Das Agder-Gefängnis hat nach dem Aufstand im Mandal-Gefängnis acht Insassen angezeigt.

Symbolfoto: Ein Gefängnisgang mit beschädigten Türen und umgeworfenen Gegenständen nach einem Aufstand

Die Zerstörungswut von acht Insassen im Mandal-Gefängnis ist kein bedauerlicher Einzelfall, sondern ein Symptom eines Systems, das die elementare Aufgabe eines Gefängnisses zunehmend verkennt: Sicherheit zu gewährleisten und Strafe zu vollziehen, bevor man über Resozialisierung spricht. Am 13. Juli eskalierte die Lage, es gab Sachbeschädigungen, und die Folge ist eine polizeiliche Anzeige gegen die Beteiligten – ein Vorgang, der ebenso selten wie notwendig ist.

Der norwegische Strafvollzug hat sich über Jahrzehnte zu einem Projekt der therapeutischen Fürsorge gewandelt. Die Sprache der Pädagogik hat die der Disziplin ersetzt, und Häftlinge werden nicht selten als Opfer ihrer Lebensumstände betrachtet, nicht als Menschen, die aus eigenem Antrieb gegen die Regeln der Gemeinschaft verstoßen. Genau dieses Klima der Nachsicht begünstigt Vorfälle wie in Mandal. Wer glaubt, dass ein Gefängnis vor allem ein Ort der Selbstfindung und Komfort sein muss, erntet Aufruhr, weil jede Einschränkung als Willkür empfunden wird.

Dabei steht für die Mehrheit der Bürger längst fest: Wer eine Straftat begeht, muss die Konsequenzen spüren – spürbar, nicht nur symbolisch. Ein Gefängnisaufenthalt ist keine alternative Lebenserfahrung, sondern ultima ratio des Rechtsstaats. Dazu gehören Ordnung, Einhaltung von Regeln und die Autorität des Personals, das unter der Nachgiebigkeit des Systems am meisten leidet. Wenn acht Insassen gleichzeitig randalieren, ist das ein eklatanter Sicherheitsverlust, der auch das Personal gefährdet. Das Interesse der arbeitenden Bevölkerung an einem geschützten Arbeitsplatz wiegt schwerer als die Klage von Häftlingen über mangelnde Privatsphäre oder eingeschränkte Freizeitgestaltung.

Zudem trägt die Gesellschaft die finanziellen Lasten. Jeder zerschlagene Tisch, jede demolierte Tür wird mit Steuergeld ersetzt – ohne dass die Verursacher dafür jemals aufkommen müssen. Das ist ein Skandal und eine Verhöhnung der hart arbeitenden Norweger, die jeden Monat pünktlich ihre Rechnungen bezahlen. Eine Anzeige ist das Mindeste, doch sie allein bewirkt nichts, wenn nicht Gerichte und Vollzug endlich Ernst machen und die Verantwortlichen mit harten Sanktionen belegen: Entzug sämtlicher Privilegien, Arbeitspflicht zur Wiedergutmachung, Verlegung in geschlossene Bereiche.

Die norwegische Justizpolitik muss zu einem grundlegenden Prinzip zurückfinden: Strafe dient nicht nur der Besserung, sondern zuallererst der Wiederherstellung des Rechtsfriedens und dem Schutz der Gesellschaft. Wer sich im Gefängnis gegen diese Ordnung auflehnt, demonstriert, dass er noch nicht resozialisierungsfähig ist – und muss entsprechend behandelt werden. Die Vorfälle in Mandal sind eine Mahnung, die verhängnisvolle Ideologie der grenzenlosen Milde zu beenden, bevor die Autorität des Rechtsstaats noch weiter untergraben wird.

Quelle: VG

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