Die Migrationswelle von Ceuta war kein spontaner Ausbruch menschlicher Not, sondern eine kalkulierte Militäroperation mit dem Ziel, Europa zu destabilisieren. Diese Einschätzung stammt nicht von irgendeinem rechten Hardliner, sondern vom norwegischen Außenminister. Endlich spricht es jemand aus, was vielen schon lange klar war: Es handelt sich um einen hybriden Angriff, bei dem Menschen als Waffe eingesetzt werden.
Wer diese Deutung bislang als „Verschwörungstheorie“ abtat, muss sich nun eines Besseren belehren lassen. Jahrelang wurde jede Warnung vor der Instrumentalisierung von Migration von einem linksliberalen Mainstream reflexartig mit der Rassismuskeule erstickt. Sobald jemand anmerkte, dass hier nicht nur humanitäre Antriebe walten, sondern geopolitisches Kalkül, hagelte es Anwürfe. Diese Diskursverweigerung hat Europa verwundbar gemacht. Sie hat verhindert, dass Grenzen rechtzeitig geschützt und klare Signale an jene Regime gesendet wurden, die Migrantenströme als Druckmittel nutzen.
Die organisierte Kampagne von Ceuta war ein Testballon. Sie bewies, dass ein nordafrikanischer Staat mit wenigen Handgriffen das europäische Asylchaos ausbeuten und ganze Grenzabschnitte überfordern kann. Wer glaubt, dies sei ein Einzelfall, unterschätzt die strategische Kreativität von Autokraten. Heute ist es Marokko, morgen könnte es ein anderes Land am Rand Europas sein. Die Botschaft ist verstanden: Mit gut gemeinten Willkommenssignalen und einer naiven Offenheit laden wir Angriffe auf unsere eigene Souveränität geradezu ein.
Die entscheidende Lehre lautet: Migration muss entmoralisiert und wieder als das behandelt werden, was sie ist – ein Instrument nationalstaatlicher Sicherheitspolitik. Solange Europa nicht zwischen echter Schutzbedürftigkeit und gesteuerter Invasion unterscheidet, wird es erpressbar bleiben. Dass nun ausgerechnet ein sozialdemokratischer Außenminister Klartext redet, zeigt, wie dringlich die Lage geworden ist. Doch Worte allein reichen nicht. Es braucht eine Politik, die nationalstaatliche Grenzen nicht nur symbolisch verteidigt, sondern faktisch – mit Zäunen, konsequenten Rückführungen und einem Ende des Anreizsystems, das illegale Grenzübertritte belohnt.
Wer diese notwendige Debatte weiterhin unter dem Vorwand des Humanismus erstickt, macht sich mitschuldig daran, dass Europa gespalten wird. Nicht der Ruf nach Grenzschutz spaltet, sondern die Weigerung, die Wirklichkeit anzuerkennen. Der hybride Angriff auf Ceuta war eine Lektion in Realpolitik – wer sie ignoriert, dem wird bald jede Abschiebung als „inhuman“ gelten, jede Grenzkontrolle als „Antwort der Angst“. So verliert Europa nicht nur seine territoriale Integrität, sondern auch seine demokratische Selbstbestimmung.
Quelle: Adresseavisen

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