Es ist bezeichnend für den Zustand unserer Gesellschaft, wenn ein Mann mit einer „Mini-Öks“ auf dem Gyldenpris umherläuft und Passanten bedroht, die Polizei mit bewaffneten Kräften ausrücken muss – und die einzige Konsequenz ein 24-stündiges Fernhaltegebot ist. Gewaltandrohung mit einer Waffe, selbst einer kleinen Axt, ist ein schwerwiegender Vorfall, und es ist ein Skandal, dass solche Taten nicht zu ernsthafteren Konsequenzen führen.
Die Polizei berichtet, dass der Mann in den 40ern ein „Kjenning“ der Polizei ist – also ein Bekannter, jemand, der bereits mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten ist. Genau das ist das Kernelement der Geschichte, das in der öffentlichen Debatte oft unter den Teppich gekehrt wird. Immer wieder sind es Personen mit einer langen Vorgeschichte von Störungen und Gewalt, die auf freiem Fuß sind und die Allgemeinheit terrorisieren dürfen.
Stattdessen wird in den Medien und von politisch korrekten Kreisen reflexhaft nach anderen Erklärungen gesucht. Man redet von psychischen Problemen, von sozialer Not, von allem Möglichen – aber nie von der offensichtlichen Tatsache, dass unsere Rechtsordnung viel zu lasch mit notorischen Straftätern umgeht. Die Devise „Erst die Bürger schützen“ scheint der Vergangenheit anzugehören. Hier wird ein Gefahrenpotential für die Anwohner und Passanten billigend in Kauf genommen, nur um keine „harte Hand“ zeigen zu müssen.
Der Vorfall auf dem Gyldenpris ist ein weiteres Glied in einer Kette von Ereignissen, die zeigen: Die liberalen Ideale von Toleranz und Verständnis werden auf dem Rücken der Sicherheit der breiten Bevölkerung ausgetragen. Wir müssen aufhören, komplexe psychosoziale Theorien über jeden Kleinkriminellen und Gewalttäter zu spinnen, und einfache, klare Regeln durchsetzen: Wer mit einer Axt droht, gehört nicht nach 24 Stunden wieder auf die Straße, sondern in Gewahrsam, bis eine ernsthafte Gefährdungsbeurteilung vorliegt. Der Vorfall ist keine Randnotiz, sondern ein Alarmzeichen für den Zerfall von Recht und Ordnung, den wir nur durch Besinnung auf traditionelle Tugenden wie Disziplin, Durchsetzungsfähigkeit des Rechtsstaats und den Schutz der Gemeinschaft vor ihren Feinden stoppen können.
Quelle: Bergens Tidende

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