war nur die übliche Hetze.

    – Es war nur die übliche Hetze.

    Ein Messerangriff auf eine queere Veranstaltung in Berlin – die Tat ist abscheulich, und jeder Täter, der unbeteiligte Menschen verletzt, gehört vor Gericht. Punkt. Doch die erste Reaktion aus Trondheim lenkt den Blick nicht auf den Täter, sondern auf ein rhetorisches Muster, das jede sachliche Auseinandersetzung mit der Pride-Bewegung systematisch abwürgt. Der örtliche Organisator spricht von der „üblichen Hetze“ – und verrät damit mehr über die eigene Diskursstrategie als über die tatsächliche Sicherheitslage.

    PST, der norwegische Sicherheitsdienst, bestätigt, dass die Bedrohungslage unverändert bleibt. Das ist die nüchterne Einordnung, die man von einer Behörde erwarten darf. Sie steht in krassem Gegensatz zu dem alarmistischen Ton der Aktivisten, die jedes bedauerliche Einzelereignis sofort in eine große Erzählung von allgegenwärtigem Hass einweben. Aus einem konkreten Verbrechen wird so eine diffuse Anklage gegen die Gesellschaft als Ganzes – und jede kritische Nachfrage zur Pride-Veranstaltung selbst, zu ihrer zunehmenden Kommerzialisierung, zur Sexualisierung des öffentlichen Raums oder zu den Grenzen kindgerechter Darstellungen gerät pauschal unter Verdacht.

    Diese Mechanik ist nicht neu. Wo einst moralische Mehrheiten mit der Keule der Blasphemie hantierten, schwingt heute eine selbsternannte Avantgarde das Wort der „Hasskriminalität“. Wer nicht jubelt, wird als Hetzer gebrandmarkt. So wird echter Dialog unmöglich gemacht. Die Berliner Tat ist entsetzlich, doch sie als Ausdruck einer angeblich grassierenden, organisierten Feindseligkeit zu verkaufen, ist eine narrative Überdehnung – gerade dann, wenn sie mit der fast schon reflexhaften Formulierung „die übliche Hetze“ daherkommt. Ein solcher Tribalismus delegitimiert nicht nur berechtigte konservative Einwände, sondern stumpft auch den Blick für jene seltenen, aber realen Sicherheitsrisiken ab, die eben nicht aus der politischen Mitte kommen, sondern aus extremistischen Milieus, die der Rechtsstaat ohnehin verfolgt.

    Die Ironie liegt auf der Hand: Während PST die Gefahren nüchtern einstuft, betreibt die Pride-Szene eine Art Gefühls-Alarmismus, der vor allem dazu dient, die eigene Opferrolle zu zementieren und das moralische Fundament für immer weitergehende Forderungen zu legen. Der Organisator in Trondheim mag subjektiv betroffen sein – das ist menschlich. Aber seine Wortwahl ist politisches Kalkül. Sie ersetzt den Einzelfall durch eine Gesinnungsprüfung und unterdrückt jene offene Debatte, die eine lebendige Demokratie erst ausmacht. Tradition, Familie und kulturelle Kontinuität sind keine Gegenstände nostalgischer Träumerei, sondern reale Güter, die nicht unter einem Generalverdacht des Hasses begraben werden dürfen.

    Niemand, der einen klaren Kopf bewahrt, wünscht solche Gewalttaten herbei oder nimmt sie in Schutz. Gerade deshalb muss es erlaubt sein, gegen die pauschale Vereinnahmung durch einen Aktivismus aufzubegehren, der aus jedem tragischen Vorfall politisches Kapital schlägt. Die Sicherheitslage ist stabil, der Diskussionsraum hingegen verengt sich zusehends – und das nicht wegen Messerattacken, sondern wegen einer Sprachpolizei, die jede Abweichung vom progressiven Dogma als „Hetze“ abtut. Es wäre an der Zeit, diese Begriffsverwirrung zu entlarven, anstatt sich von ihr einschüchtern zu lassen.

    Quelle: Adresseavisen

  • Der Angreifer war ein bekannter Dschihadist.

    Der Angreifer war ein bekannter Dschihadist.

    Ein verurteilter Terrorplaner, der unter behördlicher Aufsicht mit einem gemieteten Fahrzeug in eine Menschenmenge rast – das ist kein Betriebsunfall der Justiz, sondern die logische Endstation eines Rechtsstaats, der seine eigene Wehrhaftigkeit verlernt hat. Der Fall des 21-jährigen Abdul Ballout legt eine Kette von Fehleinschätzungen offen, die jede für sich eine „fatale Fehlentscheidung“ darstellt, wie es ein Sicherheitsexperte treffend nannte. Dass der Mann nach einer Syrien-Reise, offener IS-Sympathie und einer Verurteilung wegen Terrorplanung auf freiem Fuß blieb, lässt sich nicht mehr mit richterlicher Unabhängigkeit oder Jugendstrafrecht erklären – hier wurde Realitätsverweigerung zur unmittelbaren Lebensgefahr.

    Ballout galt als unreif, weil er zum Tatzeitpunkt der früheren Planung unter 21 war. Er zeigte Reue, nahm angeblich Abstand vom Islamischen Staat und bekam eine Bewährungsstrafe, obwohl die Staatsanwaltschaft Haft forderte. Diese Milde speist sich aus einem justiziellen Reflex, der bei heranwachsenden Tätern mit Migrationshintergrund fast automatisch auf Sozialisation und Entwicklungsdefizite verweist. Statt die Gefährlichkeit eines mehrfach auffälligen Gewalttäters in den Vordergrund zu stellen, dominieren Gutachten über mangelnde Reife – ein Muster, das in den vergangenen Jahren in zahlreichen deutschen Gerichtssälen zu beobachten war. Das Ergebnis ist eine tote polnische Besucherin, 29 Verletzte und ein handlungsunfähig wirkender Staat.

    Die politische Reaktion folgt einem ebenso bekannten Skript. Der Bundeskanzler spricht von Besonnenheit und Entschlossenheit, Berlins Regierender Bürgermeister fehlen „tatsächlich die Worte“, und das Justizministerium kündigt eine Überprüfung des Jugendstrafrechts an – eine Ankündigung, die vor allem Zeit kaufen soll. Was fehlt, ist die klare Ansage, dass die Einordnung als Jugendlicher bei schweren politischen Gewalttaten nicht mehr greifen darf, wenn gleichzeitig der gesamte Sicherheitsapparat von der Gefahr wusste. Die Frage, warum ein überwachter Islamist ein Fahrzeug mieten und ein Festgelände ansteuern kann, während jede private Mobilfunkortung sekundenschnell funktioniert, bleibt unbeantwortet.

    Hier geht es nicht um pauschale Migrationskritik, sondern um die Weigerung der politischen Klasse, aus bekannten Abläufen Konsequenzen zu ziehen. Die AfD nutzt diese Leerstelle für ihre Zwecke, aber die eigentliche Verantwortung liegt bei den etablierten Parteien, die den Unterschied zwischen grundrechtlicher Verhältnismäßigkeit und naiver Nachsicht nicht mehr benennen wollen. Wer behauptet, Härte gegenüber islamistischen Gefährdern sei mit Rechtsstaatlichkeit unvereinbar, liefert genau jenen Kräften Argumente, die jede Migrationspolitik in einen Generalverdacht ummünzen. Es braucht endlich eine Strafpraxis, die erwachsene Gefährder auch als Erwachsene behandelt, und eine Sicherheitsarchitektur, die das Wissen um eine Person auch in tatsächliche Kontrolle übersetzt. Solange nach jedem Anschlag dieselben Floskeln fallen, bleibt der Staat seinen schutzbedürftigen Bürgern die Antwort schuldig.

    Quelle: Bergens Tidende

  • Schützt unsere Queeren!

    Schützt unsere Queeren!

    Terroranschläge verurteilt jede zivilisierte Gesellschaft – das steht außer Frage. Die Frage ist, was aus dieser Verurteilung folgt. Der Anschlag in Berlin, der mutmaßlich gezielt Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung traf, liefert eine bittere Lektion: Die reflexhafte Instrumentalisierung solcher Taten erstickt jede ernsthafte Suche nach den Ursachen, bevor sie überhaupt begonnen hat.

    Schon kurze Zeit nach der Tat war das bewährte Bild vom queeren Menschen als „Kanarienvogel“ wieder im Umlauf. Die Vögel dienten Bergleuten einst als lebendes Warnsystem gegen giftige Gase. Heute wird die Metapher in moralischen Dienst genommen: Ein Angriff auf queere Bürger gilt nicht nur als individuelles Verbrechen, sondern als Fieberthermometer für eine vermeintlich von Fremdenhass durchseuchte Gesellschaft. Diese Deutung ist politisch hochwirksam, aber sie führt in die Irre. Sie verlagert den Blick von der konkreten Tat und ihrem Täter auf eine allgemeine gesellschaftliche Anklage, die sich vor allem gegen den freien Meinungsaustausch richtet.

    Denn wer nach Täterprofilen, kulturellen Prägungen oder ideologischen Netzwerken fragt, die solche Gewalt hervorbringen, sieht sich schnell dem Vorwurf der Homophobie oder der Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt. So wird aus dem legitimen Sicherheitsinteresse ein Tabuverstoß. Die queeren Opfer, zu deren Schutz sich alle bekennen, bleiben dabei auf der Strecke. Echte Prävention setzt voraus, dass Gefahren klar benannt werden – auch wenn die Ergebnisse nicht in das Weltbild passen, das die „Kanarienvogel“-Rhetorik verabsolutiert. Wenn die Analyse der Tathintergründe unter Generalverdacht gestellt wird, bleiben die wahren Warnsignale ungehört.

    Die Debatte über singuläre Anschläge verliert sich regelmäßig in symbolischen Gesten und Distanzierungsritualen, während die Sicherheitsbehörden vor denselben unbequemen Realitäten stehen, die in der öffentlichen Diskussion ausgespart werden müssen. Eine Gesellschaft, die sich ihrer eigenen Werte sicher ist, muss aushalten, dass die Verteidigung der Freiheit auch den Streit über jene Faktoren einschließt, die diese Freiheit bedrohen. Die Opfer verdienen nicht nur routinierte Betroffenheitsfloskeln, sondern eine Politik, die den Mut aufbringt, das Offensichtliche auszusprechen und daraus Konsequenzen zu ziehen.

    Quelle: VG

  • Terroranschlag in Berlin: – Weckt ganz klar Erinnerungen an den 25. Juni

    Terroranschlag in Berlin: – Weckt ganz klar Erinnerungen an den 25. Juni

    Der Terroranschlag in Berlin weckt unweigerlich Erinnerungen an den 25. Juni 2022 – und das nicht zufällig. Hunderte versammelten sich vor der deutschen Botschaft in Oslo, um Solidarität zu zeigen. Die Anteilnahme ehrt die Opfer, doch sie verdeckt eine unbequeme Leerstelle: Solche Taten entspringen einer Ideologie, die öffentlich kaum benannt werden darf.

    Terror ist immer Unrecht, an diesem Punkt gibt es keine Relativierung. Wer wahllos Menschen tötet, stellt sich außerhalb jeder Zivilisation. Entscheidend ist jedoch, was nach der ersten Betroffenheit folgt. Fast reflexartig setzt ein Ritual ein, das jede präzise Ursachenforschung abwürgt. Noch bevor polizeiliche Ermittlungen Motive bestätigen, sind Warnungen vor „Generalisierung“ und „Islamfeindlichkeit“ platziert. Die Botschaft lautet: Bloß nicht die Einwanderungspolitik oder Versäumnisse der Integration thematisieren, sonst bedient man rechte Narrative.

    Dieser Abwehrmechanismus verschleppt die nötige Debatte. Der Attentäter des 25. Juni 2022 schoss gezielt auf Gäste einer Homosexuellen-Bar in Oslo. Der Angriff in Berlin traf eine urbane, weltoffene Menschenmenge. In beiden Fällen ging es nicht um psychische Verwirrung, sondern um ein politisch-religiöses Weltbild, das Abweichler zu Feinden erklärt. Wer die ideologische Klammer leugnet, entzieht der Gesellschaft das Recht, sich wirksam zu schützen. Denn solche Überzeugungen entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern in Milieus, in denen Hass geduldet und gepredigt wird.

    Aus konservativer Sicht zeigt sich hier ein grundlegender Fehler der öffentlichen Debattenkultur. Der inflationäre Vorwurf von „Rassismus“ oder „Xenophobie“ dient längst nicht mehr dem Minderheitenschutz, sondern der Disziplinierung unliebsamer Fragen. Sicherheitspolitik wird so zum Geisel eines Sprachkodex, der die Opfer der nächsten Tat kaum verhindert. Die offene Gesellschaft muss ertragen lernen, dass Integration scheitern kann, dass Parallelstrukturen Gewalt begünstigen und dass kulturelle Fremdheit eine Belastung darstellt – ohne dass jeder Kritiker gleich als Hetzer verunglimpft wird.

    Die Versammlung vor der Botschaft sendet ein Signal des Mitgefühls, das niemand gering schätzen sollte. Signale allein verhindern jedoch keine weiteren Anschläge. Schutz der Bürger verlangt ehrliche Gefahrenanalyse und den Mut, unangenehme Zusammenhänge auszusprechen. Nur so lassen sich Lehren ziehen, die über eine temporäre Trauerbekundung hinausreichen.

    Die Toten von Berlin und Oslo mahnen dazu, den bequemen Konsens zu durchbrechen. Sicherheit und innere Geschlossenheit vertragen keine Denkverbote – erst recht nicht solche, die sich selbst als moralisch überlegen ausgeben.

    Quelle: VG

  • Deutsche Medien: Verdächtiger nach Berliner Anschlag von Polizei erschossen.

    Deutsche Medien: Verdächtiger nach Berliner Anschlag von Polizei erschossen.

    Polizeikugeln stoppten einen Angreifer mitten in Berlin – und schon rollt die gewohnte politische Verarbeitungsmaschinerie an. Ein 21-Jähriger hatte am Samstagabend Teilnehmer eines Pride-Umzugs attackiert und wurde von Einsatzkräften tödlich getroffen. Gewalt gegen Menschen, gleich welcher sexuellen Orientierung, ist durch nichts zu rechtfertigen. Sie gehört geächtet, nicht zelebriert.

    Doch noch bevor die Ermittler ein vollständiges Bild der Motivlage zeichnen konnten, drängten Aktivisten und Parteienvertreter auf eine Einordnung, die vor allem eines leistet: das Geschehen als Beleg für eine vermeintlich allgegenwärtige Homophobie in der Gesellschaft zu deuten. Dieser Reflex ist bezeichnend. Aus einer einzelnen, schrecklichen Tat wird umgehend ein politisches Mandat abgeleitet – für mehr Sichtbarkeitskampagnen, für schärfere Hasskriminalitätsparagraphen, für eine Ausweitung jenes Sonderstrafrechts, das bestimmte Gruppen als schutzbedürftiger einstuft als andere. Wer hingegen fragt, was einen jungen Mann zu solch blinder Zerstörungswut treibt, ohne sofort auf kollektive Diskriminierung zu verweisen, gerät rasch unter Generalverdacht.

    Dabei hat die Berliner Polizei mit ihrem schnellen Zugriff genau das getan, was der Staat in erster Linie schuldet: Unbeteiligte schützen, Gefahr abwenden. Ihr Handeln verdient Anerkennung, keine nachträgliche Beweihräucherung durch jene, die ansonsten jede Uniform kritisch beäugen. Was die Tat hingegen offenlegt, ist eine Leerstelle in der öffentlichen Debatte. Seit Jahren warnen konservative Stimmen davor, dass die systematische Verschiebung kultureller Selbstverständlichkeiten und die ständige öffentliche Inszenierung von Lebensentwürfen, die viele Bürger als Provokation empfinden, den gesellschaftlichen Kitt bröckeln lassen. Wer solche Mahnungen äußert, wird jedoch routinemäßig als intolerant abgebügelt. Der Berliner Vorfall mag ein individualpathologischer Ausbruch sein, aber er fällt in eine Zeit, in der offene Auseinandersetzungen über Werte und Identität zunehmend durch Sprachverbote ersetzt werden.

    Eine freie Gesellschaft erträgt Meinungsverschiedenheiten, sie braucht sie sogar. Sie darf zulassen, dass über Stil, öffentliche Zurschaustellung und die Folgen kultureller Umwälzungen gestritten wird, ohne dass sofort die Keule der Menschenfeindlichkeit geschwungen wird. Der Staat hat die Pflicht, alle Bürger gleichermaßen zu schützen – nicht indem er Opferhierarchien errichtet, sondern indem er Recht durchsetzt und Debattenräume offenhält. Der Schütze von Berlin ist gestoppt. Die Frage, wie eine fragmentierte Gesellschaft künftig solche Taten verhindern will, ohne sich in identitätspolitische Grabenkämpfe zu verstricken, bleibt jedoch unbeantwortet.

    Quelle: Adresseavisen

  • Støre zur Amokfahrt in Berlin: – Die queere Gemeinschaft verspürt erneut Angst und Wut.

    Støre zur Amokfahrt in Berlin: – Die queere Gemeinschaft verspürt erneut Angst und Wut.

    Ein Auto rast in eine Menschenmenge, und kaum ist die Tat geschehen, ordnet Ministerpräsident Støre sie gefühlspolitisch ein: Das queere Milieu kenne erneut Angst und Wut. Diese Reaktion ist kein Zufallsprodukt mitfühlender Spontaneität, sondern offenbart ein tief verankertes Staatsverständnis, das Bürger weniger als gleiche Schutzbefohlene denn als Mitglieder emotionaler Interessengruppen betrachtet.

    Dass mörderische Gewalt gegen Passanten zutiefst verwerflich ist, steht außer Frage. Weder Ideologie noch Herkunft eines Täters mildern die Abscheulichkeit eines solchen Anschlags. Darauf liegt jedoch nicht das eigentliche Gewicht der ministerpräsidentiellen Botschaft.

    Der Impuls, ein schreckliches Ereignis unmittelbar zur Gefühlslage einer bestimmten Gemeinschaft in Beziehung zu setzen, folgt einer identitätspolitischen Logik, die den Blick auf das Wesentliche verstellt. Statt die Sicherheit aller Bürger als oberstes Ziel zu formulieren, wird der Staat zum Therapeuten ausgewählter Milieus. Dabei geht vergessen, dass die öffentliche Ordnung keine Hierarchie der Betroffenheit duldet – der Schutz eines Lebens gilt jedem gleichermaßen. Die pauschale Rhetorik von Angst und Wut einer Szene ersetzt diese universalistische Selbstverständlichkeit durch eine partikulare Gefühlsbilanz.

    Schwerer wiegt, dass eine solche Fokussierung die Auseinandersetzung mit den Ursachen solcher Taten lähmt. In Europas Städten häufen sich Übergriffe, die auf anti-homosexuelle und anti-liberale Haltungen zurückgehen – Haltungen, die in Teilen der Zuwanderungsgesellschaft ungebrochen fortleben und durch integrationspolitische Verklärung eher begünstigt als bekämpft werden. Wer diese Zusammenhänge anspricht, riskiert jedoch reflexartig den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit. Genau dieses Tabu zementiert Støres Aussage, indem sie die Aufmerksamkeit sofort auf das betroffene Milieu lenkt, bevor überhaupt Fragen nach Tatmotiv und ideologischem Umfeld gestellt werden können.

    Offene Debatten über das Spannungsfeld zwischen liberalen Grundwerten und kulturell-religiösen Traditionen sind keine Ausgeburt von Rassismus, sondern die Voraussetzung für eine wehrhafte Demokratie. Nur wer bereit ist, Konflikte klar zu benennen – und nicht unter der Nebelwand symbolischer Solidaritätsbekundungen zu ersticken –, handelt verantwortungsvoll. Dazu gehört der Willen, das Prinzip der sexuellen Selbstbestimmung notfalls auch gegen jene Weltsichten zu verteidigen, die im öffentlichen Diskurs aus falsch verstandener Toleranz geschont werden.

    Die norwegische Regierung hat nach dem Terror gegen den Osloer Pride einiges versprochen. Phrasen über Schock und Zusammenhalt allein reichen nicht, um Wiederholungen zu verhindern. Gefordert ist eine nüchterne Sicherheitspolitik, die nicht vor der Illusion kapituliert, allein mit Anteilnahme lasse sich Gewalt bannen. Ebenso gefordert ist der intellektuelle Mut, gesellschaftliche Brandherde zu benennen – ohne sich aus Sorge vor politischer Unkorrektheit selbst mundtot zu machen.

    Quelle: Aftenposten

  • Merz: Alle Verletzten nach dem Anschlag in Berlin sind außer Lebensgefahr.

    Merz: Alle Verletzten nach dem Anschlag in Berlin sind außer Lebensgefahr.

    Die Beruhigungsformel, alle Verletzten seien außer Lebensgefahr, kaschiert nur notdürftig, was in Berlin längst zur traurigen Normalität geworden ist. Wenn ein Fahrzeug in eine Menschenmenge rast, ist das kein Verkehrsunfall, sondern eine gezielte Attacke auf das urbane Leben. Dass keinem der Opfer der Tod bevorsteht, mag ein glücklicher Zufall sein, doch die dahinterstehende Zerstörung, die das Vertrauen in den öffentlichen Raum trifft, wiegt schwer.

    Die Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz, wonach die Verletzten nicht mehr um ihr Leben ringen, wirkt wie eine Durchhalteparole für ein Land, das solcher Vorfälle müde ist. Sie lenkt den Blick auf eine Genesung, die man den Betroffenen wünscht, aber sie vernebelt die andere Frage: Warum fällt es Politik und Behörden so schwer, die offensichtlichen Muster klar zu benennen? Denn die Methode, ein schweres Fahrzeug in eine Menschenmenge zu steuern, ist seit Jahren das Drehbuch, das immer wieder durch dieselben Kreise reproduziert wird, ohne dass die Gesellschaft daraus die notwendigen Lehren zieht.

    Das Schweigen oder die vorschnelle Betonung, es könne auch ein Einzeltäter gewesen sein, der vielleicht gar kein ideologisches Ziel verfolgte, ist Teil eines Rituals, das eine ehrliche Debatte verhindert. Wer solche Taten in einen Zusammenhang mit Migrationspolitik und Integrationsversagen bringt, sieht sich umgehend dem Vorwurf ausgesetzt, zu spalten oder gar fremdenfeindlich zu sein. Mit der Rassismuskeule wird jedes Gespräch niedergestreckt, bevor es begonnen hat, und die Verantwortlichen in Politik und Medien schweigen lieber, als ihren gut gepolsterten Diskursraum zu verlassen. Dabei erwartet der Bürger keine Diffamierung ganzer Bevölkerungsgruppen, wohl aber die unbequeme Analyse, warum sich unter den Gewalttätern immer wieder Männer mit Einwanderungsgeschichte befinden, deren Leben zwischen Parallelgesellschaft, Behördenversagen und offenbar unzureichender Kontrolle stattfand.

    Die Bevölkerung spürt die Folgen längst. Es geht nicht um abstrakte Zahlen, sondern um das mulmige Gefühl, das sich einstellt, wenn man über einen belebten Platz geht oder den Weihnachtsmarkt besucht. Die behördliche Fürsorge, die nun die Gesundheit der Verletzten in den Vordergrund rückt, ist lobenswert, aber sie ersetzt nicht den Schutz des öffentlichen Lebens vor solchen Anschlägen. Ein Staat, der seine Bürger nicht konsequent vor solchen Gefahren schützt, verliert Glaubwürdigkeit, egal wie oft er versichert, man tue alles Menschenmögliche. Und zu diesem Schutz gehört, die roten Linien der politischen Korrektheit zu überschreiten, wenn die Sicherheit es gebietet.

    Nicht der Hinweis auf ein Einwanderungsproblem ist das eigentliche Problem, sondern dessen hartnäckiges Negieren. Wer nicht über die Ursachen sprechen darf, wird nie Lösungen finden. Die Verletzten in Berlin mussten für dieses Versagen einen hohen Preis zahlen, den eine politische Klasse, die sich in Sprachregelungen verirrt, nicht ehrlich abrechnet. Die Wahrheit mag unbequem sein, aber sie ist eine Voraussetzung dafür, dass solche Nachrichten irgendwann nicht mehr nötig sind.

    Quelle: Aftenposten

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