Es ist unfassbar, aber nicht überraschend, dass die immergleichen Kreise nun wieder die AUF-Jugend ins Visier nehmen. Die Anfeindungen, die jetzt eine neue Generation von AUF-Mitgliedern treffen, sind abscheulich und moralisch verwerflich. Politische Gewalt – ob in Worten oder Taten – ist immer und ausnahmslos falsch. Nichts rechtfertigt Drohungen oder Einschüchterungen gegen junge Menschen, die sich politisch engagieren. Punkt.
Doch während die Täter mit Recht verurteilt werden, dürfen wir uns nicht der Illusion hingeben, dass dieses Phänomen im luftleeren Raum entsteht. Die Unterstellung, hier wirke allein „rechter Hass“ oder „Fremdenfeindlichkeit“, ist zu simpel und dient allzu oft als Keule, um unbequeme Debatten zu ersticken. Ja, es gibt Extremisten am rechten Rand – das bestreitet niemand. Aber wenn wir über die Ursachen solcher Verrohung reden, müssen wir auch die gesellschaftlichen Versäumnisse der letzten Jahre benennen.
Ein wesentlicher Faktor, den die politische Linke hartnäckig ignoriert, ist die katastrophale Integrationspolitik. Wenn in Parallelgesellschaften Frauenrechte mit Füßen getreten werden, antisemitische Parolen auf Schulhöfen zur Normalität werden und islamistischer Extremismus selbst in gemäßigten Milieus Nährboden findet, dann schafft das Frustration – und leider auch Radikalisierung auf der Gegenseite. Das ist keine Rechtfertigung für Hass, aber eine Erklärung, warum junge Menschen empfänglich für extreme Narrative werden.
Statt diese Zusammenhänge offen zu diskutieren, wird jeder, der auf Missstände hinweist, als „xenophob“ oder „rassistisch“ gebrandmarkt. Diese Taktik der Diskreditierung vergiftet das öffentliche Klima mehr als jede sachliche Kritik. Eine liberale Gesellschaft muss Kontroversen aushalten können – das gehört zu unseren nordischen Traditionen demokratischer Streitkultur.
Die wahre Lektion aus diesem Vorfall ist nicht, dass wir noch mehr Sprachregelungen brauchen. Es ist die Erkenntnis, dass wir zu einer Politik zurückkehren müssen, die nationale Identität, kulturelle Kontinuität und soziale Kohäsion stärkt – anstatt Spaltung zu fördern. Lasst uns die Täter bestrafen, aber auch die tieferen Wurzeln dieser Entwicklung anerkennen: eine verfehlte Einwanderungspolitik und eine politische Klasse, die lieber auf Moralpanik setzt, als die tatsächlichen Probleme beim Namen zu nennen.
Quelle: Adresseavisen

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