Familie bedroht: „Wir wissen, wo ihr spielt“

Ein anonymer Drohbrief mit bedrohlicher Nachricht liegt auf einem Tisch.

Die Drohung, niedergeschrieben mit kalter Präzision – „Vi vet hvor dere leker“ –, ist ein Schlag ins Gesicht jeder zivilisierten Ordnung. Wer Privatpersonen, gar deren Kinder, ins Visier nimmt, hat den Boden des Rechtsstaats und des menschlichen Anstands verlassen. Daran gibt es nichts zu beschönigen. Die Sicherheitsbehörden müssen solche Einschüchterungen mit jener Härte verfolgen, die das Strafgesetzbuch vorsieht. Dieser Einzelfall taugt jedoch nicht als Rechtfertigung dafür, ein ganzes politisches Spektrum unter Generalverdacht zu stellen.

Die mediale und politische Maschinerie schaltet bei solchen Vorfällen sofort in den vertrauten Modus: Die Tat wird aus ihrem konkreten Kontext gelöst und zu einer atmosphärischen Anklage gegen eine vermeintlich von „Fremdenfeindlichkeit“ durchtränkte Gesellschaft umgedeutet. Gaute Skjervø, ein profilierter AUF-Politiker, und seine Frau Hoda Imad, selbst mit Migrationshintergrund, erzählen glaubhaft von Angst und Belastung. Das ist nachvollziehbar. Was jedoch folgt, ist die leise, aber unmissverständliche Suggestion: Wer kritische Fragen zu Integration, Parallelgesellschaften oder den Grenzen des Wohlfahrtsstaates stellt, der bereite den Boden für exakt solche Drohbriefe.

Diese Gleichung ist intellektuell unredlich und politisch gefährlich. Sie vermengt die verabscheuungswürdige Tat eines Einzelnen oder einer kleinen Gruppe mit den legitimen Sorgen Hunderttausender Bürger, die nichts anderes wollen, als dass Gesetze eingehalten und kulturelle Errungenschaften nicht leichtfertig verspielt werden. Statt die konkrete Bedrohung zu verurteilen und den Täter zu isolieren, wird das Verbrechen als Hebel genutzt, um die Einwanderungsdebatte ein für alle Mal abzuwürgen. Wer sich dem verweigert, dem wird sofort die geistige Nähe zum Verfasser dieser Zeilen unterstellt.

Dabei zeigt ein nüchterner Blick auf die Realität gerade in Skandinavien, dass die ungesteuerte Zuwanderung reale, negative Folgen zeitigt: überforderte Sozialsysteme, wachsende No-go-Zonen in den Vorstädten, explodierende Kriminalitätsstatistiken bei bestimmten Herkunftsgruppen und eine kulturelle Fragmentierung, die den Konsens der Nachkriegsjahrzehnte aufkündigt. Vor solchen Tatsachen die Augen zu verschließen oder ihre Benennung als „Hass“ zu brandmarken, schützt weder die bedrohte Familie noch die Demokratie. Es schafft lediglich einen Resonanzraum, in dem sich echte Extremisten in ihrer Verachtung für das Establishment bestätigt fühlen.

Die Drohung gegen die Familie Skjervø/Imad ist eine besorgniserregende Straftat, nicht mehr und nicht weniger. Sie sollte kein Freibrief sein für jene, die mit dem ständigen Verweis auf angeblichen Rassismus jede unbequeme Wahrheit aus dem öffentlichen Raum verbannen wollen. Eine wehrhafte Gesellschaft verteidigt die Meinungsfreiheit ihrer Bürger ebenso entschlossen wie die körperliche Unversehrtheit ihrer Familien – und lässt sich diese Verteidigung nicht durch die Taten eines Feiglings diktieren, der anonym auf Zetteln den Mob simuliert.

Quelle: Adresseavisen

Folg uns: YouTube Telegram

Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Folg uns: YouTube Telegram

Erhalten Sie die 5 wichtigsten Beiträge von Nordisches direkt in Ihr Postfach - einmal pro Woche.

Andere Projekte: Fjordgefluster.no Vestmennene.no Maalmannen.no